Spielzeug im Test

So haben wir getestet

Spielzeug im Test Testergebnisse für 22 Spielzeug 12/2020

Inhalt

Im Test: 22 exemplarisch ausgewählte Plüschtiere und Figuren. Wir kauf­ten das Spielzeug von April bis Mai 2020. Bei den Preisen handelt es sich um von uns bezahlte Einkaufs­preise.

Sicherheit vor unmittel­baren Gefahren

Wir prüften nach den Spiel­zeugnormen, ob Risiken beispiels­weise durch Entflamm­barkeit, verschluck­bare Kleinteile, Strangulations- oder Ersti­ckungs­gefahr bestanden, führten Zugprüfungen durch und maßen Schnurlängen. Wir prüften die mecha­nisch-physika­lischen Eigenschaften der Spielzeuge gemäß EN 71–1:2014+A1:2018, die Entflamm­barkeit nach EN 71–2:2011+A1:2014.

Schad­stoffe

Wir untersuchten Material­proben der Spielzeuge auf folgende Substanzen:

Farb­mittel: In Textilien bestimmten wir den Gehalt an sensibilisierenden und krebs­erzeugenden Farb­stoffen sowie an verbotenen Azofarb­stoffen. Bei den Farb­mitteln bestimmten wir die in Din EN 71–9 und im Oeko-Tex Stan­dard 100 aufgeführten sensibilisierenden und krebs­erzeugenden Farb­stoffe in Anlehnung an Din 54231:2005 und gemäß Din EN 71–9 bis 11:2005. Die Azofarb­stoffe, die krebs­erzeugende Arylamine freisetzen können, untersuchten wir bei den Textilien und den Lacken in Anlehnung an Din EN ISO 14362–1:2017. Die Verwendung von Azofarb­stoffen, die 4-Aminoaz­oben­zol freisetzen können, untersuchten wir gemäß Din EN ISO 14362–3:2017.

Flamm­schutz­mittel, Mono­mere, Form­aldehyd: Kunststoffe prüften wir auf die Freiset­zung von Mono­meren wie Bisphenol A und Acrylamid, Textilien und Kunststoffe auf den Gehalt an verbotenen halogenierten Flamm­schutz­mitteln sowie Textilien zusätzlich auf den Gehalt an Form­aldehyd. Flamm­schutz­mittel prüften wir nach Löse­mittel­extraktion mittels GC-MS. Mono­mere prüften wir gemäß Din EN 71–9 bis 11:2005. Den Gehalt an freiem und hydrolysiertem Form­aldehyd prüften wir gemäß Din EN ISO 14184–1:2011.

Kurz­kettige Chlorparaf­fine: Kunststoffe analysierten wir auf den Gehalt dieser Chlorparaf­fine nach Löse­mittel­extraktion in Anlehnung an die CADS Methode mit Bezug auf EN ISO 18219:2015 mit einem Chlorierungs­grad von 59 % für SCCP.

Nickel: Wir untersuchten metall­haltige Teile mit einem Nickel­schnell­test und ermittelten die Abgabe des Metalls nach den Nickel­prüfnormen. Der Nickel­schnell­test wurde gemäß CR 12471–5.3.4:2002 und die Prüfung auf Nickellässig­keit gemäß Din EN 1811:2015 durch­geführt. Der Abrieb erfolgte nach Din EN 12472:2015.

Nitrosamine und nitrosier­bare Stoffe: Wir prüften, ob Teile aus Elastomeren wie Gummi diese Stoffe abgaben. Gummi­schnüre mit Textilummantelung versetzten wir mit Speichel­prüflösung, ließen sie vier Stunden bei 40 Grad Celsius stehen. Die Speichel­prüflösung wurde anschließend gemäß EN 71–12:2016 auf N-Nitrosamine und N-nitrosier­bare Stoffe untersucht.

Nonylphenoleth­oxylate (NPE), Nonylphenol: Bei Textilien, Lacken und Kunststoffen analysierten wir den Gehalt an Nonylphenoleth­oxylaten und Nonylphenol. Nonylphenol bestimmten wir nach Löse­mittel­extraktion mittels GC-MS, Nonylphenoleth­oxylate in Anlehnung an EN ISO 18254–1:2016 mit HPLC-MS.

Poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe (PAK): Wir prüften Textilien, Lacke und Kunststoffe gemäß den Vorgaben des GS-Zeichens für Geprüfte Sicherheit auf PAK. Die Gehalts­bestimmung der PAK erfolgte gemäß der GS-Spezifikation AfPS GS 2019:01 PAK.

Phthalate: Kunststoffe analysierten wir nach Heraus­lösen auf alle in der EU geregelten Phthalate – einschließ­lich der als besonders besorgnis­erregend einge­stuften Phthalate. Die Phthalate prüften wir nach der Extraktion mittels eines organischen Löse­mittels mit GC-MS.

Schwer­metalle und weitere Elemente: Wir bestimmten deren Freiset­zung aus Textilien, Kunststoffen und abge­schabten Lacken sowie den Gehalt an Blei, Kadmium und Organozinn­verbindungen. Die Freiset­zung der Schwer­metalle prüften wir gemäß EN 71–3:2019. Die Gehalts­bestimmung von Blei und Cadmium erfolgte nach Vollauf­schluss gemäß EPA 3052 mittels ICP-OES bzw. ICP-MS, die Gehalts­bestimmung der Organozinn­verbindungen nach Extraktion mit methano­lischer Lösung und Derivatisierung mittels GC-MS in Anlehnung an ISO/TS 16179.

Speichel- und Schweißecht­heit: Wir ermittelten mit Speichel- und Schweiß­prüflösung, ob die Materialien Farbe abgaben. Die Speichel- und Schweißecht­heit prüften wir gemäß Din 53160–1 und –2:2010.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Urteile verstärkt auf das Gesamt­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende haben wir einge­setzt: Die Sicherheit kann nicht besser sein als die Note für die Sicherheit vor unmittel­baren Gefahren oder die Note für Schad­stoffe.

Spielzeug im Test Testergebnisse für 22 Spielzeug 12/2020

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34 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 27.09.2021 um 10:55 Uhr
Bewertung des Sweety Löwen von Sigikid

@Necroix: Wir haben bei dem Spielzeugtest auf über 200 verschiedene Substanzen geprüft. Sobald ein Stoff gefunden wird – auch wenn es nur in Spuren ist - , konnte das Spielzeug nicht mehr „Sehr gut“ sein. Die untersuchten Substanzen sind oft in geringen Mengen nicht schädlich, sondern erst in höheren wie z.B. bei Zink oder Kupfer.
Auf jeden Fall hat der angefragte Löwe die Note Gut bei der die Schadstoff-Prüfung bekommen und ist damit empfehlenswert.

Necroix am 24.09.2021 um 17:42 Uhr
Sigikid Sweety Löwe Silvio Savanne

Warum genau hat der Sigikid Sweety Löwe Silvio Savanne nur eine 2,2 ich kann nicht genau erkennen warum das der Fall ist. Können Sie mir diesbezüglich evtl erklären warum dieser abgewertet wurde?

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.01.2021 um 13:24 Uhr
Senger Naturwelt Schlenkertiers Bär braun

@Sorafemme: Die Sicherheit des Senger Naturwelt Schlenkertiers Bär braun wurde mit mangelhaft bewertet, da die Verpackungsfolie zu dünn war. Das ist eine Gefahr und wird von der Spielzeugnorm so eingeordnet: Legt sich ein Kind die Tüte aufs Gesicht, kann sie im schlimmsten Fall so an Mund und Nase haften, dass es nicht mehr atmen und ersticken kann. Verpackungen müssen eine bestimmte Foliendicke einhalten, sonst fallen sie durch und das umhüllte Spielzeug gleich mit. Der Anbieter hat die dünnen Folienbeutel entsorgt und wird künftig dickere Beutel verwenden. (Se)

Sorafemme am 09.01.2021 um 14:34 Uhr
Schadstoffe Senger?

Hallo,
Das Stofftier von Senger Naturwelt hat bei den Schadstoffen nur mit gut angeschnitten. Ich habe mir extra den Test gekauft, um zu sehen, was gefunden wurde aber dazu steht leider nichts.
Warum gab es nur ein ‚ gut‘ ?
Gruß

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.12.2020 um 14:53 Uhr
Abwertung wg. mangelhafter Verpackung

@argon85: Wie in unserem Beitrag dargestellt, kann eine zu dünne Kunststofffolie der Verpackung zu Unfällen führen - das wird auch von der Spielzeugnorm entsprechend berücksichtigt. Denn Kinder kommen nicht nur mit dem Spielzeug in Kontakt, sondern oft auch mit der Verpackung und auch die Verpackung muss für sie sicher sein. Konkret bedeutet das, dass die Folienverpackung eine bestimmte Dicke haben muss. (spl)