Immobilienbesitzer können aufatmen. Verlangt das Finanzamt für Gewinne aus dem Verkauf einer nicht selbst genutzten Immobilie Steuern, obwohl die vor 1999 gültige zweijährige Spekulationsfrist vor Inkrafttreten der neuen zehnjährigen Spekulationsfrist bereits abgelaufen war, können sie mit einem Einspruch ihren Steuerbescheid offenhalten. Verbinden sie den Einspruch mit einem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung, sind bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung auch keine Steuern fällig. Die Finanzämter haben entsprechende Anweisungen erhalten.

Finanztest hatte in der Mai-Ausgabe berichtet, dass der Bundesfinanzhof (BFH) Zweifel an der rückwirkenden Verlängerung der Spekulationsfrist hat. Immobilienbesitzer sollten in ihren Einsprüchen an das Finanzamt das Aktenzeichen des BFH-Verfahrens angeben (Az. IX B 90/00). Einsprüche sind auf jeden Fall sinnvoll, Anträge auf Aussetzung der Vollziehung dagegen zweischneidig.

Geht das Musterverfahren negativ aus, muss man die offenen Steuern nachzahlen und obendrein für jeden Monat 0,5 Prozent Zinsen. Kommt die juristische Klärung drei Jahre nach Aussetzung der Vollziehung, kassiert das Finanzamt für 20.000 Mark Steuerschulden 3.600 Mark Zinsen. Ohne Aussetzung der Vollziehung sieht es dagegen keinen Pfennig extra. Endet das Verfahren positiv, dann muss das Finanzamt die erhaltenen Steuern samt 0,5 Prozent Zinsen im Monat zurückzahlen. Das sind sechs Prozent Rendite im Jahr.

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