Spenden Meldung

Adventszeit ist Spendenzeit. Jedes Jahr um Weihnachten überschütten Hilfs­organi­sationen die Haushalte mit Werbe­prospekten und bitten um Spenden, darunter auch unseriöse Organisationen. Viele Spende­willige sind deshalb verunsichert. Sie wollen sicher gehen, dass ihr Geld in den richtigen Händen landet und bei den Bedürftigen ankommt. Stiftung Warentest sagt, wie Spender unseriöse Geldsammler von seriösen Hilfs­organi­sationen unterscheiden und gezielt spenden können.

„Schwarze Schafe“ erkennen

  • Zeitdruck. Spendensammler sollten auf keinen Fall Zeitdruck machen. Das ist eine typische Masche von unseriösen Organisationen oder Drückerkolonnen. Jeder darf in Ruhe darüber nachdenken, wem und wie viel er spenden will.
  • Werbung. Die Werbung sollte sachlich sein und sparsam eingesetzt werden. Stark gefühlsbetonte, Mitleid erregende Bilder und Werbung sind ein klares Zeichen für Abzocker.
  • Haustür. Auch seriöse Organisationen sammeln an der Haustür. Doch „Klinkenputzen“ ist besonders bei unseriösen Drückern beliebt. Unterschreiben Sie nichts! Seriöse Sammler lassen Interessierten gern ein Überweisungsformular da und schicken weitere Infos.
  • Behinderte. Betrüger bieten oft an der Haustür Waren an, die angeblich Behinderte gefertigt haben, oder auch mit dem Mund oder Fuß gemalte Bilder. Das ist meist Betrug. Werkstätten für Behinderte verkaufen meist in eigenen Läden, auf Basaren oder Weihnachtsmärkten, nicht an der Haustür.
  • Fördermitglied. Oft gründen Abzocker eingetragene Vereine, etwa für Tierschutz oder Luftrettung. Dann überreden sie Spender, Fördermitglied zu werden. Interessenten sollten genau prüfen, mit wem Sie es zu tun haben. Unseriöse Vereine buchen später teils mehr vom Konto ab als den vereinbarten Beitrag.
  • Spendendose. Sammler mit Spendendosen müssen eine behördliche Genehmigung sowie einen Sammelausweis haben. Die Dose sollte verplombt sein. Ausnahme: In Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt wurden diese Vorschriften gestrichen.
  • Spendensiegel. Damit Spenden in die richtigen Hände geraten, vergibt etwa das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ein Spendensiegel. Mit Stand Juli 2005 tragen 195 Organisationen das Siegel. Spender können sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen schriftlich oder online unter www.dzi.de informieren.

Tipps

  • Überlegen Sie in Ruhe, wem Sie Ihr Geld geben. Informieren Sie sich über Internet, Broschüren oder beim DZI.
  • Konzentrieren Sie Ihr Geld auf wenige Hilfswerke. Wer vielen Gruppen spendet, wird dort registriert und erhält bei späteren Spendenaufrufen entsprechend viel Werbepost.
  • Spenden Sie nur ausnahmsweise streng zweckgebunden. Solche Spenden beschneiden die Entscheidungsfreiheit der Hilfsorganisationen und verursachen höhere Verwaltungskosten.
  • Das gilt auch bei Patenschaften für einzelne Kinder. Unterstützen Sie besser Projektpatenschaften, die dem ganzen Dorf helfen.
  • Weitere Informationen und Tipps erhalten Sie unter www.dzi.de und www.spendenrat.de.

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