Zahn­ersatz auf Kassen­kosten

Special Zähne Special

Viele Zahnbe­hand­lungen sind Kassen­leistung. Doch beim Zahn­ersatz gibt es nur pauschale Fest­zuschüsse. Die restlichen Kosten muss der Patient tragen. Das kann teuer werden – vor allem, wenn jemand höher­wertigen Zahn­ersatz wünscht. Die wichtigsten Rege­lungen in Kürze.

Vorsorge

Kinder bis zum sechsten Lebens­jahr haben Anspruch auf insgesamt drei kostenlose Früh­erkennungs­unter­suchungen. Zwischen diesen sollten mindestens zwölf Monate liegen. Nach dem sechsten und bis zum 18. Lebens­jahr können sie sich alle sechs Monate auf Kassen­kosten vom Zahn­arzt unter­suchen lassen. Bei diesen Behand­lungen werden – wenn nötig – die Kauf­lächen mit einer dünnen Kunst­stoff­schicht versiegelt und die Zähne mit einem fluoridhaltigen Lack/Gel bestrichen, um sie gegen Karies zu schützen. Erwachsene haben ebenfalls Anspruch auf eine kostenlose Kontroll­unter­suchung alle sechs Monate. Dokumentiert werden die Unter­suchungen dann im Bonus­heft ab dem 12. Lebens­jahr (siehe auch Zahnarztkosten verringern).

Zahnbe­hand­lungen

Für manche Behand­lungen zahlen Kassenpatienten ebenfalls nichts. Das gilt etwa für das Entfernen von Karies und das Füllen der dadurch entstandenen Löcher, Wurzelkanalbe­hand­lungen oder das Ziehen von Zähnen. Auch die Entfernung von Zahn­stein einmal im Jahr ist Kassen­leistung. Versicherte haben allerdings nur Anspruch auf Füllungen aus dem jeweils preis­wertesten Material. Die Kasse zahlt also etwa für Kunststoffüllungen nur im sicht­baren Bereich. Wer sich bei größeren Löchern für ein Inlay entscheidet, muss ebenfalls einen Teil der Kosten selbst über­nehmen. Die Kasse zahlt dann nur den Betrag, den sie für die preisgüns­tigste Füllung in der gleichen Größe zahlen würde.

Zahn­ersatz

Die Krankenkasse zahlt für Zahn­ersatz einen Fest­zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten, die Kassen und Zahn­ärzteschaft für eine einfache Regel­versorgung fest­gelegt haben – etwa für eine Brücke aus einer Metall­legierung ohne Gold­anteil. Die restlichen Kosten muss der Versicherte tragen. Mit einem lückenlos geführten Bonus­heft erhöht sich der Zuschuss: Wer fünf Jahre lang zur Vorsorge beim Zahn­arzt war, erhält ab dem sechsten Jahr einen Zuschuss von 60 Prozent. Nach zehn Jahren regel­mäßiger Vorsorge sind es 65 Prozent, die Versicherte von ihrer Krankenkasse als Zuschuss bekommen. Das ist allerdings auch das Maximum - selbst wenn jemand 20 Jahre regel­mäßig zur Vorsorge geht. Eine Extra­regelung gibt es für Versicherte, die im Monat nicht mehr als derzeit 1 106 Euro brutto einnehmen oder Sozial­leistungen wie Hartz IV oder Bafög beziehen. In diesen Fällen über­nimmt die Kasse die Regel­versorgung komplett.

Tipp: Liegen Sie gering­fügig über dieser Einkommens­grenze, zahlt die Kasse ebenfalls mehr als den normalen Fest­zuschuss. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach und lassen Sie sich den genauen Betrag ausrechnen.

Mehr­kosten für Zahn­ersatz

Neben der Regel­versorgung haben Patienten auch die Möglich­keit, hoch­wertigere Materialien für den Zahn­ersatz zu wählen. Sie können sich auch für eine komplett andere Versorgung, etwa ein Implantat anstelle einer Brücke entscheiden. Der Kassen­zuschuss bleibt aber gleich, auch wenn der Zahn­ersatz viel teurer ist. Die Mehr­kosten muss der Patient privat bezahlen. Und das kann teuer werden. Denn Zahn­ärzte dürfen für Zusatz­leistungen höhere Honorare kassieren. Im Unterschied zur Regel­versorgung ist dem Zahn­arzt nämlich von der Kasse nicht vorgeschrieben, was er für die besondere Versorgung verlangt. Die Abrechnung erfolgt nach der privaten Gebühren­ordnung für Zahn­ärzte (GOZ). Je nach Schwierig­keits­grad der Behand­lung rechnen die Zahn­ärzte höhere Sätze ab. Der 2,3-fache Satz entspricht dem durch­schnitt­lichen Schwierig­keits­grad. Zahn­ärzte können aber auch leicht bis zum 3,5-fachen Satz gehen - und nach schriftlicher Vereinbarung mit dem Patienten sogar darüber hinaus.

Tipp: Alles rund ums Thema finden Sie im Artikel Zahnersatz: Was wirklich zählt (test 07/2014).

Dieser Artikel ist hilfreich. 4026 Nutzer finden das hilfreich.