Sparkassen und Landesbanken Meldung

Am 19. Juli haben Sparkassen und Landesbanken eine ­wichtige Stütze verloren: den Staat. Finanztest beantwortet Fragen von Sparern und Anlegern zur neuen Regelung.

Was genau hat sich geändert?

Bis zum 19. Juli gab es eine Art Staatsgarantie. Der Träger einer Landesbank oder Sparkasse musste in finanziellen Schieflagen aushelfen und im äußersten Notfall die Verpflichtungen gegenüber den Bankkunden übernehmen. Träger kann zum Beispiel ein Bundesland oder eine Gemeinde sein. Seit der Neuregelung müssen sie nicht mehr einspringen, denn die so genannte Anstaltslast und die Gewährträgerhaftung sind weggefallen.

Ich habe vor dem 19. Juli die Anleihe einer Landesbank gekauft. Hat sich ihre ­Sicherheit jetzt verschlechtert?

Nein. Wenn die Anleihe schon vor dem 18. Juli 2001 herausgegeben wurde, gilt für sie der Schutz der Gewährträgerhaftung bis zum Ende der Laufzeit. Stammt sie aus der Zeit zwischen dem 18. Juli 2001 und dem 19. Juli 2005, gilt die Absicherung immerhin noch bis zum 31. Dezember 2015. Erst für neu begebene Anleihen gilt die Staatsgarantie nicht mehr.

Ist meine Geldanlage jetzt noch sicher?

Ja. Schon vor dem 19. Juli gab es neben der Staatsgarantie ein institutseigenes Sicherungssystem der Landesbanken und Sparkassen. Das besteht weiter. Die Sparkassen und Landesbanken helfen sich untereinander, damit es erst gar nicht zu einer Pleite kommt. Sparanlagen und auch Anleihen der Landesbanken sind dadurch noch sicher.

Steigen nun die Preise, etwa die Kreditzinsen?

Zunächst wohl nicht. Es kann aber sein, dass die Landesbanken schlechtere Noten von den Ratingagenturen erhalten. Dann würde es teurer für sie, Geld auf dem Kapitalmarkt zu leihen. Sparkassen träfe das nur, wenn sie sich von Landesbanken Geld leihen. Ob sie Verteuerungen dann an Verbraucher weitergeben, ist offen. Kunden sollten wie immer Preise vergleichen.

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