Spenden Test

Tier- und Umwelt­schutz­organisationen informieren oft sehr ausführ­lich über die Inhalte ihrer Hilfs­projekte. Geht es dagegen um Details zur Verwendung der Spenden, sind die Hilfs­werke weniger auskunfts­freudig oder schweigen ganz. Die Stiftung Warentest hat 44 Organisationen aus dem Bereich Tier-, Natur-, Arten- und Umwelt­schutz untersucht. Nur sechs von ihnen arbeiten nach­voll­zieh­bar wirt­schaftlich, sind trans­parent und solide organisiert.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Spendenorganisationen.

Sechs Organisationen mit stimmigem Gesamt­paket

Zusammen mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat die Stiftung Warentest 44 Organisationen aus den Bereichen Tier-, Natur- und Arten­schutz sowie Umwelt- und Klima­schutz untersucht. Die Tester haben Satzungen, Geschäfts- und Jahres­berichte ausgewertet, Organisations­strukturen und Internet­seiten betrachtet sowie aufwendige eigene Berechnungen angestellt. Sechs Tier- und Umwelt­schutz­organisationen arbeiten wirt­schaftlich, sind trans­parent und solide.

Viele Verweigerungen und Absagen

Insgesamt 17 Hilfs­werke haben uns die Auskunft verweigert. Wir haben versucht, sie mit Nach­fragen noch zu einer Teil­nahme an der Unter­suchung zu bewegen. Aber viele reagierten auch darauf nicht oder sagten ihre Teil­nahme mit meist kaum nach­voll­zieh­baren Gründen ab. Wie diese Spenden­organisationen mit den einge­sammelten Spendengeldern umgehen, bleibt deshalb unklar.

Spende sehr genau über­legen

Bei sieben der getesteten Organisationen sollten sich die Spender gut über­legen, ob sie ihnen ihr Geld anver­trauen wollen: Die Organisationen dokumentierten ihre Verwaltungs- und Werbungs­kosten nicht ausreichend oder arbeiten unwirt­schaftlich. Wir haben zwar beachtet, dass ohne Werbung kein Geld in die Spendenkasse eines Hilfs­werks fließt, aber Bitt­schreiben zum Beispiel sollten wirk­lich erwünscht und nicht zu häufig verschickt werden.

Am Geld scheiden sich die Geister

Wirt­schaftlich arbeitet eine Spenden­organisation nach Auffassung der Stiftung Warentest, wenn sie für Verwaltung und Werbung höchs­tens 35 Prozent der Ausgaben eines Jahres einsetzt. Diese Grenze halten im Test 20 Spenden­organisationen ein. Sie spenden also von jedem ausgegebenen Euro mindestens 65 Cent für Satzungs­zwecke wie Hilfs­projekte und Werbe­kampagnen und nur 35 Cent für Verwaltungs­arbeit und Werbung.

Den Spendern gegen­über offen

Gute Spenden­organisationen zeigen sich auch auskunfts­bereit über die Gehälter der Mitarbeiter. Sie veröffent­lichen die Band­breite der Einkommen sowie die drei höchsten Jahres­gehälter. Spender, die sich besonders engagieren wollen, können stimm­berechtigtes Mitglied werden. Die seriösen Hilfs­werke veröffent­lichen die Namen aller Mitglieder ihres Aufsichts­gremiums und die Mitarbeiter müssen Dienst­reisen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten planen. Außerdem steht im Jahres­bericht ausführ­lich, was mit dem einge­nommenen Geld passiert.

Spenden für Mensch, Umwelt oder Tier

Ob es sinn­voller ist, für die Rettung des Regen­walds zu spenden, die Rechte von Tieren in Massenhaltung zu stärken, sich für die Einsparung von Kohlen­dioxid zu engagieren oder für die Abschaffung von Tierquälerei, muss jeder für sich entscheiden. Aktuell wird für viele Spendenwil­lige die Hilfe für die Taifunopfer auf den Philippinen im Vordergrund stehen. Sie sollten bei der Auswahl der Spenden­organisation genau hinsehen. Nutzen können Sie zum Beispiel die Spendenberatung des Deutschen Instituts für soziale Fragen (DZI). Es informiert über die Seriosität von gemeinnützigen Spenden­organisationen und vergibt auch das DZI Spenden-Siegel.

Tipp: Mit der test-Check­liste „Über­legt handeln“ können Sie jede Spenden­organisation einer ersten Prüfung unterziehen.

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