Sparpläne: Strategien im Vergleich: Röntgenblick

Mit zwei Finanztest-Strategien können Anleger getrost in Aktienfonds sparen. Für die einen ist die Kombination mit dem Banksparplan besser, für andere der Fondssparplan mit Risikoschutz.

Ohne Risiko keine überdurchschnittliche Rendite. Diese Anlegerweisheit sollte jeder nach den Simulationsrechnungen von Finanztest noch einmal kritisch überdenken. Denn die Untersuchung von jeweils theoretischen 100 000 Sparplanverläufen hat ergeben: Mit der richtigen Strategie kann der Anleger sein Verlustrisiko senken, ohne dafür große Renditeeinbußen zu erleiden. Das gilt jedenfalls für Laufzeiten ab 15 Jahren.

Die höchsten Renditen lassen Aktienfondssparpläne ohne Absicherung erwarten. Anleger können bei Laufzeiten von 20 Jahren auf eine Rendite von durchschnittlich 10,3 Prozent pro Jahr hoffen. Anlegern, die sich für „Fondssparen mit Risikoschutz“ entscheiden, winken für die gleiche Laufzeit durchschnittliche Renditen von jährlich 10,1 Prozent.

Für eine Absicherung des Fondsdepots muss der Anleger also nur auf­­­­­­­ ­0,2 Prozent seiner jährlichen Rendite­chance verzichten. Dieser Ertragseinbuße steht ein wesentlich geringeres Risiko gegenüber. Während bei gleicher Laufzeit fast jeder 27. ungeschütze Fondssparplan mit einem Verlust endete, war es beim Fondssparen mit Risikoschutz nur jeder 431.

Fondssparen mit Absicherung

Bei einer Laufzeit von 15 Jahren liegt das Risiko, sein eingesetzes Kapital nicht in voller Höhe wiederzusehen, beim Fondssparen mit Risikoschutz immer noch deutlich niedriger als beim Fondssparen ohne Absicherung. Die Wahrscheinlichkeit eines Minus liegt bei rund 0,3 Prozent. Jeder 306. Sparplan kann mit Verlusten enden. Zum Vergleich: Beim Fondssparen ohne Verlustabsicherung ist es immerhin fast jeder 15.

Die Aussichten auf eine stattliche Rendite sind für das Fondssparen mit Risikoschutz gut: Die Wahrscheinlichkeit, einen Ertrag von 8 Prozent rauszuholen, liegt bei knapp 50 Prozent.

Die Chancen, mehr als die 4,5 Prozent Rendite eines guten Banksparplans herauszuholen, sind noch besser: Zwei von drei Fondssparern, die rechtzeitig umschichten, lagen in der Simulationsrechnung mit ihrer Rendite über dem Banksparplan. Und mehr als jeder dritte Fondssparplan mit Risikoschutz erwirtschaftet sogar eine Rendite von mehr als 10 Prozent.

Kombiniert der Anleger seinen Banksparplan mit einem Fondssparplan, kann er nicht so viel erwarten: Aber immerhin 67 Prozent der simulierten Kombinationen erzielen bei einer Laufzeit von 15 Jahren eine Rendite von min­destens 5 Prozent.

Nahezu ausgeschlossen für das Kombiprodukt ist eine Rendite von unter 2 Prozent. Das ist ein Vorteil gegenüber dem Fondssparen mit Risikoschutz. Denn bei gleicher Laufzeit liegt hier die Wahrscheinlichkeit einer Rendite von mindestens 2 Prozent nur bei 74 Prozent. Dafür sind aber auch die Chancen auf Renditen über 6 Prozent größer.

Nicht für jede Laufzeit geeignet

Für Anleger, die bislang noch keine Erfahrung mit Fonds haben, ist die Kombination mit einem Banksparplan eine empfehlenswerte Einstiegsstrategie. Sie sparen ohne Risiko und haben gute Aussichten, mehr rauszuholen.

Fürs Fondssparen mit Risikoschutz müssen Anleger mehr Zeit investieren und bereit sein, ein geringfügig höheres Risiko einzugehen. Sie sollten den monatlichen Aufwand für den Depotcheck nicht scheuen. Ihre Renditeaussichten sind ähnlich gut wie beim Sparen ausschließlich in einen Fondssparplan. Das gilt vor allem für lange Laufzeiten.

Bei kürzeren Laufzeiten, etwa fünf Jahren, geht zwar das Verlustrisiko des „Fondssparens mit Risikoschutz“ gegenüber dem ungeschützten Fondssparen von 22,6 auf 0,7 Prozent zurück. Dafür liegt die durchschnittliche Rendite nur bei 3,3 statt bei 8,7 Prozent pro Jahr. Für sicherheitsorientierte Anleger mit einem Anlagehorizont von fünf Jahren eignet sich also vor allem ein Banksparplan.

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