Computer sind tolle Spielzeuge: Mit ihnen kann risikolos gezockt oder das virtuelle Skatblatt gezückt werden – jedenfalls auf einem guten Online-Spieleportal.

Spielen entspannt Geist und Seele, auch am Computer. Gut so, dass beim Spielen im Internet weder hohe Preise für Spielesoftware noch die Angst vor einem Fehlkauf quälen. Auf den zehn von uns geprüften Online-Spieleportalen gibt es Hunderte verschiedener Spiele – kostenlos bis auf den Internetzugang. Richtig für alle, die eine Pause überbrücken oder ohne Risiko bei Casinospielen zocken wollen. Ein besonders breit gefächertes Angebot, mit Bonbons sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Spieler, fanden wir vor allem bei gamechannel.de, onlinespiele.org und onlinespieleportal.de. Da locken Kartenspiele wie Skat, Klassiker aus Automatenspielhallen und Glücksspiele. Bei einigen Portalen kann man, bei anderen muss man sich anmelden. Ein so genannter Nickname sorgt dann für Anonymität. Oma Kasuppke beispielsweise klingt doch klasse, oder? Nur angemeldete Spieler nehmen an Gewinnspielen teil und können die erreichten Punkte, den Highscore, mit Ergebnissen anderer Spieler vergleichen. Beim Portal gambas.de beispielsweise weltweit mit Wochen-, Monats- und Quartalsstatistiken. Das reizt nicht nur Moorhuhnjäger.

Frisch aufgespielt

Übung macht den Meister: Sich spielerisch herantasten und nicht beim ersten Problem verzweifeln, heißt das Motto. Ein Spiel zum Laufen zu bringen, ist schon die erste Herausforderung. Im schlimmsten Fall führt ein Link nicht zum Spiel, sondern ins Leere wie bei gratisonlinespiele.de. Was solls, dann geht es eben zum nächsten Spieleportal, Auswahl gibt es ja genug. Und wenn es klappt mit dem Spielen, setzt das ein paar glücklich stimmende Endorphine frei.

Langeweile kommt auf jeden Fall nicht auf. Wir fanden liebevoll gepflegte Portale in der Hand von Enthusiasten (zum Beispiel onlinespiele.org) wie auch professionelle, ohne Scheu vor Kosten ins Netz gestellte Seiten (zum Beispiel gamechannel.de von Bertelsmann). Fast überall gibt es mehr als nur Spiele: Chatforen für den Austausch mit Gleichgesinnten, Newsletter mit dem neuesten Klatsch und Tratsch aus der Spielebrance.

Während unser Test lief, konnte man bei gambas.de zum Beispiel einen „Eierschalensollbruchverursacher“ gewinnen. Der köpft das Frühstücksei angeblich perfekt. Das Gerät konnten wir aber leider nicht ausprobieren. Im Kampf um den Tagessieger hielten wir mit den Cracks einfach nicht mit ...

Werbung gibt es leider auch, und nicht zu knapp. Besonders bei flipside.de, gratisonlinespiele.de und onlinespieleportal.de fanden wir sie geradezu lästig. Achtung: Wenn Sie Werbung anklicken, aktivieren Sie Ihre Schutzreflexe! Nur ein paar Klicks entfernt könnten Abzocker lauern.

On- und offline spielen

Die Spieleportale führen Spieler auf zwei Wegen ins Ziel. Manchmal wird die Software zum Herunterladen angeboten. Meist startet sie jedoch über die universelle Programmiersprache Java direkt aus dem Internet Explorer heraus. Dabei wird das Spiel über den Internetbrowser aktiv und ist weg, sobald er geschlossen wird. Dieser fortdauernde Internetzugang kostet jedoch ein, zwei Cent pro Minute, je nach Vertrag. Am besten wäre also ein zeitlich unlimitierter Internetzugang (die so genannte Flatrate, die bis zu 25 Euro monatlich kostet). Doch solch einen unbegrenzten Zugang hat nicht jeder. Webpuzzle schlägt deshalb vor, das Spiel zu starten und dann kostensparend offline zu gehen. Das klappte im Test auf diesem Portal problemlos – kann aber woanders Probleme bereiten. Probieren Sie es aus.

Ein weiteres Manko der Java-Spiele: Sie funktionieren nur bei reduzierter Internet-Sicherheit. Am Büro-Computer im gut gesicherten Firmennetzwerk scheitert oft schon der Versuch, sie zu starten. Unser kurzer Check in gut gesicherter Firmennetzumgebung zeigte: Mit 4player.de und flipside.de brauchen Sie es erst gar nicht zu versuchen. Bei den anderen Portalen werden Sie am Büro-Computer mehr Chancen haben.

Aber auch zu Hause benimmt sich manch Computer ausgesprochen zickig. Wir kamen am besten mit dem Internet Explorer zurecht. Allerdings waren Activex, Java und Javascript zu aktivieren. Das geht unter Extras / Internetoptionen / Sicherheit / Standardstufe / mittlere Sicherheit. Fatal: Damit öffnen sich Sicherheitslecks, die besser verschlossen blieben.

Tipp: Wählen Sie anschließend wieder die Sicherheitsstufe „hoch“. Und was die verschiedenen Downloads notwendiger Programmergänzungen wie Java und Java Script angeht: Aktualisieren Sie Ihren Internetbrowser vor dem Onlinespiel nur auf den Seiten von Microsoft. Das hat nichts mit Paranoia zu tun, eher mit der sprichwörtlichen Volksweisheit „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“. Zu schnell könnten Sie sich Dialer oder Ähnliches einfangen. Übrigens können Sie auch ohne das von den Portalen angemahnte, angeblich unverzichtbare Programmlifting ein Spiel wagen. Manchmal wird zu Unrecht gewarnt.

Die Alternative zu Java ist der Download. Freie Spielesoftware wird heruntergeladen und steht dann auch ohne Internetverbindung, also offline, zum Spielen zur Verfügung. Risiken und Nebenwirkungen? Das Programm muss erst einmal installiert werden. Und das hat Tücken. Am Büro-Computer scheitert der Spieler oft schon an Details wie zum Beispiel fehlenden Administratorenrechten, generell aber auch an fehlenden DirectX-Komponenten (wiederum: Download, am besten vom Supportserver bei Microsoft) beziehungsweise an mangelnder Kompatibilität des Betriebssystems mit alten Dos-Spielen (um die es sich in der Regel handelt). Dann gilt wieder das oben Gesagte: Der Start des Spiels ist schon der erste Spielerfolg.

Hilfe? Hilfe!

Weil Probieren nicht immer weiter hilft, sollte ein gut sichtbarer Hilfe-Button zum Nachfragen ermuntern. Am besten gefiel uns das bei gamechannel.de. Auf anderen Portalen mussten wir suchen und wurden unter FAQ (häufig gestellte Fragen, englisch: frequently asked questions) oder unter „Fehler melden“ fündig. Bei flipside.de bekommen nur eingetragene Mitglieder eine Antwort (flipside.de) und onlinespieleportal.de verweist auf die Mitspieler im Chatforum. Vor ihnen soll man sich also als Dummkopf outen? Das finden viele aber gar nicht nett. Noch schlechter schnitt gratisonlinespiele.de ab. Da ist jeder auf sein Improvisationsvermögen angewiesen. Hilfe gibt es nicht. Auch nicht per E-Mail, denn die Betreiber von gratisonlinespiele.de nennen keine Kontaktadresse.

Mit einem ganz speziellen Problem hatten wir besonders viel Spaß. Wir fragten per E-Mail: „Opa hat Gefallen am Portal gefunden und blockiert jetzt meinen Rechner. Kann er mit meinem alten Highscreen 486DX/2, 16 MB RAM und einem 14.4er Modem spielen? Das Betriebssystem ist Windows 95. Kann ich mit anderer Software die Leistung verbessern?“ Die Wunschantwort wäre gewesen: Mit dem Internet Explorer 5.5, einem schnellen 56k-Modem und mehr Arbeitsspeicher gehts (auch für den alten Rechner lohnt der finanzielle Aufwand von vielleicht 100 Euro, um ordentlich spielen zu können). Webpuzzle antwortete auf unseren Hilferuf nicht nur gut, sondern ausgesprochen freundlich. Der Junge, als den wir uns ausgaben, wurde ernst genommen. Prima. Mit schnellen und kompetenten Antworten überzeugten aber auch 4player.de, gambas.de und gamealarm.de. Spielen ohne Frust ist den Betreibern dieser Seite wohl ganz besonders wichtig.

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