Sparpläne auf börsen­gehandelte Fonds Test

Seit kurzem gibt es Sparpläne auf börsen­gehandelte Fonds, die einen Index nach­bilden. Sparer können sie bequem per Internet ordern.

Sparpläne auf börsen­gehandelte Indexfonds sind für Ratensparer eine ideale Anlage. Diese ETFs (exchange traded funds) bilden schlicht einen Index wie den Dax, den Euro Stoxx 50 oder den MSCI World nach. Ihre Wert­entwick­lung hängt allein vom Index ab und anders als für aktiv gemanagte Fonds fallen kaum Kosten an.

ETF brauchen keinen bezahlten Manager, der versucht, den Index zu schlagen. Auch ein Ausgabe­aufschlag für Vertriebs­kosten, der für einen aktiv gemanagten Aktienfonds meist 5 Prozent der Kauf­summe beträgt, fällt nicht an.

Wohl deshalb sind ETF-Sparpläne nur schwer zu kriegen. Die aktuelle Unter­suchung von Finanztest hat ergeben, dass bundes­weit nur sechs Direkt­banken und zwei Fonds­banken ETF-Sparpläne anbieten. Bei Filial­banken gibt es diese kostengüns­tigen Sparpläne nicht, weil die Banken daran kaum verdienen.

Abschluss übers Internet

Sparer, die einen ETF-Fonds­sparplan abschließen wollen, können das über das Internet tun, indem sie ein Onlinedepot bei einer der Banken aus unserem Test eröffnen. Alle Anbieter von ETF-Sparplänen bieten außerdem auch aktiv gemanagte Fonds an.

Depot­gebühren und Trans­aktions­kosten sind bei Online­banken meist viel güns­tiger als bei Filial­banken. Außerdem gibt es oft Rabatt auf den Ausgabe­aufschlag für gemanagte Fonds. Ein Depot bei einer Direkt­bank ist deshalb auch für aktiv gemanagte Fonds zu empfehlen.

Geringe Kosten für ETF-Sparpläne

Die güns­tigsten Angebote für einen Sparer, der zum Beispiel 100 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan einzahlt, gibt es bei der comdirect bank und bei Cortal Consors. Bei beiden kostet der Kauf von zwölf Fonds­anteilen à 100 Euro nur 18 Euro pro Jahr.

Noch güns­tiger kommen Kunden der DAB Bank weg, wenn sie sich für eine vierteljähr­liche Rate von 300 Euro entscheiden. Sie zahlen nur 13 Euro im Jahr.

Manche Fonds gibt es sogar kostenlos: die DAB Bank bietet zum Beispiel in Zusammen­arbeit mit der Deutschen Bank 78 ETF von db-x-trackers ohne Trans­aktions­kosten an. Anleger finden dort zum Beispiel auch den ETF-Fonds db x-trackers MSCI World, der dem welt­weiten Aktien­index MSCI World folgt und sich gut als Basis­anlage eignet.

Vorsicht mit kleinen Raten

Sparer, die kleine Raten einzahlen, müssen bei kosten­pflichtigen Sparplänen besonders aufpassen. Für eine Monats­rate von 50 Euro zahlen sie zum Beispiel bei maxblue, dem Onlinebroker der Deutschen Bank, jedes Mal eine Provision von 2,50 Euro plus 0,4 Prozent der Kauf­summe, also plus 20 Cent. Das toppt sogar den Ausgabe­aufschlag von 5 Prozent für aktiv gemanagte Fonds.

Auch Anleger der DAB Bank sollten auf die Höhe ihrer Rate achten. Ökonomisch vernünftig handeln sie, wenn sie vierteljähr­lich statt monatlich einzahlen und zugleich ihre Sparrate verdreifachen.

Die Bank verlangt nämlich von Anlegern, die 100 Euro im Monat sparen, eine Provision in Höhe von 2,8 Prozent oder 2,75 Euro pro Monat. Das sind 33 Euro im Jahr.

Spart derselbe Anleger vierteljähr­lich 300 Euro, sinkt die Provision auf 1,1 Prozent der Anlagesumme oder 3,25 Euro im Viertel­jahr. Er zahlt so für seine Sparsumme von 1 200 Euro nur 13 Euro im Jahr und spart 20 Euro.

Rabatte für aktiv gemanagte Fonds

Die Wert­entwick­lung von Indexfonds folgt immer dem Index. Aktiv gemanagte Fonds dagegen können dem Anleger eine Rendite bescheren, die den Index über­trifft. Dafür müssen Anleger aber auch etwas Zeit investieren, um die Entwick­lung ihres Fonds im Markt zu beob­achten. Nur so können sie recht­zeitig ein erfolg­loses Management erkennen und einen schlecht laufenden Fonds notfalls schnell abstoßen.

Aber auch die Rendite für Sparpläne von aktiv gemanagten Fonds hängt zum Teil von den Kosten ab. Die Provisionen sind vor allem bei Filial­banken hoch.

Damit sich ein Sparplan lohnt, sollten Anleger ein kostenloses Depot bei einer Direkt­bank nutzen und auf den Ausgabe­aufschlag beim Fonds­kauf achten. Er beträgt meist 5 Prozent der Kauf­summe. In unserem Test gewähren die Anbieter auf zahlreiche Fonds Rabatte. Die sollten Anleger unbe­dingt nutzen, wenn die Rendite stimmen soll.

Große Fonds­auswahl bei ebase

Für breit­aufgestellte Anleger, die sowohl Sparpläne auf Indexfonds als auch aktiv gemanagte Fonds in ihrem Depot haben wollen, ist das Angebot von ebase attraktiv. Bei ebase, einer Tochter der comdirect bank, ist die Fonds­auswahl für Sparpläne besonders groß. Anleger wählen unter 186 ETF und mehr als 5 000 aktiv gemanagten Fonds.

An Trans­aktions­kosten für ETF-Sparpläne zahlen Sparer nur 3 Euro pro Jahr – egal ob sie nun monatlich 100 Euro oder vierteljähr­lich 300 Euro anlegen.

Allerdings verlangt ebase mit 36 Euro im Jahr eine hohe Depot­gebühr. Nicht jeder Anleger muss diese Gebühr zahlen. In manchen Fällen über­nimmt die Kosten der Vermittler, den Anleger brauchen, wenn sie bei ebase oder der Augs­burger Aktien­bank ein Depot eröffnen wollen. Liegen im ebase-Depot aktiv gemanagte Fonds im Wert von 25 000 Euro, über­nimmt zum Beispiel der Vermittler AAV (AAV@Fonds­vermitt­lung.de) die Gebühr.

Einen Vermittler, der für sie ein Depot bei ebase anmeldet, finden Anleger im Internet. Das Depot wird frei­geschaltet, sobald sie sich in einer Post­filiale mit dem Post-Ident-Verfahren ausgewiesen haben.

Vier bieten sogar Auszahl­pläne

Wenn es irgend­wann vom Sparen mit Fonds ans Auszahlen geht, können die Kunden von vier Banken sogar dafür einen Plan abschließen. Neben ebase und Augs­burger Aktien­bank bieten die DAB Bank und S-Broker einen Auszahl­plan an.

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