Festgeld und Fonds – zweifelhafte Mischung

Fast alle Banken bieten ihren Kunden verblüffend hohe Festgeldzinsen – wenn sie gleichzeitig Fonds kaufen. Finanztest hält nichts davon.

Wenn Banken mit besonders hohen Festgeldzinsen locken, handelt es sich oft um Kombiangebote: Nur wenn der Kunde gleichzeitig einen weiteren Betrag in Investmentfonds anlegt, erhält er den befristeten Superzins aufs Festgeld.

Investitionen in Aktienfonds sind vor allem für Langfristanleger absolut zu empfehlen. Doch Anleger sollten sich nicht von ihrer Bank gängeln und in bestimmte Produkte drängen lassen.

Bei den meisten Kombiangeboten gibt es nur wenige Fonds zur Auswahl und in der Regel bezahlen Kunden den vollen Ausgabeaufschlag, bei Aktienfonds um die 5 Prozent.

Dieselben Fonds können Anleger bei Fondsvermittlern oder über eine Börse viel billiger oder gar ohne zusätzliche Kosten bekommen.

Zwiespältig ist das Angebot der comdirect: In ihrem fest & fonds-Paket gibt es neben einem Festgeld zu 7 Prozent für sechs Monate eine Auswahl von zehn Fonds zu halbiertem Ausgabeaufschlag. Ein anderes Angebot der Bank („Fonds-Diamanten“) enthält dagegen einige von Finanztest gut bewertete Fonds sogar ganz ohne Ausgabeaufschlag. Kombiangebote lohnen sich allenfalls für Anleger, die den Fonds ohnehin kaufen wollen und den höheren Festgeldzins mitnehmen. Sie sollten aber nachrechnen, ob nicht der Ausgabeaufschlag den Zinsvorteil auffrisst.

Tipp: Rund 6 000 Fonds im Test bietet das Spezialheft Geldanlage mit Investmentfonds.

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