Sparpläne: Banksparpläne: Sicherer Zins

Der ideale Sparplan garantiert langfristig hohe Renditen und lässt sich kurzfristig kündigen. Auf der Suche nach dem besten Angebot müssen Sparer aber Kompromisse eingehen.

In Zeiten, in denen alles komplizierter wird, nimmt sich der Sparplan der DiBa wie eine Hommage an das Einfache aus: Er heißt schlicht „Sparplan“, bietet Sparern einen festen Zinssatz von 4,50 Prozent und hat eine Laufzeit von wahlweise 5 bis 20 Jahren. Es gibt keinen Bonus, keine Prämien, keine Ratendynamik und nicht einmal einen Zinszuschlag für Onlinekunden.

Der Sparer muss sich nur entscheiden, wie viel Geld er wie lange monatlich sparen will. Damit legt er auch die Summe fest, die er einschließlich Zins und Zinseszins nach beispielsweise zehn Jahren zurückbekommt.

Die Rendite kann sich angesichts niedriger Kapitalmarktzinsen sehen lassen. 4,50 Prozent liegen noch über der aktuellen Durchschnittsrendite von Bundesanleihen.

Hohe Renditeunterschiede

Einfach, berechenbar und zugleich rentabel – das zeichnet die wenigsten Sparpläne aus, die Banken und Sparkassen anbieten. In der Regel erfährt der Sparer nicht einmal, welche Rendite der Sparvertrag bringt, weil Banken mit einer verwirrenden Fülle von Bonus- und Prämiensystemen den Durchblick vernebeln.

Finanztest hat die Angebote von 35 Instituten getestet, Vertragsbedingungen durchforstet und die Renditen für Laufzeiten bis zu 15 Jahren berechnet. Die Unterschiede sind enorm. Während einige Banken ihre Sparer auch bei langen Laufzeiten mit Minizinsen um 3 Prozent abspeisen, bieten andere Institute über 5 Prozent.

So müssen sich Sparer der Hypovereinsbank, die monatlich 50 Euro anlegen, nach sieben Jahren mit der kümmerlichen Rendite von 2,31 Prozent begnügen. Die Hanseatic Bank, Spitzenreiter bei Sparplänen mit variabler Verzinsung, bietet bei gleicher Laufzeit eine Rendite von 5,46 Prozent. Der Sparer bekommt so am Ende der Laufzeit mehr als das Doppelte an Zins und Bonus.

Spitzenrenditen nur mit Fesseln

Banksparer sollten Angebote allerdings nicht nur nach der Rendite auswählen. Die höchsten Renditen erzielen sie nämlich nur mit Sparplänen, bei denen sie nicht oder nur eingeschränkt vor Ablauf der vereinbarten Sparzeit an ihr Geld kommen.

So können Sparer der Hanseatic Bank den Vertrag frühestens nach vier Jahren kündigen, danach allerdings jederzeit mit einer Frist von drei Monaten. Der Bonussparplan der Von Essen Bankgesellschaft bringt ebenfalls gute Zinsen, ist aber während der ersten acht Jahre nicht kündbar. Die DiBa bietet für alle Laufzeiten den höchsten Zinssatz für Sparpläne mit fester Verzinsung. Sparer können jedoch nur in einer Notlage, etwa wenn sie arbeitslos werden, vor dem Laufzeitende über ihr Geld verfügen. Dann werden Bearbeitungsge­bühr und Vorschusszinsen fällig.

Die Alternative sind Sparpläne, die der Sparer jederzeit mit einer Frist von drei Monaten auflösen kann. Er muss dann auf ein paar Zehntel Renditeprozente verzichten. Dafür hat er aber stets eine eiserne Reserve, falls er unvorhergesehen Geld benötigt. Und bei gestiegenen Kapitalmarktzinsen kann er kurzfristig aus dem Sparvertrag aussteigen, um sein Geld höher verzinst anzulegen.

Eine vorzeitige Auflösung des Sparvertrags ist bei vielen Verträgen ohne Nachteil möglich. Bei einigen Banken muss der Sparer einen geringen Renditeabschlag hinnehmen, weil ihm mit der Kündigung der Bonus des laufenden Sparjahres verloren geht.

Mitunter kann eine Kündigung aber auch die Rendite drastisch verhageln. So zahlt die Allbank den kompletten Bonus von 14 Prozent der gesamten Sparraten erst am Ende der regulären Laufzeit von sieben Jahren. Kündigt der Sparer vorher, bleibt ihm nur der mickrige Zins von 1,25 Prozent.

Feste oder variable Zinsen

Die meisten Sparpläne bieten einen variablen Basiszins, den die Bank jederzeit ändern kann. Dazu kommt meist ein fester Bonus auf die Zinsen oder die Sparraten, der mit der Laufzeit steigt.

Hat der Sparer Glück, steigen die Kapitalmarktzinsen und die Bank erhöht mit der Zeit auch den Vertragszinssatz. Sinken die Zinsen dagegen, bekommt der Anleger am Ende weniger Geld ausgezahlt als erwartet.

Darüber hinaus lassen sich Sparer mit einem variablen Zinssatz auf ein Spiel ein, dessen Regeln die Bank nach eigenem Ermessen bestimmt. Ob sie den Zinssatz fair der Marktentwicklung anpasst, ist ungewiss. Keine der von ­Finanztest befragten Banken nennt dafür ein objektives Kriterium wie die Entwicklung der Umlaufrendite öffentlicher Anleihen.

In der Vergangenheit haben viele Anleger schlechte Erfahrungen mit variablen Zinsen gemacht: Zinssenkungen auf dem Kapitalmarkt geben Banken natürlich gerne sofort weiter. Von Zinserhöhungen profitieren Sparer dagegen oft nicht, nur verzögert oder nicht in vollem Umfang.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte besser einen Sparplan mit festem Zinssatz wählen. Der bringt derzeit allerdings ab fünf Jahren Laufzeit maximal 4,50 Prozent Rendite. Günstige Sparpläne mit variablem Zinssatz kommen auf 4,50 bis 5,75 Prozent – vorausgesetzt, der aktuelle Zins ändert sich während der Laufzeit nicht.

Feste Zinsen und flexibler Ausstieg

Bei der Wahl des Sparplans kommt es darauf an, die richtige Balance zu finden. Maximale Rendite, genaue Berechenbarkeit oder höchste Flexibilität: Bei mindestens einem Anlagekriterium müssen Sparer Abstriche machen, um die anderen optimal zu erreichen.

Deshalb sind für viele auch die Sparpläne von Cosmos Finanzservice und Volkswagen Bank direct geeignet, obwohl sie nicht die Spitzenrenditen im Test bieten.

Dafür handelt es sich für Sparzeiten über fünf Jahre um die einzigen Angebote in unserem Test, die fest vereinbarte Zinsen mit der Möglichkeit kombinieren, jederzeit ohne Verlust aus dem Sparplan auszusteigen. Für vorsichtige Sparer sind diese Vorzüge wichtiger als das eine oder andere Zehntel bei der Rendite.

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