Sportbrillen Test

Ohne ihre Oakley würden manche Fahrrad-Freaks niemals in den Sattel steigen. Die kalifornische Sport­brille ist Kult. Dafür geben echte Fans bis zu 285 Euro aus. Der Test von 15 Sportbrillen zeigt jedoch: Guter Augen­schutz ist auch deutlich preiswerter möglich.

Bei jedem Wetter

Sportbrillen sind keine reine Schönwetterausrüstung. Sie schützen die Augen nicht nur vor Sonnenstrahlen. Sondern auch vor Fahrtwind, Staub, Insekten oder Ästen am Wegesrand. Dank unterschiedlich getönter Wechselscheiben lassen sie sich zudem der jeweiligen Witterung anpassen: klares Glas für bedeckten Himmel, helle Tönungen für bessere Sicht bei Nebel sowie diffusem Licht und dunkle Gläser für sonnige Tage.

Fast alle sind sicher

Sportbrillen Test

Alle Gläser bestehen aus dem leichten und bruchsicheren Kunststoff Polycarbonat. So halten die Brillengläser fast jedem Ast stand. Der Test bestätigt: Im Labor schlug ein bis zu 130 Kilogramm schweres Fallpendel auf den Prüfkopf mit aufgesetzter Brille nieder. Im schlimmsten Fall blieb eine Delle zurück. Einzige Ausnahme: Die polarisierenden dunkelgrauen Gläser der Casco SX-20 gingen beide zu Bruch. Die klaren und die gelben Gläser der Casco blieben jedoch unbeschädigt.

Teure Testsieger

Testsieger sind zwei teure Brillen: Adidas Gazelle für knapp 162 Euro und Oakley Flak Jacket XLJ für besagte 285 Euro - jeweils im Set mit drei Wechselgläsern. Bei beiden Sportbrillen lautet das test-Qualitätsurteil „Sehr gut“ (Note: 1,4). Adidas zeichnet sich vor allem durch bequeme Trageeigenschaften aus. Sie rutscht nicht, hat ein großes Sichtfeld und schützt prima vor Fahrtwind. Oakley ist die beste Brille in puncto Sicherheit und Schutz. Ihre Gläser sind extrem haltbar und kratzfest. Der Hersteller wirbt sogar damit, dass die Gläser Schüssen standhalten.

Preiswert und gut

Guter Augenschutz muss aber nicht teuer sein: Die Alpina Tri-Guard 40 kostet 70 Euro und ist nur zwei Zehntelnoten schlechter als die Testsieger. Billigste gute Brille ist die Casco SX-20 für 40 Euro (Note: 2,0). Auch sie bietet Top-Tragekomfort und UV-Schutz. Eine Aufbewahrungsbox fehlt jedoch und der Rahmen lässt sich nicht individuell anpassen. Das wäre praktisch, wenn zum Beispiel die Ohren unterschiedlich hoch sitzen oder die Nase besonders schmal ist.

Schlechte Passform

Ab und zu gibt es billige Sportbrillen beim Discounter: zum Beispiel das GPR Sportbrillen-Set von Aldi Nord für 2,99 oder das Sportbrillen-Set von Rewe für 3,99 Euro. Zur Not reichen auch solche Brillen. Sie sitzen ordentlich und schützen vor UV-Strahlen. Ihre einfache Konstruktion macht sich jedoch beim Wechsel der Gläser bemerkbar. Entweder klemmen sie wegen ihrer ungenauen Passform oder sie sitzen so locker, dass sie schon beim Putzen herausfallen. Das funktioniert bei den teuren Brillen von Rudy Project, Bollé und Briko allerdings auch nicht gut.

Für Brillenträger nicht optimal

Sportbrillen eignen sich auch für Brillenträger. Mit Hilfe von Clips können sie geschliffene Gläser hinter den Scheiben der Sportbrillen befestigen. Fünf Anbieter haben einen solchen Korrektureinsatz im Programm. Allerdings erfordert die Montage hohe Fingerfertigkeit. Bei Carrera ist sogar ein Uhrmacher-Schraubenzieher nötig. Und am Ende ist der Abstand zum Auge mitunter so gering, dass die Wimpern bei jedem Lidschlag das Glas berühren.

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