Sparpläne: Banksparpläne plus Aktienfonds: Niemals im Minus

Durch die clevere Kombination eines Aktienfonds- und eines Banksparplans sichert sich der Anleger mindestens sein eingesetztes Kapital. Häufig ist deutlich mehr drin.

Sparen wie zu Großmutters Zeiten: Einfach jeden Monat ein paar Scheine ins Sparschwein stecken und wenn man nach Jahren Geld braucht, ist das gesamte Vermögen verfügbar. Verluste sind für Sparschweinbesitzer ein Fremdwort, Zinsen aber auch. Außerdem nagt die Inflation am Wert ihres Geldes.

Um mindestens das eingesetzte Kapital zu erhalten, müssen Anleger nicht zwingend zum guten alten Sparschwein greifen. Sie können auch einen Fonds- und einen Banksparplan kombinieren. So schließen sie nicht nur Verluste aus, sondern haben auch noch gute Chancen auf eine stattliche Rendite: Bei einer Laufzeit von zehn Jahren winkt ihnen eine Rendite von durchschnittlich 5,7 Prozent pro Jahr. Der Anleger muss sich allerdings selbst aus einem Fonds- und einem Banksparplan sein eigenes Kombiprodukt zusammenstellen.

Kombiprodukt Marke Eigenbau

Als Erstes teilt der Anleger die Sparrate in zwei Teile. Der größere Teil fließt in einen Banksparplan, der kleinere Teil steht für einen Aktienfondssparplan zur Verfügung. Die Zinsen und Zinseszinsen des Banksparplans erwirtschaften bis zum Ende der Laufzeit mindestens das eingesetzte Kapital. Verluste sind ausgeschlossen.

Als Zweites sucht sich der Anleger einen überdurchschnittlichen Aktienfonds aus und investiert hier den anderen Teil der Rate. Mit dem Fondsanteil hat der Anleger nun ein kleines Eisen im Feuer, um von künftigen Kurssprüngen an der Börse zu profitieren.

Der Fondsanteil ist damit auch der Teil, der die Gesamtrendite des Kombiprodukts maßgeblich beeinflusst. Die Fondsauswahl sollten Anleger daher nicht auf die leichte Schulter nehmen – auch dann nicht, wenn der Aktienfonds den deutlich kleineren Teil der Gesamtrate stellt. Am besten eignen sich europäische und internationale Aktienfonds. Sie gewährleisten eine breite Risikostreuung.

Auf den Fonds kommt es an

Die Tabelle unten zeigt, wie sich der Fondsanteil entwickeln müsste, um für das Gesamtprodukt eine bestimmte Rendite zu erwirtschaften. Als Rechengrundlage haben wir angenommen, dass der Anleger seine Banksparplanrate in den Sparplan der Diba mit einer Rendite von 4,5 Prozent einzahlt.

Anleger, die bei einer Laufzeit von fünf Jahren eine Gesamtrendite von durchschnittlich 6 Prozent anstreben, haben schlechte Karten: Ihr Fondsanteil müsste dafür eine durchschnittliche Rendite von 16,8 Prozent erwirtschaften. Unsere Untersuchung zeigt, dass das eher unwahrscheinlich ist. Denn die Durchschnittsrendite für Fondssparpläne mit einer Laufzeit von fünf Jahren lag in der Vergangenheit bei 8,7 Prozent.

Bei einer Laufzeit von zehn Jahren ist eine Gesamtrendite von 6 Prozent eher möglich. Der Fonds müsste nun eine Rendite von 10,8 Prozent erzielen.

Wer mindestens 15 Jahre spart, hat die besten Karten. Die Tabelle zeigt: Je länger der Anleger spart, desto weniger muss sein Fonds abwerfen, um dennoch auf die angestrebte Rendite zu kommen.

Eine unkomplizierte Strategie

Mit dem Kombiprodukt kann der Anleger nicht nur sicher sein, dass er am Ende mindestens sein eingezahltes Geld zurückerhält. Es ist außerdem ganz einfach zu handhaben.

Nur einmal zu Beginn des Sparplans legt der Anleger fest, wie viel Geld er monatlich in einen Aktienfonds und wie viel er in einen Banksparplan einzahlen möchte. Dieses Splitting hat bis zum Ende der Laufzeit Bestand.

Nachdem der Anleger sich also einmal für einen bestimmten Aktienfonds und für einen Banksparplan entschieden hat, schließt er zwei Sparverträge ab, richtet die Daueraufträge ein und muss sich bis zum Ende der Laufzeit nicht mehr um seine Geldanlage kümmern.

Die Aussichten, mehr aus seinem Geld zu machen als Sparer, die ausschließlich in einen Banksparplan einzahlen, sind gut. Dennoch gibt es ein Risiko, schlechter dazustehen.

Etwa 30 Prozent der kombinierten 10-Jahres-Sparpläne in der Finanztest-Untersuchung hatten eine geringere Rendite als der beste Banksparplan: Sie brachten dem Anleger weniger als 4,5 Prozent pro Jahr.

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