Sparen auf den Namen des Kindes: Konto­eröff­nung, Steuern, Versicherung

Konto. Eröffnen Eltern ein Konto oder Depot auf den Namen ihres Kindes, gehört das Geld darauf allein dem Kind. Die Eltern dürfen das Konto nur verwalten. Wird das Kind voll­jährig, erlischt die Voll­macht der Eltern.

Konto­eröff­nung. Das Konto für ein minderjäh­riges Kind muss von den Eltern eröffnet werden. Welche Unterlagen sie genau vorlegen müssen, fragen sie am besten bei der Bank. Notwendig ist eine Geburts­urkunde des Kindes oder ein Ausweisdokument. Auch die Eltern müssen sich ausweisen. Allein­erziehende müssen den Nach­weis über die Allein­vertretungs­berechtigung vorzeigen. Die Banken seien aufgrund des Geld­wäschege­setzes außerdem verpflichtet, die Steuer-ID abzu­fragen, heißt es beim Bundes­verband deutscher Banken (BdB), und zwar sowohl die der Eltern als auch die des Kindes.

Verfügungs­berechtigung. Solange das Kind minderjäh­rig ist, haben die Eltern einen Zugang zum Konto oder Depot. Sie können bestimmen, ob und inwieweit das Kind über das Konto verfügen darf. Einige Banken erlauben auch eine Voll­macht für Dritte, etwa die Groß­eltern, die einen Sparplan auf den Namen des Kindes besparen.

Verwaltung. Eltern dürfen das Konto des Kindes verwalten, aber kein Geld etwa für die Klassen­fahrt oder das Schulgeld abheben. Tun sie es trotzdem – ohne Wissen des Kindes oder ohne sein Einverständnis – machen sie sich angreif­bar. Wenn Eltern das Ersparte ihres Kindes für dessen Unterhalt verwenden, nutzen sie es aus Sicht der Gerichte letzt­lich für sich selbst. Das Kind könnte sie auf Rück­zahlung des Geldes verklagen.

Frei­beträge. Eltern können für ihr Kind vom Finanz­amt eine Nicht­ver­anlagungs­bescheinigung ausstellen lassen. Erträge auf Kinder­konten bleiben bis zu 10 005 Euro steuerfrei, wenn das Kind keine weiteren eigenen Einkünfte hat. Der Betrag setzt sich zusammen aus dem Grund­frei­betrag (9 168 Euro), dem Sparerpausch­betrag (801 Euro) und dem Sonder­ausgabenpausch­betrag (36 Euro). Für den Fall, dass Eltern auf Geld zugreifen, das auf den Namen des Kindes angelegt war, fallen nach­träglich Steuern an.

Familien­versicherung. Kinder können nur kostenlos in der gesetzlichen Kranken­versicherung der Eltern mitversichert sein, wenn ihre Einkünfte aus Kapital­vermögen 445 Euro pro Monat nicht über­schreiten.

Bafög. Der Anspruch auf Ausbildungs­förderung (Bafög) sinkt, wenn das Vermögen des Kindes 7 500 Euro über­steigt.

Groß­eltern. Lautet das Konto auf den Namen des Kindes, haben die Eltern immer einen Zugang zum Depot – auch wenn die Groß­eltern einzahlen. Das lässt sich nur dadurch vermeiden, dass die Groß­eltern im eigenen Namen sparen. Um sicher­zustellen, dass das Geld im Todes­fall nicht an die Eltern fällt, sondern dem Kind zugute­kommt, können sie ein Testament machen. Möglich ist bei manchen Banken auch der Abschluss eines Vertrags zugunsten Dritter mit der Bank, mit dem sie das Kind im Todes­fall begüns­tigen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 209 Nutzer finden das hilfreich.