Seit 1999 dürfen Steuerzahler Verluste aus Spekulationsgeschäften, die nach der Verrechnung mit Gewinnen im selben Kalenderjahr übrig sind, auch mit Spekulationsgewinnen aus kommenden Jahren oder dem Vorjahr ausgleichen. Für Steuerveranlagungen vor 1999 lässt das aber der Gesetzgeber nicht zu.

Das Finanzamt verweigerte einem Anleger, 400.000 Mark Spekulationsgewinne aus Wertpapiergeschäften im Jahr 1998 mit den 1997 erzielten 200.000 Mark Spekulationsverlusten zu verrechnen. Dagegen äußerte der Bundesfinanzhof Bedenken: Wegen des Gleichbehandlungsgebotes laut Grundgesetz müsse auch ein Verlustausgleich innerhalb derselben Einkunftsart bei offenen Altfällen möglich sein (Az. IX B 128/99). Jetzt hängt es von der Entscheidung der Finanzverwaltung ab, ob sich das Bundesverfassungsgericht der Sache annehmen muss.

Tipp: Betroffene sollten ihre Steuerbescheide in dieser Frage per Einspruch mit Hinweis auf das Aktenzeichen des Bundesfinanzhofs offen halten und Ruhen des Verfahrens bis zur endgültigen Entscheidung beantragen.

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