Spenden für Flut­opfer Meldung

Über­flutete Häuser – zerstörtes Mobiliar: Jetzt sind Spenden gefragt. test.de sagt, worauf Spender achten sollten, damit ihr Geld auch wirk­lich bei den Betroffenen ankommt.

Häufig zahlt keine Versicherung

Die Spendenwelle für die Opfer der Hoch­wasser-Katastrophe in Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rollt gerade erst an. Die Schäden liegen nach ersten Schät­zungen im zwei­stel­ligen Milliarden­bereich. Viele Flut­opfer werden nicht von einer Versicherung entschädigt, weil sie in Gebieten wohnen, in denen die Versicherer gar keine Elementarschadenversicherungen anbieten.

Nur an seriöse Partner spenden

Wer jetzt spenden möchte, sollte bei der Auswahl der Spenden­organisation genauen hinsehen. Gut informiert werden Spender beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen. Es informiert über die Seriosität von gemeinnützigen Spenden­organisationen und vergibt auch das DZI Spenden-Siegel – das wichtigste Qualitäts­zeichen im deutschen Spendenwesen. Aktuell zur Hoch­wasser­katastrophe in Deutsch­land hat das Institut eine mit seriösen Spendenorganisationen veröffent­licht, die das Siegel tragen und derzeit in der Hoch­wasser­hilfe aktiv sind.

Seriöse Organisationen erkennen

Für die Suche nach einer seriösen Spenden­organisation gibt das DZI folgende Tipps:

  • Geld­spenden sind besser als Sach­spenden. Geld­spenden können von den Hilfs­organisationen zumeist flexibler und effizienter einge­setzt werden als gespendete Kleidung, Möbel oder andere Sach­spenden. Spenden Sie Sachgüter nur dann, wenn seriöse Organisationen gezielt darum bitten.
  • Schnell, aber nicht über­eilt spenden. Gerade bei großen Katastrophen gibt es auch „Tritt­brett­fahrer“, die mit Spenden­aufrufen an die Öffent­lich­keit treten, aber gar nicht über die nötige Kompetenz verfügen, um wirk­sam und effizient helfen zu können. Lassen Sie sich deswegen nicht zum Spenden über­rumpeln.
  • Vorsicht bei Spenden­aufrufen im Internet. So genannte Ketten-E-Mails haben meistens einen unseriösen Hintergrund. Online-Spenden gehen zwar einfach und schnell. Trotzdem sollten Sie vorab die Seriosität der Organisation prüfen. Das gilt auch für Spenden­aufrufe in sozialen Netz­werken wie Facebook.
  • Vorsicht bei über­triebener Dringlich­keit. Seien Sie miss­trauisch bei Spenden­aufrufen, die viele Emotionen wecken, aber wenig Informationen über die konkret geplanten Hilfs­maßnahmen bieten. Achten Sie darauf, dass dem Spenden­aufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden einge­setzt werden sollen.
  • Goldene Regeln. Auch der Deutsche Spendenrat hat „Goldene Regeln für Spender“ aufgestellt. Er empfiehlt unter anderem, dass die Organisation auf Wunsch aussagekräftiges Material über die Aktivitäten und über sich selbst zur Verfügung stellt und dass die Organisation einen Geschäfts­bericht oder Jahres­bericht mit Aussagen über die Mittel­verwendung veröffent­licht.
  • Straßenwerbung. Die Stiftung Warentest hat die Straßenwerbung von zehn Organisationen getestet, nach­zulesen im kostenfreien Artikel „Spendenorganisationen: Gern geben“.

Spenden von der Steuer absetzen

Spenden können als Sonder­ausgabe abge­setzt werden. Das geht bis zur Höhe von 20 Prozent des Gesamt­betrags der Einkünfte. Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht als Nach­weis ein Konto­auszug, eine abge­stempelte Über­weisung, ein Last­schrift- oder Bareinzahlungs­beleg. Geht die Spende an eine gemeinnützige Organisationen, muss diese den steuer­begüns­tigten Zweck, die Befreiung von der Körper­schafts­steuer und die Einzahlung als Spende oder Beitrag bestätigen.

Tipp: Umfassende Informationen rund ums Hoch­wasser finden Sie im Special Hochwasser: Infos und Tipps für Betroffene.

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