Speicherkarten und -stationen Test

Wer im Urlaub viel fotografiert, sollte eine zusätzliche Speicherkarte für seine Digitalkamera mitnehmen. Aber welche? 26 Speicherkarten sowie fünf mobile Datenspeicher mit Festplatte im Test.

Sommer, Sonne, Reisezeit – wichtigstes Stück im Reisegepäck neben Badehose, Handtuch und Sonnenöl ist die neu erworbene Digitalkamera. Schließlich soll die Urlaubsreise mit Bildern dokumentiert werden. Doch die mit aktu­el­len Digitalkameras verkauften Speicherkarten bieten oft nur wenig Platz. Auf eine Karte mit 16 Megabyte Fassungsvermö­gen passen bei guten Kameras oft nur 5 bis 10 Fotos – viel zu wenig für den kompletten Urlaub. Mehr Speicher muss her, aber welcher? Und zu welchem Preis?

Wir haben 26 Speicherkarten wichtiger Anbieter geprüft. Speichergröße je Karte: 256 Megabyte. Das reicht für rund 100 hochauflösende Bilder. Als Alternative für Vielfotografierer untersuchten wir zusätzlich fünf „Speicherstationen“: Kleine, tragbare Festplatten, die mehrere Tausend Fotos laden und zum Teil auf Farbdisplays anzeigen sowie im Einzelfall auch Videos abspielen. Das hat aber seinen Preis: Das günstigste Modell kostete 289 Euro.

Vier verschiedene Kartensysteme

Speicherkarten und -stationen Test

Karte statt Film: Speicherkarten von Digitalkameras sind viel zu schnell voll.

Als Speichermedien für Digitalfotos haben sich vier Kartensysteme durchge­setzt. Am häufigsten verwendet werden Karten vom Typ Secure Digital (SD). Sie dienen auch in immer mehr MP3-Spielern oder Handys als Datenspeicher. Etwas älter und von der Bauform her deutlich größer sind Compact-Flash-Karten (CF). Darüber hinaus gibt es noch die recht kleinen xD-Karten (Extreme Digital) sowie den von Sony entwickelten MS (Memory Stick). Wer nicht sicher ist, welchen Typ er für seine Kamera benötigt, kann die Speicherkarte mit den abgebildeten Beispielen vergleichen (siehe Produktlink in der Tabelle „Speicherkarten...“ bzw. im PDF Seite 56.

Robustheit und Geschwindigkeit

Speicherkarten und -stationen Test

Speicherstation im Rütteltest: Hier wird geprüft, wie die empfindliche Festplatte auf Erschütterungen reagiert.

Die Karten mussten im Test das tun, was sie auch im Urlaub erledigen sollten: Schnell, sicher und dauerhaft Fotos speichern – unter jeder Bedingung. Die kleinen Kunststoffvierecke sind hart im Nehmen. Selbst 24 Stunden bei Temperaturen zwischen arktischen minus 15 Grad und plus 85 Grad überstanden sie im Test klaglos. Nicht einmal Tropenklima mit 35 Grad bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit konnte ihnen etwas anhaben.

Einzig beim Flüssigkeitstest gab es kleinere Probleme. Alle Karten wurden mit ihren Kontakten in Wasser getaucht – kann ja schließlich im Urlaub auch passieren. Danach funktionierten je eine Compact-Flash- und eine xD-Karte nicht mehr. Allerdings auch nicht dauerhaft. Nach 20 Stunden Trocknen waren die gespeicherten Daten wieder lesbar. Es lohnt sich also, nass gewordene Karten eine Weile liegen zu lassen und dann einen erneuten Versuch zu starten.

Vom Lesen und Schreiben

Speicherkarten und -stationen Test

Falls der Anschluss zur Datenübertragung nicht passt, helfen Adapter. So können zum Beispiel xD-Karten über entsprechende Adapter ausgelesen werden.

Etwas deutlichere Unterschiede gab es bei der Transfergeschwindigkeit. Beim Lesen und Schreiben von Daten waren die geprüften SD-Karten im Schnitt schneller als ihre Konkurrenten. Am meisten Zeit benötigen xD-Karten zum Transferieren von Informationen. Dieser Vergleich der Gruppen hat für den Käufer einer Speicherkarte aber eher theoretischen Wert, da sich Karten unterschiedlicher Gruppen nicht austauschen lassen. Wer eine Kamera mit Memory Stick nutzt, kann nur Memory Sticks nachkaufen.

Doch auch innerhalb der einzelnen Systeme gab es für den Nutzer durchaus angenehme Überraschungen. Der Preis sagt zumindest bei den von uns geprüften Karten wenig über die Leistungsfähigkeit aus. Die günstigste SD-Karte (Hama SD, 25 Euro) konnte schneller ausgelesen werden als das teuerste geprüfte SD-Modell (Lexar SD High Speed, 37 Euro). Beim Schreiben ist die Hama deutlich schlechter, aber immer noch vergleichbar mit dem 35 Euro teuren Konkurrenten Agfa SD Ultra Performance. Der Kunde kann seine Karte also zumindest in Bezug auf die Transfergeschwindigkeit nach dem Preis kaufen. Auch Herstellerwerbung wie „Ultra Performance“, „High Speed“ oder Ähnliches garantiert keine hohen Übertragungsgeschwindigkeiten. Beim Einsatz in Digitalkameras werden Speicherkarten meist nicht voll gefordert – die Technik der Kamera ist oft langsamer als die der Karte. Anders wird das beim Betrieb als Datenträger für MP3-Musik. Wer häufig vom PC aus große Datenmengen wie etwa Musik auf der Karte speichern will, sollte sich bei der Nutzung von SD-Karten für ein schnelles Modell entscheiden. So lädt die 30 Euro teure Kingston Elite Pro High Speed in einer Sekunde etwa zwei MP3-Songs (6,18 Megabyte pro Sekunde). Langsamere Modelle schaffen dagegen höchstens die Hälfte (etwa 2,5 Megabyte pro Sekunde).

Die Leistungsunterschiede innerhalb der anderen im Test untersuchten Kartensysteme sind deutlich geringer. Besonders auffällig: Die geprüften xD-Karten hatten fast identische Transferraten, auch die Preise liegen näher beieinander als in den anderen Gruppen.

Dauertest

Bleibt noch die Frage nach der Lebensdauer. Wie oft können Daten geschrieben und wieder gelöscht werden? Je eine SD-, CF- und xD-Karte sowie ein Memory Stick mussten in den Dauertest: Alle hielten mehrere Zehntausend Schreib-Lösch-Zyklen durch. Eine High-Speed-Karte aus der SD-Gruppe war sogar nach 170 000 Zyklen noch voll einsetzbar.

Als Ergebnis des Speicherkarten-Tests können wir also das für den Käufer erfreuliche Fazit ziehen: Die von uns geprüften Speicherkarten sind robust und arbeiten zumindest in Digitalkameras auch ausreichend schnell. Wer keine ausführliche Anleitung benötigt, kann sich in allen Systemen die Karte weitgehend nach dem Preis aussuchen – hohe Preise garantieren keine hohen Leistungen. Wichtiger Hinweis für Nutzer von Memory Sticks: Achten Sie beim Kauf auf die richtige Bezeichnung. Es gibt drei verschiedene Formate, die nicht immer kompatibel sind. Neben den von uns geprüften Memory Sticks Pro sind Memory Sticks (ohne „Pro“) sowie Memory Stick Duos erhältlich.

Auf jeden der von test geprüften Datenträger lassen sich etwa 100 Bilder in hoher Auflösung speichern (256 Megabyte). Die Karten gibt es im Handel auch mit größerem Speicher. SD- oder CF-Produkte mit einem Gigabyte (1024 Megabyte) kosten derzeit in Sonderangeboten nur noch etwa 70 Euro – und die Preise sinken.

Mobile Speicherstationen

Für alle, die sehr viel und sehr häufig digital fotografieren wollen, bietet sich noch eine weitere Lösung: das Überspielen von Bildern auf externe Minifestplatten, die es ab etwa 280 Euro zu kaufen gibt. Verständlicherweise haben wir sie im Test weder in Wasser getaucht noch einem Falltest unterzogen. Tropenklima sowie leichtere Erschütterungen ertrugen sie allerdings ohne Probleme.

Das Übertragen von Bildern ist meist einfach. Wenn die Speicherkarte der Digitalkamera voll ist, wird sie in die Station gesteckt. Die kopiert die Bilddaten auf ihre Festplatte. Von dort aus können sie nach dem Urlaub in den Computer überspielt werden. Auf die kleinste Speicherstation des Tests, die Hama VSV-20 (20 Gigabyte) passen rund 8 000 hochauflösende Bilder, Jobo, Dip und Fujifilm speichern sogar bis zu 16 000 Fotos.

Musik und Videos

Als „einfacher“ Speicher hat uns der Fujifilm Photo Safe für den Preis von 289 Euro zumindest in der Handhabung gut gefallen: Speicherkarte aus der Kamera rausnehmen, ins Speichergerät stecken, einen Knopf drücken, fertig. Sein Akku war zwar schlechter als die Akkus der Konkurrenz, kann aber unterwegs immerhin 16-mal eine 512-Megabyte-Karte auslesen und auf die integrierte Festplatte überspielen. Das reicht für mehr als 3 000 Fotos.

Beim Hama für 450 Euro ist das Speichern von Daten ähnlich einfach. Doch während Fujifilm nur Fotos lädt, bietet der Hama noch ein Display, auf dem gespeicherte Bilddaten – egal ob Foto oder Video – angeschaut werden können. Und falls während des Urlaubs die Zeit lang wird: Der Hama Mobile Safe taugt auch für die musikalische Unterhaltung. Die auf Festplatte gespeicherten Musikdateien können bei Bedarf über zwei Kopfhörer zugleich angehört werden. Sowohl die mobile Speicherstation von Hama als auch die von Fujifilm lesen fast alle gängigen Kartenformate.

Mobile Speicherstationen sind damit vielseitiger und speicherstärker als die robusten Speicherkarten, aber auch deutlich teurer – und im Urlaubsgepäck natürlich auch viel schwerer ...

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