Sparzinsen Meldung

Die Umlaufrendite spiegelt das allgemeine Zinsniveau wider. Abgebildet ist der Verlauf der Umlaufrendite für Bankschuldverschreibungen. Daran soll sich der Sparzins von Prämiensparverträgen orientieren, sagen Experten. Passiert das nicht, haben Sparer Anspruch auf Zinsnachschlag.

Umlaufrenditen von festverzinslichen Wertpapieren sind ein wichtiger Maßstab für Anleger. Denn sie geben die durchschnittliche Rendite von Papieren mit bestimmten Laufzeiten wieder oder aber den durchschnittlichen Ertrag von unterschiedlichen Wertpapierarten wie öffentlichen Anleihen oder Bankschuldverschreibungen. Die Umlaufrenditen werden börsentäglich von der Deutschen Bundesbank berechnet und unter anderem im Internet veröffentlicht.

In der Grafik zeigen wir die durchschnittlichen Renditen von Bankschuldverschreibungen der letzten 15 Jahre. Diese Umlaufrendite ist nach Meinung von Verbraucherschützern ein geeigneter Maßstab dafür, ob Banken bei langlaufenden Sparplänen mit variabler Verzinsung die Zinsen fair angepasst haben. Erst kürzlich hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Banken die Sparzinsen bei langfristigen Ratensparverträgen, die zusätzliche Sparprämien bieten, an einem klaren Maßstab orientieren müssen.

Sparer können einen Zinsnachschlag verlangen, wenn sich der Sparzins im Verhältnis zur Umlaufrendite für sie ungünstig entwickelt hat.

Beispiel: Ein Ratensparer hat im Januar 1999 bei einer Umlaufrendite von 3,6 Prozent einen Sparvertrag mit 1,5 Prozent Zinsen abgeschlossen. Die Spanne zwischen Umlaufrendite und Zins betrug zu diesem Zeitpunkt 2,1 Prozent. Genau zwei Jahre später lag die Umlaufrendite bei 5,1 Prozent. Weil die Umlaufrendite gestiegen war, konnte die Bank das Sparergeld besser anlegen.

Hat die Bank in den zwei Jahren den Sparzins bei 1,5 Prozent gelassen, ist die Zinsspanne von 2,1 auf 3,6 Prozent zum Nachteil des Sparers größer geworden.

Die Bank konnte in den zwei Jahren mit dem Geld des Kunden mehr verdienen, hat dieses Plus aber nicht an ihn weitergegeben.

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