Das Landgericht Potsdam hat die Firma Sparen & Gewinnen zur Zahlung von 10 000 Euro plus Zinsen verdonnert (Az. 11 O 221/02). Das niederländische Unternehmen hatte dem Kläger im Jahr 2000 Werbeunterlagen und ein „Gewinndokument“ geschickt. Neben einer Gewinnnummer stand darin, er habe 10 000 Euro gewonnen.

An ihn persönlich gerichtet war auch die Zusicherung, der Geldbote werde ihm das Geld nach Hause liefern. Der Adressat sollte nur einen beiliegenden Gewinnkupon auf den Gewinn-Abruf-Schein kleben und zurücksenden.

Nebenbei wurde der Kläger aufgefordert, das „beiliegende Angebot sorgfältig zu studieren und das eine oder andere Schnäppchen-Angebot zu nutzen“. Weitere Infos über das Gewinnspiel, die ebenfalls als Gewinnzusage verstanden werden konnten, befanden sich versteckt und ohne weitere Hinweise auf der Innenseite des Briefumschlags.

Der Gewinn wurde nie ausgezahlt. Die Richter werteten das Schreiben von Sparen & Gewinnen als verbindliche Gewinnzusage. Die persönliche Ansprache und die unbedingte Mitteilung, er habe bereits gewonnen, hätten beim Empfänger keine Zweifel aufkommen lassen, dass er den Gewinn auch erhalten werde.

Ob dem Kläger das – noch nicht rechtskräftige – Urteil aber nützt, ist fraglich. Werden Gewinnspiel-Initiatoren verurteilt, setzen sie sich häufig ab oder flüchten in die Insolvenz.

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