Vermieter sollten beim Verkauf ihrer Immobilie die Spekulationsfrist beachten. Sind seit dem Kauf noch keine zehn Jahre vergangen, berechnet das Finanzamt möglicherweise einen Spekulationsgewinn. Maßgeblich für diese Frist seien die Zeitpunkte der obligatorischen Verträge für den Kauf und Verkauf, konkretisierte der Bundesfinanzhof (Az. IX R 45/99).

Diese Entscheidung kam einem Verkäufer zugute. Er hatte am 2. Juli 1992 ein Haus gekauft und beim Notar am 7. Juni 1994 den Vertrag für den Verkauf unterschrieben. Die damals geltende zweijährige (heute zehnjährige) Spekulationsfrist sei noch nicht vorbei, meinte das Finanzamt und berechnete dem Verkäufer einen Spekulationsgewinn.

Es hatte allerdings außer Acht gelassen, dass der neue Käufer den Kaufvertrag erst am 8. Juli 1994 endgültig notariell abgesegnet hatte. Zu diesem Zeitpunkt war die Spekulationsfrist vorbei. Als der Verkäufer seine Genehmigung am 8. Juli 1994 erteilte, wurde er endgültig wirtschaftlicher Eigentümer, vorher war der Vertrag noch in der Schwebe. Deshalb konnte das Finanzamt keinen Spekulationsgewinn berechnen.

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