So haben wir getestet

Im Test: In Koope­ration mit Jugendschutz.net prüften wir 14 beliebte Spiele-Apps, die in den App-Stores von Google und Apple verfügbar waren. 13 von ihnen gab es jeweils für die Betriebs­systeme Android und iOS. Eine App prüften wir nur für iOS, denn eine Android-Version war nicht im Google Play Store erhältlich. Ausgewählt haben wir die Apps unter anderem nach Anzahl der täglichen Nutzer, Umsatz­stärke und Downloadzahlen. Wir berück­sichtigten auch die Studien „Kindheit, Internet, Medien“ (Kim) sowie „Jugend, Information, Medien“ (Jim) aus dem Jahr 2018. Apps mit besonderen pädagogischen Aspekten, wie schu­lische Lern­spiele oder Spiele mit einer Alters­freigabe ab 16 (Google Play Store) beziehungs­weise 17+ (Apple App-Store), berück­sichtigten wir nicht. Wir wählten die Apps im Januar 2019 aus und prüften sie von Mai bis Juli 2019.

Unter­suchungen

Insgesamt acht Expertinnen und Experten über­prüften den Kinder- und Jugend­schutz, pro App waren es zwei. Sie gaben als Alter zehn Jahre an, sofern die App es abfragte. Die Ergeb­nisse berück­sichtigen, was die Prüfer bis zu dem nach mehreren Wochen erreichten Spiel­stand (Level) zu sehen bekamen.

So setzt sich unser Fazit zusammen:

Angemessen: grün in allen Kategorien

Bedenk­lich: mindestens ein gelbes, aber kein rotes Urteil

Inakzeptabel: mindestens ein rotes Urteil

Kindgerechte Inhalte

Wir prüften, ob Kinder und Jugend­liche mit Gewalt oder selbst­gefähr­denden, extre­mistischen beziehungs­weise sexuellen Inhalten konfrontiert werden – im Spiel selbst, in der Werbung oder in von Nutzern generierten Inhalten (zum Beispiel Clan- oder Spieler­namen). Zudem kontrollierten wir, ob die App es etwa mit Spielwährung oder anderen virtuellen Gütern belohnt, wenn Nutzer ihre Spiel­daten mit Social-Media-Platt­formen verknüpfen.

Sichere Nutzung

Wir untersuchten, ob die Voreinstel­lungen der App für ihre Nutzer einen umfassenden Schutz bieten, etwa inwieweit die Kinder beim Spielen mit Fremden in Kontakt kommen. Wir prüften auch, ob es nach­trägliche Einstellungs­möglich­keiten gibt – etwa, dass bestimmte Informationen nur für Freunde sicht­bar sind –, wie leicht die Einstel­lungen zu finden und ob sie verständlich sind. Bei Spielen mit Chat­funk­tion kontrollierten wir, ob die Chats moderiert werden und ob Wort­filter oder Blockier­funk­tionen vorhanden sind. Darüber hinaus haben wir untersucht, ob Kinder im Hilfe­bereich wichtige Infos finden, etwa Tipps zur sicheren Nutzung oder einen Hilfe­kontakt für Notfälle. Bewertet haben wir auch, ob die Hilfe leicht auffind­bar und kindaffin gestaltet ist und ob es dort Tipps für Eltern oder Pädagogen gibt.

Verstöße melden

Bei Spielen mit Nutzer­kommunikation haben wir untersucht, ob sich unan­gemessene Inhalte direkt melden lassen und ob man bei den Melde­möglich­keiten zwischen unterschiedlichen Themen auswählen kann. Außerdem haben wir geprüft, ob ein genereller Kunden­service angeboten wird und wie leicht sich der Kontakt zum Kunden­service finden lässt.

In-App-Käufe

Wir bewerteten, wie trans­parent Kosten dargestellt werden sowie ob Apps Spielern Kauf­anreize setzten oder direkt zum Kauf aufforderten.

Werbung

Wir prüften, ob die Apps Werbung einspielen und ob es einen Anreiz gibt, Werbe­videos anzu­sehen. Wir ermittelten, ob die Werbung vom eigentlichen Spiel getrennt und klar gekenn­zeichnet ist. Außerdem untersuchten wir, ob die Werbung den Spielfluss behindert.

Daten­schutz

Wir prüften den Umgang mit Nutzer­daten. Wir bewerteten, ob Spieler dazu aufgerufen werden, das Spiel Freunden zu empfehlen. Wir untersuchten, ob sich die App auch offline spielen und anonym nutzen lässt. Zudem prüfte ein Experte das Daten­sende­verhalten der App über einen zwischen­geschalteten Server. Wir haben die von den Apps gesendeten Daten ausgelesen, analysiert und, falls notwendig, entschlüsselt. So ermittelten wir, ob die Apps nur Daten senden, die sie zum Funk­tionieren brauchen. Ein Fachjurist prüfte die Daten­schutz­erklärungen auf unzu­lässige Klauseln und insbesondere, ob die Informationen und Hinweise zum Daten­schutz nach Artikel 12 DS-GVO Absatz 1 so formuliert sind, dass ein Kind sie verstehen kann.

Allgemeine Geschäfts­bedingungen

Ein Fachjurist untersuchte die allgemeinen Geschäfts­bedingungen auf unzu­lässige Klauseln, die Verbraucher benach­teiligen.

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