Sparen in der Nied­rigzins­phase Test

Für Sparer ist es derzeit schwer, kleine Geld­beträge sicher und gut verzinst anzu­legen. Sparbücher bringen so gut wie keine Zinsen. Bei Tages­geld­angeboten muss der Sparer die Zinsen im Blick behalten. Wer sich nicht ständig kümmern will, wählt besser einen Bank­sparplan. Doch viele Banken und Sparkassen bieten gar keinen mehr an. Finanztest hat aktuelle Angebote für beide Sparformen unter die Lupe genommen.

Sparen mit Tages­geld macht Mühe

Regel­mäßiges Sparen mit Tages­geld­konten bedeutet allerdings ein biss­chen Mühe. Nur wer sein Tages­geld­konto immer dann wechselt, wenn der Zins fällt, kann eine vernünftige Rendite erwirt­schaften. Im Moment können Sparer beispiels­weise das Neukunden­angebot der Consors­bank mit einem Topzins von 1 Prozent in Anspruch nehmen.

Dauer­haft gute Anbieter wählen

Da Neukunden­angebote nur gelten, wenn ein Sparer beim Anbieter noch kein Kunde war, wird es im Laufe der Jahre immer anstrengender, noch gute Tages­geld­angebote zu finden. Die wenigen Angebote für Neukunden gelten meist nur ein paar Monate. Für Bestands­kunden gibt es die Möglich­keit, einen „dauer­haft guten“ Tages­geldanbieter zu wählen. Das sind Banken, deren Tages­geld in den letzten 24 Monaten mindestens 22-mal zu den 20 besten unbe­fristeten Angeboten gehörte. Sie bieten aber mit Zinsen um die 0,5 Prozent nicht viel. Hinzu kommt, dass „dauer­haft gut“ keine Garantie dafür ist, dass das immer so bleibt.

Bank­sparplan macht keine Arbeit

Sparer, die sich nicht ständig kümmern wollen, wählen besser einen Bank­sparplan. Die Auswahl ist aktuell allerdings sehr klein, weil viele Banken und Sparkassen verzinste Bank­sparpläne im Angebot gestrichen haben. Übrig geblieben sind nur noch wenige Angebote, von denen Mitte März zwei Fest­zins­angebote empfehlens­wert sind: der VTB Flex der VTB Direkt­bank und der Fest­zins­sparplan der Deniz­bank. Beide Banken haben ihren Sitz in Wien und sind in Deutsch­land mit Zweigstellen vertreten. Die Sparpläne können über das Internet, der Sparplan der Deniz­bank zusätzlich über eine Filiale abge­schlossen werden.

Tipp: Sie wollen trotzdem lieber auf Tages­geld setzen? Unser 14-täglich aktualisierter Produktfinder Zinsen nennt Tages- und Fest­geldzinsen von mehr als 100 Kredit­instituten.

Deniz­bank: Feste Lauf­zeit und Rate

Eine lauf­zeit­abhängige Rendite zwischen 1,5 und 1,9 Prozent pro Jahr erhalten Sparer mit dem wahl­weise zwischen fünf und zehn Jahren laufenden Sparplan der Deniz­bank. Anleger müssen sich vor Vertrags­abschluss auf eine Lauf­zeit und eine Rate fest­legen. Die Rate muss mindestens 50 Euro pro Monat betragen. Die maximale Ratenhöhe liegt bei 1 000 Euro im Monat. Falls Sparer einmal knapp bei Kasse sind, können sie ihre Ratenzah­lungen während der Lauf­zeit des Sparplans zweimal für maximal sechs Monate unter­brechen. Verlust­frei gekündigt werden kann der Sparplan vor Ablauf der fest­gelegten Anlagedauer nicht. Für den Fall, dass ein Sparer seine Raten nicht mehr zahlen kann oder gar sein ganzes Geld vorzeitig zurück­will, muss er eine rück­wirkende Herab­setzung des Zinses auf 0,5 Prozent in Kauf nehmen. Hat er bereits mehr als fünf Jahre gespart, wird der Zins für die gesamte Lauf­zeit auf 1 Prozent pro Jahr herunter­gesetzt.

VTB Direkt­bank: Flexibel sparen

Da ist der maximal zehn Jahre laufende VTB Flex-Sparplan der VTB Direkt­bank, wie der Name schon sagt, deutlich flexibler. Er bringt zwar mit 1,2 Prozent Zinsen pro Jahr nicht ganz so viel ein wie der Sparplan der Deniz­bank. Dafür können Sparer aber Monat für Monat bestimmen, wie viel sie sparen wollen. Jeder Betrag von 0 Euro aufwärts ist möglich, solange eine jähr­liche Spar­leistung von 17 000 Euro nicht über­schritten wird. Nach vier Jahren kann mit einer Frist von drei Monaten jeder­zeit gekündigt werden. Zusätzlich können Sparer nach Ablauf der vierjäh­rigen Sperr­frist pro Kalendermonat ohne Kündigung über 2 000 Euro verfügen. Bank­sparpläne sind für Sparer nicht nur bequem, sondern auch sicher. Entsprechend einer Richt­linie der Europäischen Union (EU) sind bei Banken mit Sitz in der EU 100 000 Euro Spargeld pro Anleger und Bank gesetzlich geschützt.

Immer die aktuellsten Konditionen in unserer Test­daten­bank

Wo Sie derzeit die höchsten Zinsen für Spargeld erhalten, erfahren Sie in unserem Produktfinder Zinsen. Alle 14 Tage aktualisieren wir die Daten­bank. Sie enthalten die attraktivsten Konditionen für über 800 Angebote für Tages­geld und Fest­geld mit unterschiedlicher Lauf­zeit sowie für ethisch-ökologische Spar­angebote. Und wir sagen, welche Angebote wir für nicht empfehlens­wert halten.

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