Vom Bundesfinanzhof bekam die Steuerbehörde einen Dämpfer: Tauscht ein Anleger seine variabel verzinste Anleihe (Floating-Rate-Notes) in eine festverzinsliche Schuldverschreibung (Bonds) um, beginnt die Spekulationsfrist nicht von neuem.

In einem Fall gab ein Anleger die Floater nach einem halben Jahr an den Emittenten zurück und erhielt im Austausch dafür die Bonds zum gleichen Nennbetrag mit unveränderter Laufzeit. Die zurückgegebenen Floating-Rate-Notes wurden gelöscht. Als der Bondskurs nach über einem Jahr stieg, verkaufte der Anleger. Eilfertig berechnete das Finanzamt in der Einkommensteuererklärung des Anlegers Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften. Denn der Umtausch der Floater in Bonds nach einem halben Jahr käme einer Anschaffung neuer Wertpapiere gleich und demnach sei die seit Anfang 1999 geltende einjährige Spekulationsfrist noch nicht abgelaufen.

Anders entschied der Bundesfinanzhof (Az: IX R 70/96): Die Spekulationsfrist sei längst vorbei. Der Anleger habe nicht die variabel verzinste Anleihe veräußert und den Erlös in ein neues Wertpapier investiert, er habe lediglich von seinem vertraglich festgelegten Umtauschrecht Gebrauch gemacht.

Den Richterspruch sollte auch ins Feld führen, wer wegen Wandelanleihen Probleme mit dem Finanzamt hat. Auch bei Wandelanleihen dürfte die Spekulationsfrist beim Erwerb dieser Anleihe beginnen, weil bereits der Umtauschtermin in Aktien feststeht.

Tipp: Vor dem Erwerb von Floatern sollten Anleger die Emissionsbedingungen genau lesen. Das Umtauschrecht zum Bezug festverzinslicher Anleihen muss bereits beim Kauf der variabel verzinsten verankert sein. Zudem müssen beim Tausch der Floating-Rate-Notes in neu ausgebene Bonds Emittent, Inhaber, Nennbetrag und Laufzeit unverändert bleiben.

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