Sparer, die keine Verluste riskieren wollen, können einen Banksparplan wählen. Sie müssen aber nicht auf Aktienfonds verzichten. Finanztest stellt attraktive Strategien vor.

Nach dem Absturz an den Börsen haben viele Sparer das Vertrauen in Aktien und Fonds verloren – und wählen jetzt lieber feste Zinsen statt schwankender Kurse.

Doch wer sein Geld langfristig anlegen will, muss nicht auf die Gewinnchancen am Aktienmarkt verzichten. Je nach Risikobereitschaft gibt es passende Strategien, mit denen sich die Börsen­risiken zähmen lassen.

„Bloß keine Verluste!“ – nach dieser Devise stellt Finanztest (Strategien für Anleger vor, die sich durch regelmäßiges Sparen ein Vermögen aufbauen wollen. Allen Strategien ist gemeinsam, dass der Sparer am Ende der Laufzeit zumindest sein eingezahltes Kapital wiedersieht.

Banksparpläne

Das Musterbeispiel für risikoloses Sparen sind die Ratensparpläne der Banken. Bei Angeboten mit festem Zins ist heute schon sicher, wie viel Geld die Bank in beispielsweise zehn Jahren auszahlen wird – ideal für Anleger, die auf ein festes Ziel hin sparen. Und auch bei variablem Zins lässt sich die Auszahlung am Ende der Sparzeit besser kalkulieren als bei anderen Geldanlagen.

Pluspunkt vieler Banksparpläne ist außerdem die Flexibilität: Oft kommt der Sparer kurzfristig und ohne Einbußen vorzeitig an sein Geld.

Doch diese Vorzüge haben ihren Preis: Selbst bei langen Laufzeiten bieten die meisten Banksparpläne derzeit nur eine Rendite unter 5 Prozent.

Kombination mit Fondssparplan

Chancen auf höhere Renditen haben Banksparer, wenn sie einen Teil ihrer Sparrate in einem Aktienfonds anlegen. Investieren sie nur so viel in den Fonds, wie der Banksparplan während der Sparzeit Zinsen bringt, ist auch in dieser Variante jeder Verlust ausgeschlossen.

Bei einer Laufzeit von beispielsweise zehn Jahren kann der Anleger rund ein Fünftel seiner Sparrate in einen Aktienfonds stecken. Seine Einzahlungen bekommt er so in jedem Fall wieder – selbst wenn der Fonds nach zehn Jahren keinen Cent mehr wert sein sollte. Das Risiko liegt bei dieser Strategie darin, dass der Anleger eine geringere Rendite als mit einem reinen Banksparplan erzielt, wenn der Fonds schlecht läuft.

Dafür erhöht er seine Renditechance. Berechnungen von Finanztest zeigen: Mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 70 Prozent hat der Sparer mit der Kombination nach zehn Jahren ein höheres Vermögen als ein Sparer, der nur auf den Banksparplan setzt.

Aktienfonds mit Risikoschutz

Noch höhere Renditen können Sparer erzielen, wenn sie die volle Sparrate in Aktienfonds anlegen. Auf den ersten Blick ist das keine gute Alternative für Anleger, die zumindest ihren Einsatz sichern wollen. Das Risiko, am Ende mit weniger als den Einzahlungen dazustehen, nimmt zwar mit der Laufzeit des Fondssparplans ab, bleibt aber selbst nach zwei Jahrzehnten noch beachtlich.

Ihr Risiko können Fondssparer aber minimieren, wenn sie vorab für ihren Sparplan eine Laufzeit festlegen und ihr Vermögen bei fallenden Kursen rechtzeitig umschichten. Erreichen die Verluste aus dem Aktienfonds einen kritischen Wert, verkaufen sie ihre Fondsanteile und kaufen dafür festverzinsliche Wertpapiere. Die Zinsen sorgen bis zum Ende der Sparzeit dafür, dass wenigstens das eingesetzte Kapital wieder da ist. Nach der Umschichtung zahlt der Anleger weiter regelmäßig in den Fondssparplan ein.

Halten Anleger die volle Sparzeit durch, ist ihr Verlustrisiko minimal. Sie sollten aber damit leben können, dass der Sparplan während der Laufzeit Verluste machen kann. Die Strategie erfordert außerdem einigen Aufwand, weil der Sparer die Fondsentwicklung laufend beobachten muss, um rechtzeitig umzuschichten.

Die Mühe kann sich lohnen. Wir haben Renditen und Risiken von Fondssparplänen mit und ohne Absicherung untersucht und dafür je 100 000 Sparpläne simuliert. Das Ergebnis macht aktiven Anlegern Mut: Mit der Absicherungsstrategie büßen sie kaum Rendite ein, ihr Risiko verringern sie aber stark.

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