So haben wir getestet

Im Test

In Zusammen­arbeit mit dem Deutschen Zentral­institut für soziale Fragen (DZI) haben wir 28 Spenden­organisationen befragt. Alle sind mit dem Namen eines Prominenten verknüpft, sollten in den letzten beiden Geschäfts­jahren Gesamt­einnahmen von durch­schnitt­lich mindestens 250 000 Euro pro Jahr erzielt haben und öffent­lich zum Beispiel auf ihrer Internetseite um Spenden werben. Zehn Organisationen konnten wir bewerten. Die restlichen 18 wollten keine Belege über ihre Einkünfte geben oder nahmen aus anderen Gründen nicht am Test teil Spendenorganisationen: Die Absager. Änderungen durch die Organisationen nach dem Stichtag 31. Juli 2014 sind in der Bewertung nicht berück­sichtigt.

Verwaltungs- und Werbe­kostenquote

Die Verwaltungs- und Werbe­kostenquote wurde nach dem DZI-Verfahren berechnet. Danach ist eine Haus­halts­führung wirt­schaftlich, wenn die Spenden­organisation für Verwaltung und Werbung höchs­tens 35 Prozent ihrer Gesamt­ausgaben einsetzt.

Trans­parenz

Positiv ist es, wenn die Organisation im Internet einen Jahres­bericht und eine Über­sicht über ihr gesamtes Vermögen veröffent­licht. Zudem sollte sie Projekte konkret benennen und Einnahmen und Ausgaben genau aufschlüsseln. Weiter sollten die Verwaltungs- und Werbe­kosten aufgelistet werden. Schließ­lich sollte im Jahres­bericht stehen, wer die Organisation führt und kontrolliert.

Leitung und Kontrolle

Wir haben geprüft, ob es eine eindeutige Leitung gibt und sie den Vorgaben der Satzung entspricht.

Untersagt sein sollten In-sich Geschäfte, bei denen ein Vorstand ein Rechts­geschäft entweder im eigenen Namen oder im Namen eines von ihm Vertretenen mit sich selbst als Vertreter eines Dritten abschließen darf.

Positiv ist es, wenn das Aufsichts­organ die Leitungs­mitglieder und die Rechnungs­prüfer bestimmt und entlastet. Satzungs­änderungen sollten nur mit einer Zwei­drittelmehr­heit vom Aufsichts­organ beschlossen werden dürfen.

Gut bewertet wurde, wenn Spender bei Vereinen stimm­berechtigtes Mitglied werden können. Zudem sollten Vereins­mitglieder oder Dauer­unterstützer ein anfäng­liches Widerrufs­recht und später ein jeder­zeitiges Kündigungs­recht einge­räumt bekommen.

Für die Organisations­leitung oder Geschäfts­führung sollte das Vier-Augen-Prinzip gelten. Eine Reise­kosten­richt­linie sollte für Flüge die Economy-Class und für Bahn­fahrten die zweite Klasse vorgeben.

Organisationen, die Gelder an externe Projekte vergeben, sollten klare Regeln zur Projekt­förderung vorlegen. Organisationen, die eigene Projekte betreiben, sollten Ausschreibungs­regeln fixieren, die vorgeben, nach welchen Kriterien Geld ausgegeben werden darf.

Bei Stiftungen sollte es klare Rege­lungen geben, wie das Stiftungs­kapital anzu­legen ist.

Die Prüfung der Rechnungs­legung sollte extern erfolgen. Ab 2,5 Millionen Euro Gesamt­einnahmen halten wir eine bean­standungs­freie Prüfung durch einen Wirt­schafts­prüfer für erforderlich.

Dieser Artikel ist hilfreich. 88 Nutzer finden das hilfreich.