Sparpläne: Fondssparen mit Risikoschutz: Fondssparpläne richtig schützen

Sparer, die ihre Fondsanteile beim Erreichen eines ­bestimmten Verlusts konsequent umschichten, machen am Ende der Laufzeit nur ganz selten ein Minus.

Zuerst die gute Nachricht: Auch Aktienfondssparer können sich gegen Verluste versichern. Jetzt die schlechte: Einen Fondssparplan mit Risikoschutz auszustatten kostet Zeit. Denn ohne regelmäßige Kontrolle – mindestens einmal im Monat – geht es nicht.

So funktioniert die Strategie „Fondssparen mit Risikoschutz“: Der Anleger sucht sich einen guten Aktienfonds aus und richtet einen Sparplan ein. Die monatlichen Raten fließen ausschließlich in den Aktienfonds. Sinkt das Fondsvermögen jedoch unter eine kritische Verlustmarke, läuten für den Anleger die Alarmglocken. Er verkauft jetzt sämtliche bis dahin erworbenen Anteile und legt den Verkaufserlös in einem Festzinsprodukt an. Wann der kritische Verlust erreicht ist, hängt von der Rendite der Festzinsanlage ab. Denn diese soll bis zum Ende der Ansparzeit mindestens den bisherigen Verlust ausgleichen. Zum Umschichten eignen sich zum Beispiel Sparbriefe oder Bundesanleihen.

Nach dem Umschichten spart der Anleger wieder wie bisher auch in seinen Aktienfonds.

Der richtige Ausstiegspunkt

Die Tabelle oben links zeigt an einigen Beispielen für verschiedene Laufzeiten, bei welchem Verlust ein Anleger, der sein Geld aus dem Fonds in Bundesanleihen investieren würde, umschichten müsste.

Um plötzliche Kursstürze zwischen den Depotkontrollen abzufedern, hat Finanztest in die Verlustwerte einen Puffer von 10 Prozent eingebaut. Er ist nötig, weil die wenigsten Anleger einen täglichen Depotcheck machen. Es kann ihnen passieren, dass der Fondskurs zwischen den monatlichen Depotkontrollen so stark fällt, dass sie den Termin für eine Absicherung verpassen.

Mit dem 10-Prozent-Puffer hat der Anleger einen Schutz, um den Zeitpunkt für das Umschichten nicht zu verpassen. Schichtet der Anleger aber pünktlich um, sorgt diese Reserve dafür, dass er mehr als seine Verluste ausgleichen kann. In vielen Fällen springt noch eine positive Rendite raus, selbst wenn der Sparer umschichten musste.

Ein Anleger, der zum Beispiel vorhat, 16 Jahre lang zu sparen und mittlerweile seit acht Jahren monatlich 50 Euro in einen Fondssparplan einzahlt, hat bislang 4 800 Euro investiert. Sein kritischer Verlust liegt bei minus 20,4 Prozent seines eingesetzen Kapitals, also bei Einbußen von 979,20 Euro.

Wenn der Depotcheck ergibt, dass sein Fondsdepot nur noch 3 820,80 Euro wert ist, könnte der Anleger diese Summe bis zum Ende seiner Sparphase, also acht Jahre lang, zum Beispiel zu 4,123 Prozent in Bundesanleihen anlegen. Er bekäme dann 5 280 Euro, immerhin noch 10 Prozent mehr als er bislang eingezahlt hat. Dies ergibt sich aus dem eingebauten Puffer.

So geht der Depotcheck

Um zu prüfen, ob der Zeitpunkt zum Umschichten gekommen ist, muss sich der Anleger die aktuellen Fondskurse aus einer Tageszeitung oder dem Internet heraussuchen und mit der Anzahl der in seinem Fondsdepot liegenden Anteile multiplizieren.

Wichtig ist, dass er beim Ausrechnen seines Verlusts nur das aktuelle Fondsvermögen und die dafür eingezahlten Beträge berücksichtigt. Hat er schon einmal von seinem Fonds in ein Festzinsprodukt umgeschichtet, fließt diese Summe nicht in die Rechnung ein. Anleger, die von ihrer Gesellschaft nur einmal im Jahr einen Kontoauszug für ihr Depot bekommen, müssen die Kurse ihres Fonds im Auge behalten und mitrechnen, wie viele Anteile sie für ihre Monatsraten erhalten.

Risiko lässt sich deutlich senken

Die Gefahr, am Ende mit weniger als den Einzahlungen dazustehen, lässt sich mit dieser Strategie deutlich senken: Anleger, die für einen 15 Jahre dauernden Fondssparplan eine Absicherungsstrategie fahren, senken ihre Verlustwahrscheinlichkeit auf 0,3 Prozent. Ohne Absicherung läge sie bei 6,4 Prozent.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht: Wenn der Aktienmarkt sich positiv entwickelt, wird der kritische Verlust während der gesamten Spardauer nicht erreicht. Ein Umschichten ist also nicht nötig.

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