Sparziel 100 000 Euro

So haben wir gerechnet

20.04.2021
Inhalt

Unter­suchung

Wir haben untersucht, wie viel man in der Vergangenheit sparen musste, um ein Vermögen von 100 000 Euro aufzubauen. Wir betrachteten fünf verschiedene Portfolio­mischungen (0 Prozent, 25 Prozent, 50 Prozent, 75 Prozent und 100 Prozent Aktien) und drei verschiedenen Sparformen (Einmal­anlage, Sparplan, Kombination aus Einmal­anlage und Sparplan).

Sparziele

Für alle rollierenden Zeiträume über 10, 20 und 30 Jahre haben wir jeweils berechnet, mit welchen Sparsummen die 100 000 Euro im besten Fall, im schlechtesten Fall und in 50 Prozent aller Fälle erreicht wurden. Die Sparsumme im schlechtesten Fall führte in der Vergangenheit dazu, dass ein Anleger zum Ende der Spardauer mindestens 100 000 Euro im Depot hatte. Die Sparsumme im besten Fall führte dazu, dass der Anleger höchs­tens 100 000 Euro im Depot hatte. Der Durch­schnitts­wert (Median) führte dazu, dass in 50 Prozent aller Fälle mindestens 100 000 Euro im Depot waren.

Für jeden rollierenden 10-, 20 und 30-Jahres­zeitraum haben wir zudem untersucht, ob das Sparziel 100 000 Euro eventuell vorzeitig mit einer geringeren Sparsumme erreicht werden konnte. Den Betrag, der im schlechtesten Fall inner­halb der Spardauer zu 100 000 Euro führte, geben wir in den Tabellen unter dem Sparziel „Genau 100 000 Euro“ an.

Anla­geklassen

Für die historischen Simulationen verwendeten wir die Monats­endwerte des MSCI World Total Return Index in Euro. Die Quelle war Thomson Reuters Datastream. Da Anleger in einen Index nur indirekt über einen ETF investieren können, berück­sichtigten wir ETF-typische Kosten von 0,5 Prozent pro Jahr. Fürs Tages­geld unterstellten wir 0 Prozent Zinsen.

Zeiträume

Der Unter­suchungs­zeitraum vom 31. Dezember 1969 bis zum 31. Dezember 2020 bestand aus 612 Monaten. Wir haben monatlich rollierend alle Teil-Zeiträume untersucht, die mindestens zwölf Monate lang waren. Daraus ergibt sich eine Gesamt­anzahl von 180 901 Zeiträumen. In der Veröffent­lichung zeigen wir die Ergeb­nisse für 10-, 20– sowie 30-Jahres­zeiträume.

Depot­verläufe

Für jeden Unter­zeitraum haben wir Einmal­anlagen, Sparpläne sowie vier Kombinationen aus Einmal­anlage und Sparplänen untersucht, und dies jeweils für fünf verschiedene Portfolio­mischungen mit Aktienquoten von 0, 25, 50, 75 und 100 Prozent. Daraus ergeben sich 5 427 030 verschiedene Depot­verläufe. Bei den Kombinationen von Einmal­anlage und Sparplänen betrachteten wir Anfangs­vermögen von 5 000, 10 000, 20 000 und 50 000 Euro.

Handels­kosten

Wir berück­sichtigten Handels­kosten, die beim Kauf die Rendite schmälern. Für die Einmal­anlage haben wir für den Aktien­anteil im Depot mit 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Handels­volumens gerechnet. Bei Sparplänen unterstellten wir beim Aktien-ETF Kosten in Höhe von 1,5 Prozent der Sparplanrate. Diese Kosten entsprechen jeweils den durch­schnitt­lich anfallenden Online­kosten. Sofern relevant, haben wir auch bei Entnahme­plänen mit Kosten in gleicher Höhe wie beim Sparplan gerechnet.

Steuern

Wir haben näherungs­weise die Sparbeiträge unter Berück­sichtigung der Steuern berechnet. Dazu haben wir folgende Annahmen getroffen:

  • Die Vorsteuerrendite pro Jahr beträgt konstant 6 Prozent.
  • Die Dividendenrendite pro Jahr liegt bei 2 Prozent.
  • Die Dividendenrendite ist immer größer als der Basiszins.
  • Der Aktien-ETF ist ausschüttend.
  • Die Teilfrei­stellung beim Aktien-ETF beträgt 70 Prozent. Somit wird ein Teil der Dividenden in aufgeschobene Kapitalgewinne umge­wandelt. Der Anteil der Dividenden an der monatlichen Vorsteuerrendite liegt also bei 26.8 Prozent.
  • Fonds­anteile werde bis zum Laufzeit­ende gehalten, es gibt während der Lauf­zeit keine realisierten Kurs­gewinne.
  • Es gibt keine Zins­erträge.
  • Die Steuersätze für Dividenden und Kurs­gewinne liegen bei 26,375 Prozent (Abgeltung­steuer plus Soli-Beitrag).

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Finanztest 05/2021

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20.04.2021
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