Diese Impfungen sind wichtig

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Tun kurz weh, schützen aber oft ein Leben lang: Impfungen.

Mit dem Schul­eintritt beginnt ein neuer Lebens­abschnitt fürs Kind. Wie in der Kita kommen auch im Klassen­zimmer viele Kinder auf engem Raum zusammen – leichtes Spiel für Krank­heits­erreger. Vor manchen Krankheiten schützen Impfungen, die sich vor Schul­eintritt noch nach­holen oder auffrischen lassen.

Impfen: Schutz für Schul­anfänger

Die Palette an Impfungen ist lang: 13 Stan­dard­impfungen für Kinder empfiehlt die zuständige Ständige Impfkommission (Stiko) zurzeit. Die Krankenkassen erstatten die Kosten. Allerdings fragen sich manche Eltern: Muss das alles sein? Um bei der persönlichen Abwägung zu helfen, haben Experten der Stiftung Warentest 2012 Daten zu Krankheiten und Impfungen gesichtet und im Herbst 2015 aktualisiert. Demnach sind die meisten offiziell empfohlenen Kinder­impfungen sinn­voll. Viele finden regulär bereits in den ersten Lebens­monaten statt – lassen sich aber gegebenenfalls vor Schul­eintritt nach­holen oder sollten aufgefrischt werden.

Masern, Mumps, Röteln

Riskanter als ihr Ruf. Wer diese hoch­anste­ckenden Krankheiten noch nicht hatte und nicht dagegen geimpft ist, erkrankt bei Kontakt mit den Erregern so gut wie immer. Die Leiden sind viel riskanter als ihr Ruf. Besonders gefürchtet: lebens­bedrohliche Gehirn­entzündungen durch Masern. Röteln können Ungeborene schwer schädigen – etwa wenn ungeimpfte Kinder ihre ungeimpfte schwangere Mutter anste­cken. Als mögliche Folge der Mumps bei Jungen drohen Hoden­entzündungen, die sogar unfrucht­bar machen können.

Gruppen­schutz durch hohe Impf­quoten. Die Impfungen verursachen äußerst selten ernste Komplikationen und sind lang erprobt. Hohe Impf­quoten bei Jungen und Mädchen bieten Gruppen­schutz – auch für Kinder, die etwa wegen einer Immun­schwäche selbst nicht geimpft werden dürfen. Es gibt die Masern-Mumps-Röteln-Impfung in einer Spritze – regulär ungefähr zum ersten Geburts­tag. Sie lässt sich aber vor Schul­eintritt nach­holen. Wichtig: Ungefähr ein Jahr später sollte eine zweite Impfung statt­finden. Im ersten Anlauf schlägt der Schutz nicht bei allen Kindern an.

Masern in der Schule. Der große Masern­ausbruch 2015 hat die Politik sensibilisiert. Laut dem im Juni 2015 beschlossenen und inzwischen in Kraft getretenen Präventions­gesetz können Behörden beim Auftreten von Masern in einer Gemein­schafts­einrichtung, zum Beispiel Schule und Hort, nicht geimpfte Kinder vorüber­gehend ausschließen.

Tetanus, Diph­therie, Keuchhusten

Tödliche Gefahr. Tetanus und Diph­therie kommen in Deutsch­land selten vor – können aber trotz intensiv-medizi­nischer Versorgung tödlich enden, weil die Erreger gefähr­liche Gifte freisetzen. Keuchhusten verursacht lang­wierige quälende Husten­anfälle. Zudem infizieren Patienten leicht Neugeborene, etwa Geschwisterchen, die noch nicht geimpft werden dürfen – und bei denen Keuchhusten tödlich enden kann.

Impfung im Säuglings­alter. Regulär findet die Impfung gegen Keuchhusten sowie gegen Tetanus und Diph­therie ab einem Alter von zwei Monaten statt und ist ungefähr zum Schul­anfang sowie im Alter von neun bis 17 Jahren aufzufrischen. Bisher ungeimpfte Kinder bekommen eine Grund­immunisierung mit vier Dosen.

Verschiedene Mehrfach­impfungen. Eventuell erhalten Kinder zudem nach Absprache mit dem Kinder­arzt Schutz gegen Polio (Kinder­lähmung) und Hepatitis B. Es gibt entsprechende Drei-, Vier- und Fünf­fach­impf­stoffe in einer Spritze. Ein Sechs­fach-Impf­stoff zusätzlich gegen Hib (kurz für Haemophilus influenzae Typ B) ist vor Schul­eintritt in der Regel nicht nötig, weil dieser Erreger vor allem kleinen Kindern schadet.

Welche Impfungen Schul­anfänger nicht brauchen

Rotaviren, Pneumokokken, Meningokokken sind vor allem für kleine Kinder gefähr­lich. Schul­anfänger brauchen verpasste Impfungen nicht nach­zuholen. Eine weitere offizielle Empfehlung ist laut Einschät­zung der Experten der Stiftung Warentest problematisch: die Impfung gegen Wind­pocken. Ein Grund: Die Häufig­keit und Schwere von Gürtelrosen, einer möglichen Lang­zeit­folge von Wind­pocken, könnte sich erhöhen, wenn Erwachsene aufgrund hoher Impf­raten selten mit erkrankten Kindern in Kontakt kommen. Genauere Infos der Stiftung Warentest zu den einzelnen Impfungen und Empfehlungen finden Sie im Themenpaket Impfen.

Wichtig: Betrachten Sie die Informationen als grund­sätzliche Hilfe. Die individuelle Entscheidung hängt vom Gesund­heits­zustand des Kindes ab und ist mit dem Arzt zu treffen. So sind Impfungen bei immun­geschwächten und chro­nisch kranken Kindern genau abzu­wägen. Wenn Sie dem Arzt den Impf­pass des Kindes zeigen, kann er über­prüfen, welcher Schutz bereits vorhanden ist und welcher nicht.

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