Fest­geld und Giro­konten für Minderjäh­rige: Zinsen für Kinder

Als Zins­anlage taugt Fest­geld gut. Verzinste Kinder­girokonten eignen sich vor allem für die Kinder selbst.

Zwar sind Aktienfonds unsere erste Empfehlung für Kinder – doch manchmal passt sie nicht. Zum Beispiel dann nicht, wenn die Anlagedauer nur wenige Jahre beträgt, denn dann lassen sich Kurs­schwankungen der Aktienmärkte kaum aussitzen. Oder dann nicht, wenn sich die Anleger – die Eltern oder Groß­eltern – eine sichere Geld­anlage ohne jede Kurs­schwankung und ohne jegliches Risiko wünschen.

Für diese Fälle eignen sich Zins­anlagen. Fest­geld etwa, unter Umständen auch die Geld­anlage auf Kinder­girokonten. Für diesen Test haben wir nach güns­tigen Konditionen für Fest­geld mit fünf und mit zehn Jahren Lauf­zeit sowie nach Giro­konten für Minderjäh­rige gefragt.

Einige gute Fest­geld­angebote

Nicht alle Banken bieten die Möglich­keit an, Fest­geld­konten für Minderjäh­rige zu eröffnen. Den besten Zins für eine Anlagedauer von zehn Jahren bietet die Cron­bank. Sie zahlt 1,4 Prozent pro Jahr. Die akf Bank und die Yapi Kredi Bank zahlen 1,35 Prozent pro Jahr.

Für fünf­jähriges Fest­geld gibt es höchs­tens 1,2 Prozent pro Jahr. Anleger bekommen diesen Zins bei der akf Bank und der Ziraat Bank.

Bei allen Banken in der Tabelle sind im Fall einer Pleite mindestens 100 000 Euro pro Person gesetzlich geschützt. Geld, das bei der Cron­bank und der Ziraat Bank liegt, ist über die Einlagensicherung des Bundes­verbandes deutscher Banken zusätzlich geschützt.

Anders als Aktienfonds eignet sich Fest­geld nur zur einmaligen Anlage eines bestimmten Betrags, nicht als Sparplan. Anleger müssen mindestens 1 000 Euro, in einigen Fällen auch 2 500 beziehungs­weise 5 000 Euro einzahlen, um den Zins zu bekommen.

Wer nicht so viel Geld auf einen Schlag anlegen will, kann in Raten auf ein Tages­geld­konto sparen und einen Dauer­auftrag vom Giro­konto einrichten. Die besten Tages­geld­angebote (Stand 4.9.2019) finden Sie auf Seite 61 im PDF zu diesem Artikel, stets aktuelle Konditionen zeigt der Tagesgeldvergleich auf test.de. Konten für Minderjäh­rige sind mit Fußnote 14 gekenn­zeichnet. Alternativ können die Erwachsenen auf eigenen Namen sparen, bis sie genug für ein Kinder­fest­geld­konto zusammenhaben.

Giro­konten mit Maximal­betrag

Für kleines Geld taugen auch Giro­konten für Minderjäh­rige. Es gibt sie bei vielen Sparkassen und Volks­banken. Einige Angebote sind über­regional (siehe Tabelle PDF S. 59). Die Konto­führung ist kostenlos. Auch Geld auf Giro­konten ist gesetzlich mindestens zu 100 000 Euro abge­sichert, meist ist es mehr. Sparkassen und Volks­banken unterhalten eine darüber hinaus­gehende Einlagensicherung.

Drei Sparkassen (Berlin, Förde, Hamburg) und die Volks­bank Dresden-Bautzen bieten auf das Guthaben 3 Prozent Zinsen pro Jahr an – allerdings nur bis zu einem Betrag von höchs­tens 500 beziehungs­weise 1 000 Euro. Trotzdem: Von solchen Zinsen träumen Anleger sonst nur. Die Baden-Württem­bergische Bank zahlt Zinsen bis zu einem Betrag von 5 000 Euro, allerdings gibt es nur 0,5 Prozent pro Jahr.

Den Umgang mit Geld lernen

Je nach Höhe der monatlichen Sparrate sind die Maximal­beträge der Banken oft bald erreicht. Doch für den Anfang – ehe die geforderte Mindest­summe für ein Fest­geld beisammen ist – passen die Kinder­girokonten prima. Die Konten eignen sich auch gut für die Erspar­nisse der Kinder selbst. Was übrig ist vom Taschengeld, vielleicht sogar das Taschengeld selbst, die kleinen Geld­geschenke zum Geburts­tag und zu Weih­nachten – alles das können die Kleinen oder auch schon Größeren auf ein solches Giro­konto einzahlen und auch wieder abheben, wenn sie es benötigen. So können sich Kinder und Jugend­liche schon früh­zeitig an den Umgang mit Geld gewöhnen

Die Eltern legen fest, was ihr Nach­wuchs mit dem Konto alles anstellen darf. Sie bestimmen, wie viel ihr Kind abheben darf, ob es eine Bank­karte bekommt und selbst die Konto­auszüge ziehen darf. Die Konten werden streng auf Guthabenbasis geführt. Kredite an Minderjäh­rige gibt es nicht.

Werden die Kinder voll­jährig, gelten die Gutha­benzinsen nicht mehr. Dann rücken andere Aspekte in den Fokus, etwa wie viel eine Girocard oder das Geld­abheben kostet oder wie teuer der Dispo ist.

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