Unsichere Zinszukunft: Warum wir von den Sparplänen abraten

Viele Wohnungsgenossenschaften bieten Sparpläne mit variablen Zinsen und festen Bonuszahlungen an. Die Boni steigen mit der Laufzeit oder es gibt einen Bonus am Laufzeitende. Die Renditeaussichten scheinen um Längen besser als bei den entsprechenden Sparplänen von Banken. Doch es bleibt offen, nach welchen Regeln die Genossenschaften ihre Zinsen ändern werden. Finanztest kann die Sparpläne deshalb nicht empfehlen – anders als die anderen Sparangebote der Wohnungsgenossenschaften.

Bereits im Jahr 2004 hatte der Bundes­gerichtshof (BGH) entschieden, dass Banken bei Sparplänen mit variablen Zinsen und Bonussystem die Zinsen nicht willkürlich ändern dürfen. Sie müssen sich an nachvollziehbaren Richtgrößen orientieren. Im vergangenen Monat formulierte der BGH in ­einem weiteren Urteil sogar noch striktere Regeln für die Zinsanpassung (siehe Meldung: Richter fordern faire Zinsen aus Finanztest 6/2010). Anders als die meisten Banken haben die Wohnungsgenossenschaften ihre Sparpläne den Vorgaben des BGH nicht oder nur unzureichend angepasst. Die wenigsten richten ihre Verzinsung nach einer anerkannten Richtgröße. Selbst bei den paar Sparplänen, die sich an einer nicht näher bezeichneten Umlaufren­dite orientieren, vermissen wir klare Anpassungsregeln.

Gleiches gilt für den einzigen Riester-Banksparplan, der zurzeit von einer Wohnungsgenossenschaft angeboten wird. Die Berliner Bau- und Wohnungs­genossenschaft von 1892 gewährt zwar regelmäßig hohe Boni, hat aber so außergewöhnliche Regeln für die Zinsanpassung, dass der für eine Bewertung notwendige Renditevergleich nicht möglich war (siehe Test: Riester-Banksparpläne aus Finanztest 12/2009).

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