FAQ Aktienfonds für Kinder: Antworten auf Ihre Fragen

Sparen für Kinder Test

Wir empfehlen, mit einem ETF-Sparplan auf den Welt­aktienmarkt für die Ausbildung von Kindern zu sparen. Damit das fürs Kind Gesparte nicht im Notfall für eigene Zwecke einge­setzt werden kann, schlagen wir vor, ein Konto auf den Namen des Kindes einzurichten. Das Geld auf einem Kinder­konto wird zwar von den Eltern verwaltet, darf aber nicht von ihnen angerührt werden. Unsere Empfehlung, hat viele Leser über­zeugt, aber auch für Nach­fragen gesorgt. So sind manche Leser irritiert, dass sie ihre Risiko­einstufung bei ihrer Bank herauf­setzen mussten, um einen ETF-Sparplan für ein Kind abschließen zu können. Hier beant­worten wir die wichtigsten Leserfragen.

ETF-Sparplan auf den Welt­aktienmarkt

Warum empfiehlt Finanztest für Kinder einen ETF-Sparplan auf den Welt­aktienmarkt? Ist das nicht viel zu riskant?

Nein, angesichts eines langen Anla­gehorizonts sind die Risiken von Sparplänen, die auf einen welt­weiten Aktien­index setzen, über­schaubar (siehe Unser Rat). Trotzdem sollten Sie ETF-Sparpläne nur abschließen, wenn Ihnen zwischen­zeitliche Wert­schwankungen nicht den Schlaf rauben.

Welche Gründe sprechen für einen ETF?

Wer sich für einen Exchange Traded Funds – kurz ETF – entscheidet, braucht keine Ahnung von der Börse zu haben. ETF zeichnen einen Index nach, der sich an der Markt­entwick­lung orientiert. Während gemanagte Fonds häufig nicht die Rendite ihrer Vergleichs­indizes erreichen, bilden ETF diese möglichst genau ab. ETF sind preis­wert und flexibel. Man kann sie an der Börse jeder­zeit kaufen und verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen dem MSCI World und dem Index MSCI All Country World?

Der Index MSCI World enthält mehr als 1 600 Aktien welt­bekannter Firmen aus Industrieländern wie Apple, Amazon oder Nestlé. Der MSCI All Country World Index enthält zu etwa 10 Prozent Aktien aus Schwellenländern. Das Risiko beider Indizes ist sehr breit gestreut.

Unser Rat

Chance. Legen Sie für Kinder regel­mäßig Geld in einen ETF-Sparplan auf den Welt­aktienmarkt an. Das ist zwar riskant, aber lassen Sie sich von zeitweiligen Kurs­rück­gängen nicht irritieren. Sie haben bis zu 18 Jahre Zeit. In der Vergangenheit brachten Aktienfonds im lang­jährigen Durch­schnitt Renditen von 6 bis 8 Prozent pro Jahr ein.

Auswahl. Wer Depots für Minderjäh­rige mit von uns empfohlenen ETF-Sparplänen auf den Welt­aktienmarkt anbietet, zeigt unsere Tabelle, auf die Sie nach Frei­schaltung des Tests Zugriff haben.

Risiko­einstufung

Warum fragt meine Bank nach Erfahrungen mit dem Wert­papier­handel, wenn ich einen ETF-Sparplan abschließe?

Banken fragen Anleger nach ihren Kennt­nissen und Erfahrungen im Handel mit Wert­papieren. Wer etwa bisher nur risikoärmere Misch­fonds gekauft hat, wird darauf hingewiesen, dass der ausgewählte Aktien-ETF ein höheres Risiko hat.

Was kann ich tun, wenn meine Risiko­einstufung für den Abschluss eines von Finanztest empfohlenen ETF-Sparplans zu nied­rig ist?

Erhöhen Sie Ihre Risiko­einstufung. Je nach Institut müssen Sie dafür bestimmte Einstel­lungen an Ihrem Onlinedepot vornehmen. Bei der DKB müssen Sie im Log-in-Bereich unter Service (Stich­wort „Depot und Wert­papiere“, darunter „Anla­geerfahrung (WpHG)“) bei Kennt­nissen die Produkt­gruppe E ankreuzen und das Ganze mit einer Tan bestätigen.* Bei S Broker reicht es, wenn Sie den Hinweis, dass Sie sich außer­halb Ihrer bisherigen Kennt­nisse und Erfahrungen bewegen, im Order­prozess bestätigen. Jeder Anbieter hand­habt das anders.

Wie kommt es, dass Banken das Risiko derselben ETF unterschiedlich bewerten?

Alle in unserer Tabelle empfohlenen ETF haben in etwa ein gleich hohes Risiko. In den vom Gesetz­geber vorgeschriebenen Wesentlichen Anleger­informationen (KIID), die auf zwei Seiten die Risiken der Fonds beschreiben, werden Fonds in eine Risikoklasse zwischen eins und sieben einge­stuft. Leider verwenden viele Institute eigene Bewertungs­schemata mit weniger Risikoklassen. So kann es also vorkommen, dass derselbe ETF bei der einen Bank in Klasse 3, bei der anderen in Klasse 4 einge­stuft ist.

Thesaurierend versus ausschüttend

Warum empfiehlt Finanztest thesaurierende Fonds?

Einfach­heits­halber. Thesaurierend heißt, dass Dividenden und andere Ausschüttungen auto­matisch wieder im Fonds­vermögen des Kindes angelegt werden und so das Vermögen weiter steigern.

Was kann ich tun, wenn eine Bank einen Fonds von thesaurierend auf ausschüttend umstellt?

Je nachdem, bei welchem Institut Sie Kunde sind, haben Sie folgende Möglich­keiten. Sie können den Fonds verkaufen und statt­dessen einen Sparplan auf einen thesaurierenden abschließen. Für den Verkauf fallen allerdings einmalige Trans­aktions­kosten an. Sie können den Fonds jedoch auch behalten und die Sparplanrate am Jahres­ende einmalig um die Summe aller Ausschüttungen aufstocken, die über das Jahr zusammenge­kommen sind. Bei Banken wie Augs­burger Aktien­bank, Consors­bank, Deutsche Bank Maxblue, Ebase, FIL Fonds­bank, Finvesto und Wüstenrot Bank können Sie verfügen, dass die Ausschüttungen auto­matisch wieder­angelegt werden. Das ersetzt die Thesaurierung. Auch bei Flatex und ING-Diba ist dies möglich, allerdings erst bei Ausschüttungen ab 25 Euro beziehungs­weise 75 Euro.

Kosten, Flexibilität, Auszahlung

Was kostet mich ein ETF-Sparplan im Jahr?

Insgesamt werden für einen ETF-Sparplan, in den Sie 50 Euro im Monat einzahlen, zwischen 1,20 Euro und 45 Euro im Jahr fällig. Das güns­tigste Angebot gibt es bei der Augs­burger Aktien­bank in Verbindung mit einem Fonds­vermittler für 1,20 Euro. Einen Vermittler finden Sie über unser Special Fondsvermittler. Ohne Vermittler sind die Onlinedepots der Wüstenrot Bank und des Anbieters Finvesto mit Gesamt­kosten von 1,98 Euro im Jahr am preis­wertesten. Güns­tigster Anbieter unter den Filial­banken ist die Post­bank mit 10,80 Euro im Jahr.

Ist ein ETF-Sparplan denn angesichts des langen Zeitraums flexibel genug?

Ja, grund­sätzlich können Sie ETF-Sparpläne jeder­zeit kündigen, ihre Rate verändern oder aussetzen. Da Aktien­anlagen stets Verlustrisiken haben, sollten Sie den Verkauf eines Sparplans voraus­schauend planen. Fällt das Ende des Sparplans in eine ungüns­tige Börsen­phase, lassen Sie das Geld einfach noch etwas liegen. Am besten, Sie beob­achten die Entwick­lung bereits fünf Jahre, bevor Sie es benötigen.

Kann ich mir das Vermögen aus dem ETF-Sparplan auch in Raten auszahlen lassen?

Ja, Depotanbieter wie Augs­burger Aktien­bank, Ebase, FIL Fonds­bank, Finvesto oder Wüstenrot Bank bieten sowohl Minderjäh­rigen als auch Erwachsenen einen Auszahl­plan an. Wenn das Geld für den Lebens­unterhalt während eines Studiums oder einer Ausbildung benötigt wird, empfehlen wir aber einen Auszahl­plan von einer Bank mit festem Zins. Auch wenn die Zins­erträge nied­rig sind, vermeiden Sie dadurch Risiken, denen Sie bei Kurs­schwankungen an der Börse sonst ausgeliefert wären.

* Passage korrigiert am 21. Juni 2018.

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TestSparen für Kinder22.06.2018
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