So ist mein Kind gut versichert

Zu einem finanziellen Fiasko können vor allem zwei schwerwiegende Ereig­nisse führen: Zahlungs­verpflichtungen nach Haft­pflicht­ansprüchen sowie der Ausfall des Einkommens durch Krankheit oder Unfall. Daran sollten insbesondere Eltern denken – und das nicht erst bei Einschulung ihrer Kinder.

Haft­pflicht­schutz auf Platz eins

Obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben, ist der Abschluss einer Privathaft­pflicht­versicherung ein Muss für jedermann. Wer einen großen Schaden verursacht, haftet voll dafür, auch wenn keine Absicht vorlag. Die private Haft­pflicht­versicherung schützt ihn vor unbe­rechtigten Ansprüchen und gleicht berechtigte Ansprüche aus. Sehr gute Policen gibt es schon ab 48 Euro im Jahr. Kinder sind bis zum Ende ihrer ersten Ausbildung mitversichert. Zum Test Haftpflichtversicherungen.

Wichtiger Todes­fall­schutz

Für den Fall, dass ein Eltern­teil stirbt, sollte die Familie über Risiko­lebensver­sicherungen für Mutter und Vater finanziell abge­sichert sein. Je nach Bedarf oder Beitrag des Eltern­teils zum Familien­einkommen können unterschiedlich hohe Versicherungs­summen gewählt werden. Bei einer Summe von 250 000 Euro zahlten 35-jährige Verwaltungs­fach­angestellte, die nicht rauchen, ab 176 Euro Beitrag im Jahr. Es gilt: Je höher das Lebens­alter, desto höher das Todes­fall­risiko und umso teurer der Schutz. Zum Test Risikolebensversicherung.

Berufs­unfähigkeit absichern

Eltern sollten auch dafür sorgen, dass ausreichend Geld da ist, wenn einer von ihnen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Mit einer Berufs­unfähigkeitsver­siche­rung lässt sich dieses Risiko versichern. Der Schutz ist sehr zu empfehlen. Denn im Fall einer dauer­haften Erwerbs­unfähigkeit, zum Beispiel wegen psychischer Probleme oder eines kaputten Rückens, zahlt die gesetzliche Renten­versicherung zwar eine Erwerbs­minderungs­rente – doch diese reicht kaum aus, um den Lebens­stan­dard zu­ sichern. Für die Familie entsteht eine schwierige Situation, die vermieden werden kann. Zum Test Berufsunfähigkeitsversicherung.

Alternativen bei Vorerkrankungen

Auch beim Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung gilt: Je jünger ein Interes­sent, desto einfacher ist es für ihn, einen guten Vertrag zu bekommen. Außerdem stellen Versicherer bei Antragstel­lung Fragen zum Gesund­heits­zustand. Eine Vorerkrankung kann dazu führen, dass der Schutz einge­schränkt oder sogar ganz ausgeschlossen wird. Dann sollten Verbraucher auf Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung zurück­greifen, wie eine Erwerbs­unfähigkeits- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung. Eine private Unfallversicherung hilft, die finanziellen Folgen eines Unfalls abzu­mildern.

Invaliditäts­schutz für Kinder

Eltern, die das dafür nötige Geld zur Verfügung haben, sollten zur Absicherung ihres Nach­wuchses eine Kinder­invaliditäts­versicherung statt einer Unfall­versicherung wählen. Sie bietet umfassenderen Schutz — nicht nur bei Unfall, sondern auch bei schwerer Krankheit. Diese ist viel häufiger Ur­sache für eine Schwerbehin­derung. Eine lebens­lange Rente und eine Kapitalzahlung sind dabei am besten geeignet. Ein mit gut bewertetes Angebot mit Renten- und Kapitalzahlung gab es im Test Kinderinvaliditätsversicherung ab 420 Euro im Jahr. Tarife mit Rente ohne Einmalzahlung lagen zwischen 130 und 478 Euro. Angebote mit einmaliger Geldzahlung und ohne Rente decken lediglich erhöhte Ausgaben in den ersten Jahren.

Auslands­reisekranken­versicherung

Für Urlaubs­reisen ins Ausland sollten Familien unbe­dingt eine Auslands­reisekranken­versicherung abschließen, am besten gleich als Jahres­vertrag. Dann sind alle Urlaube im Jahr versichert. Der Schutz der gesetzlichen Krankenkasse reicht im Ausland nie, denn die Kosten eines möglicher­weise notwendigen Rück­trans­ports im Krank­heits­fall sind nie abge­deckt. Auch bei der privaten Kranken­versicherung kann das so sein. Dann ist eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung nötig. Sehr gute Tarife für Familien gibt es schon ab 17,80 Euro Jahres­beitrag.

Welche Policen noch?

Weitere Versicherungen brauchen Eltern nicht – jedenfalls nicht nur, weil sie Eltern sind. Sinn­voll sind aber natürlich eine Wohngebäudeversicherung, wenn die Familie eine eigene Immobilie besitzt. Auch eine Hausrat­versicherung empfiehlt sich, sobald der Hausrat einen gewissen Wert erreicht hat. Zum Test Hausratversicherung.

Diese Versicherungen sind unnötig

Ausbildungs­versicherungen, mit denen sich Versicherungs­vertreter kurz nach der Geburt an stolze Eltern wenden, sind dagegen keine gute Idee. Meist handelt es sich um kapital­bildende Lebens- oder Renten­versicherungen, häufig mit Fonds­investment, die viel zu hohe Kosten haben. Aus demselben Grund eignen sich auch Unfall­versicherungen mit angehängtem Sparplan nicht.

Geld anlegen für später

Sparen für Kinder sollte nicht mit Versicherungen vermengt werden. Infrage kommen Sparbücher, wie sie beispiels­weise Wohnungs­genossenschaften anbieten. Siehe dazu unser Special Geldanlage für Kinder: Attraktive Angebote von Festgeld bis Fondssparplan.

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