Sparen für die Enkel Special

Das erste Enkelkind – und schon denken Oma und Opa an die Zukunft. Sie wollen 100 Euro monatlich für das Kleine zur Seite legen. Welche Sparform ist da die beste?

Rund 50 000 Euro kosten fünf Jahre Studium heute, hat das deutsche Studentenwerk ermittelt. Teuer genug, um schon frühzeitig vorsorgen zu müssen. Wer schon bei Geburt des Enkels anfängt und 20 Jahre lang monatlich 100 Euro anlegt, kommt bei einem Nachsteuerzins von 3 Prozent auf 33 670 Euro – immerhin ein Grundstock für den Start ins Leben. Fragt sich nur, welche Sparform die beste ist.

Klar, sicher und bequem soll sie sein, und außerdem möglichst viele Zinsen bringen. Doch je sicherer, desto niedriger ist der Zins, und umgekehrt: Je mehr Risiko, desto besser sind die Renditeaussichten.

Wer für die Enkel spart, will das langfristig tun. 20 Jahre Sparhorizont – bei so viel Zeit bieten die Aktienmärkte die besten Renditechancen. Zwar wirkt das stete Auf und Ab der Kurse abschreckend, doch über so lange Zeit ist die Gefahr von Verlusten eher gering – vorausgesetzt der Sparer erwischt einen guten Ausstiegszeitpunkt. Deshalb sollten die Großeltern sich schon einige Jahre vorher die Kurse anschauen und in guten Börsenzeiten aussteigen. Für die restlichen Jahre können sie das Geld bei der Bank parken, als Tagesgeld oder notfalls auf dem Sparbuch, und ihre Monatsraten dort weiter einzahlen.

Tipp: Es ist auch möglich, die Sparrate zu splitten, also zum Beispiel 50 Euro monatlich in einen konservativen Banksparplan anzulegen und 50 Euro in einen Fonds.

Für ungeeignet halten wir spezielle Kinderpolicen wie „Happy Kids“, „Biene Maja“, „Känguru““, „Best Advice“ oder „Best Invest Future“. Bei diesen Versicherungen bleibt die Rendite aufgrund hoher Provisionen und Verwaltungskosten eher mickrig. Wer unbedingt einen Versicherungsschutz möchte, fährt besser, wenn er mit einem kleinen Teil des Geldes eine Risikolebensversicherung abschließt. Dann bleibt noch genug, das in den Sparplan wandern kann.

Steuern sparen

Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer: 25 Prozent plus 1,375 Prozent Solizu­schlag. Wer kirchensteuerpflichtig ist, zahlt sogar 27,97 Prozent – in Bayern und Baden-Württemberg etwas weniger. Nur Zinsen bis 801 Euro (Ehepaare 1 602 Euro) bleiben verschont, wenn der Sparer einen Freistellungsauftrag erteilt hat. Haben die Großeltern ihren Freibetrag ausgeschöpft, können sie den Sparplan auch auf den Namen des Kindes abschließen. Dann dürfen sie das Geld aber nicht für sich nutzen, also nichts abheben. Geld umzuschichten, zum Beispiel in eine andere Sparform, ist aber möglich, wenn die Eltern eine Vollmacht unterschreiben.

Zusätzlich zu den 801 Euro Freibetrag steht minderjährigen Kindern der Grundfreibetrag zu, der 2009 ein zu versteuerndes Einkommen von 7 834 Euro steuerfrei stellt. Hinzu gibts die Sonderausgabenpauschale von 36 Euro, sodass Zinsen von 8 671 Euro steuerfrei bleiben. Auch Schenkungsteuer entfällt. Oma und Opa können alle zehn Jahre jeweils 200 000 Euro – zusammen 400 000 Euro – an Enkel übertragen.

Aber Vorsicht: Wenn die Zinseinkünfte des Kindes über 360 Euro monatlich liegen, wird es nicht mehr beitragsfrei in der Krankenkasse familienmitversichert. Und ab 7 680 Euro Einkünften des Kindes pro Jahr ist das Kindergeld in Gefahr.

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