Spekulationsfrist Meldung

Der Aktienkauf ist keine Privatsache. Das ­Finanzamt ist mit von der Partie, wenn Aktien binnen einem Jahr wieder verkauft werden.

Aktionäre haben künftig weniger Streit mit dem Finanzamt. Haben sie an mehreren Terminen Aktien desselben Unternehmens gekauft und einen Teil davon binnen einem Jahr wieder verkauft, dürfen sie die Gewinne oder Verluste für ihr Sammeldepot einfacher abrechnen. Dafür sorgt eine Änderung im Einkommensteuergesetz.

Künftig gilt, was englisch „First in – first out“ genannt wird: Die Aktien, die zuerst gekauft wurden, zählen als zuerst verkauft.

Kauft ein Anleger am 15. März 2005 100 X-Aktien und am 15. Juni 2005 noch mal 100 X-Aktien, kann er am 16. März 2006 100 X-Aktien steuerfrei verkaufen. Verkauft er am 16. März 2006 150 X-Aktien, muss er für die 50 Aktien Spekulationsgewinne oder -verluste wie folgt ermitteln:

Verkaufserlös der 50 X-Aktien am 16. Juni 2006
- Anschaffungskosten am 15. Juni 2005
= Spekulationsgewinn/-verlust
50% des Betrags sind steuerpflichtig

Versteuern müssen Anleger aber nur etwas, wenn ihr Gewinn insgesamt im Jahr die Freigrenze von 512 Euro überschreitet.

Tipp: Aufpassen müssen Aktionäre, die Spekulationsverluste oder -gewinne in andere Steuerjahre übertragen. Will ein Anleger 2 000 Euro Verlust aus 2004 mit 2 500 Euro steuerpflichtigem Gewinn aus 2003 verrechnen, ist strittig, ob der verbliebene Gewinn steuerfrei ist, weil er unter 512 Euro liegt. Will das Finanzamt die Freigrenze nicht rückwirkend anwenden, sollten Anleger Einspruch einlegen und Ruhen des Verfahrens beantragen. Der Bundesfinanzhof muss noch entscheiden (Az. IX R 13/03).

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