Mickrige Rendite trotz hohem Bonus

Banken verwirren Sparer mit einer Fülle von Bonussystemen. Hinter hohen Boni verstecken sich oft magere Renditen.

Die meisten Banken bieten ihren Sparern nicht einfach nur Zinsen. Dazu kommen meist von der Laufzeit des Sparplans abhängige Prämien oder Boni, die einen Vergleich verschiedener Angebote erschweren. Wie sich solche Zugaben auf die Rendite des Sparplans auswirken, erfährt der Kunde nämlich in der Regel nicht.

Ein typisches Beispiel ist das „S-Prämiensparen flexibel“ der Stadtsparkasse München. Sie zahlt einen variablen Basiszins von 2 Prozent. Dazu kommt ab dem dritten Jahr ein Bonus auf die jährliche Sparleistung, der von anfangs 3 Prozent auf 10 Prozent im siebten Jahr steigt. Ab dem achten Jahr erhöht sich der Bonus jährlich um 5 Prozentpunkte. Im 15. Sparjahr kassiert der Sparer einen Bonus von 50 Prozent.

Das klingt nach hohen Erträgen, doch tatsächlich sieht die Rechnung ganz anders aus. Selbst wenn der Sparer 15 Jahre lang durchhält, erzielt er lediglich eine Rendite von 4,09 Prozent.

Die Sparkasse zahlt den Bonus schließlich nicht auf das wachsende Gesamtguthaben, sondern nur auf die Sparraten des Jahres. 50 Prozent Bonus braucht sie im 15. Sparjahr nur auf knapp 5 Prozent des Guthabens zu zahlen. Ein hoher Bonus sagt daher nichts über die Rendite des Sparplans aus. Das gilt auch für das „CreativSparen“ der Hamburger Sparkasse. Sie zahlt sogar schon ab dem 11. Jahr einen Bonus von 50 Prozent. Den gibt es aber nur auf die jährliche Zinsgutschrift. Der Zinssatz steigt dadurch lediglich von 2,75 Prozent auf 4,125 Prozent.

Vollends verwirrend wird es, wenn die Bank unterschiedliche Bonussysteme mischt. So kombiniert die Frankfurter Sparkasse jährlich steigende Boni auf die Sparraten mit einem laufzeitabhängigen Zinsaufschlag. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse kompliziert ihr Bonussystem noch durch gestaffelte Zinssätze, die jeweils vom erreichten Stand des Guthabens abhängen.

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