Weitere Probleme

Neben Karies oder einer Zahn­fleisch­entzündung gibt es weitere Probleme, die an Zähnen und Zahn­fleisch auftreten können. Bei den meisten gilt: Eine Behand­lung durch den Zahn­arzt ist ratsam – je eher, desto besser.

Aphthen. Die milchig-gelben, meist runden, offenen Stellen treten am Zahn­fleisch oder an der Mund­schleimhaut auf, an der Zungenspitze oder der Innenseite der Lippen. Sie sind harmlos, verursachen aber oft Schmerzen oder ein unangenehmes Brennen. Normaler­weise heilen Aphthen nach ein einigen Tagen voll­ständig wieder ab. Bei größeren Entzündungen dauert die Heilung meist ein bis zwei Wochen. Welche Ursachen eine Aphthe auslösen, ist nicht geklärt. Stress und ein geschwächtes Immun­system begüns­tigen die Entstehung aber offen­bar. Heilende Medikamente gibt es bislang nicht. Lokal betäubende Salben oder Gels können die Beschwerden jedoch lindern. Aphthen sind nicht anste­ckend.

Empfindliche Zahnhälse. Mit den Jahren zieht sich das Zahn­fleisch zurück und die Zahnhälse liegen frei. Ihnen fehlt der schützende Zahn­schmelz. Reize können daher leichter an das Zahnmark mit dem Zahn­nerv (Pulpa) gelangen. Ursache für den Zahn­fleisch­rück­gang sind neben dem Alter auch falsches Putzen, eine ungüns­tige Zahn­stellung, nächt­liches Knirschen oder eine schlechte kiefer­ortho­pädische Versorgung. Betroffene sollten mit ihrem Zahn­arzt sprechen und ihre Putzge­wohn­heiten ändern. Helfen können auch Spezialzahnpasten, die schonender reinigen und Wirk­stoffe enthalten, die die sensiblen Regionen weniger empfindlich machen.

Schiefe Zähne. Fast jedes zweite Kind in Deutsch­land unterzieht sich einer Behand­lung beim Kiefer­ortho­päden. Im Buch Kieferorthopädie der Stiftung Warentest erfahren Eltern, wann der richtige Zeit­punkt für die Behand­lung ist und welche Möglich­keiten der Korrektur es gibt.

Mund­geruch. Oft entsteht Mund­geruch durch Bakterien, die den Zungenrü­cken besiedeln. Aber auch Speisereste zwischen den Zähnen oder sogar Entzündungen, etwa in den Zahn­fleisch­taschen, können Mund­geruch verursachen. Mittel wie Sprays, Tabletten oder Kaugummis können den Mund­geruch nur unterdrücken, beseitigen aber nicht die Ursache. Anders wirken spezielle Zungenreiniger: Mit ihnen lassen sich Zungenbeläge entfernen, die häufig für den üblen Geruch verantwort­lich sind.

Pilz­infektionen. Unter Soor, einer Pilz­erkrankung mit weiß­lichem Belag auf der Mund­schleimhaut, leiden vor allem Klein­kinder häufig. Neugeborene und Säuglinge sind anfäl­liger für Pilz­infektionen, weil ihr Immun­system diese Erreger noch nicht ausreichend bekämpfen kann. Babys, die gestillt werden, können sich anste­cken, wenn die Mutter unbe­merkt eine Pilz­infektion an der Brust hat. Auch über nicht sorgfältig genug gereinigte Fläsch­chen können Pilz­infektionen über­tragen werden. Bei älteren Menschen tritt Soor meist aufgrund einer schlecht sitzenden Zahn­prothese auf. Häufig kommt dazu eine mangelnde Mund­hygiene. Die Behand­lung erfolgt mit Anti-Pilz­mitteln, die der Zahn­arzt verschreibt.

Schmerzen. Gründe für Zahn­schmerzen gibt es viele. Durch tief sitzende Karies kann beispiels­weise das lebende Zahnmark entzündet sein. Auch Fehlbelastungen der Zähne, etwa Knirschen, können Schmerzen verursachen. Grund­sätzlich gilt: Bei starken, anhaltenden sowie immer wieder­kehrenden Zahn­schmerzen sollten Betroffene zum Zahn­arzt gehen.

Zähne­knirschen. Stress und seelische Probleme sind häufige Ursachen für das nächt­liche Zähne­knirschen (Bruxismus). Abge­riebene Zähne, die sich im Extremfall sogar lockern können, können die Folge sein. Auch unter Schmerzen im Kiefergelenk, Schäden am Zahn­ersatz und Muskel­verspannungen im Hals- und Nacken­bereich können Zähne­knirscher leiden. Schutz bieten individuell ange­fertigte Knirsch­schienen, ähnlich dem Zahn­schutz eines Boxers, die jede Nacht getragen werden müssen. Manchen Patienten helfen auch aktive Entspannungs­übungen oder eine psycho­therapeutische Behand­lung.

Zahn­stein. Bleibt Zahnbelag längere Zeit ungestört am Zahn haften, nimmt er mineralische Bestand­teile des Speichels auf und wird hart – Zahn­stein ist entstanden. Er tritt besonders dort auf, wo viel Speichel hingelangt, etwa an der Innenseite der Schneidezähne. Gegen Zahn­stein kommt die Zahnbürste nicht an, er muss regel­mäßig vom Zahn­arzt entfernt werden.

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