Ausländische Banken bieten oft bessere Zinsen für Spargeld als deutsche Banken. Wir sagen, wer sie sind und woher sie kommen.

Sparanlagen Special

Namen wie Akbank und Garanti Bank sind in Deutschland noch wenig bekannt. In Istanbul hingegen gehören sie zum Straßenbild.

Geld bei einer ausländischen Bank anzulegen, ist für viele Anleger immer noch ein Abenteuer. Sie misstrauen den ausländischen Einlagensicherungssystemen. Berechtigt ist das Misstrauen nicht. Denn bei allen Banken mit Sitz in der EU sind die Guthaben der Sparer in Höhe von mindestens 100 000 Euro pro Person und Bank gesetzlich geschützt. Falls es zu einer Pleite kommt, werden Sparer – unabhängig davon ob die Bank im In- oder Ausland sitzt – grundsätzlich nach 20 Tagen entschädigt. So sieht es eine Richtlinie der EU vor.

Trotzdem wollen unsere Leser immer wieder wissen, ob die Spareinlagen bei den „Ausländern“ wirklich sicher sind. Sie wundern sich, dass sie die Banken nicht kennen, und fragen sich, warum viele von ihnen dauerhaft bessere Zinsen als viele deutsche Institute anbieten.

Das ist möglich, weil sie als Direktbanken kein kostenintensives Filialnetz brauchen und viel weniger Mitarbeiter als Filialbanken beschäftigen müssen. Viele bieten keine Girokonten an und beschränken sich auf Tages- und Festgeldangebote, die nur telefonisch oder über das Internet verwaltet werden. Das spart Kosten. Zudem besorgen sie sich auf diesem Weg Eigenkapital, das sie für andere Bankgeschäfte benötigen.

Dass viele Sparer die ausländischen Anbieter in unseren Bestenlisten nicht kennen, braucht sie nicht zu sorgen. Bei allen gilt derselbe gesetzliche Schutz.

Bei manchen ausländischen Instituten wie etwa der Oyak Anker Bank, die dem Pensionsfonds des türkischen Militärs gehört, ist sogar Spargeld in Millionenhöhe pro Person und Bank abgesichert. Die Bank ist nämlich Mitglied im freiwilligen Sicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Der müsste im Pleitefall alle Ersparnisse in Millionenhöhe ersetzen.

Großbanken im Hintergrund

Hinter den meisten der von uns veröffentlichten ausländischen Banken stehen große Banken und internationale Konzerne (siehe Tabelle). Bei der Bank mit dem Fantasienamen Moneyou etwa ist es der niederländische Finanzkonzern ABN Amro.

Manchmal gibt es auch neue Namen, weil sich Eigentumsverhältnisse einer Bank verändern. So musste sich die holländische Finansbank 2007 in Credit Europe Bank umbenennen, weil die National Bank of Greece die türkische Finansbank der Finansbank-Gruppe kaufte und die Namensrechte auf die griechische Bank übergingen.

Der heutigen Credit Europe Bank, deren Mehrheitseigner die europaweit agierende Fiba International Holding in Amsterdam ist, hat das nicht geschadet. Sie ist seit Jahren einer der Top-Anbieter für Spargeld.

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