Sparangebote mit Tücken Test

Sparzinsen, die mit dem Benzinpreis, dem Erfolg einer Fußballmannschaft oder dem Aktienindex steigen - Angebote dieser Art gibt es genügend. Selten bringen diese speziellen Sparformen aber hohe Renditen. Finanztest hat sich einige Angebote genauer angesehen und sagt, was Anleger tatsächlich erwarten können.

Rendite ungewiss

Gleich vorweg: Alle von Finanztest untersuchten Zinsangebote mit Sonderbedingungen taugen wenig. Anleger, die auf eine verlässliche Verzinsung Wert legen, sollten daher die Finger von ihnen lassen. Bei keinem der untersuchten Angebote wissen Sparer, wie viel sie nach einem Jahr auf ihrem Konto haben. test.de nennt im Folgenden Beispiele für werbewirksame Sparangebote, die derzeit am Markt sind und zeigt, wie hoch die Renditechancen sind.

Profitieren von steigenden Spritpreisen

Beim Benzin-Sparbuch zweier thüringischer Genossenschaftsbanken ist der Zins an die Entwicklung des Benzinpreises gekoppelt. Das heißt: Bei steigenden Spritkosten gibts auch höhere Zinsen. Da Autofahrer stetig über steigende Benzinkosten jammern, hört sich das Angebot zunächst gut an. Allerdings geht die Rechnung für Sparer nicht auf: Finanztest hat die Sparbucherträge auf Basis der tatsächlichen Entwicklung des Index für Superbenzin bis ins Jahr 2000 zurück gerechnet. Heraus kam eine magere Rendite von 1,2 bis knapp 2 Prozent jährlich. So machen sich die Preiserhöhungen von Benzin sehr wohl an der Tankstelle und im Geldbeutel von Autofahrern bemerkbar, aber kaum auf dem Benzin-Sparbuch. Was die Genossenschaftsbanken verschweigen: Ein großer Preissprung beim Sprit bringt nur einen Monat lang höhere Zinsen. Das Tanken bleibt aber üblicherweise lange Zeit teuer.

Mit Börsenkursen gewinnen

Zinssparer blicken in guten Börsenzeiten meist neidisch auf die Renditen der Aktienmärkte. Einige Banken bieten daher sichere Zinsprodukte, die zusätzlich von steigenden Börsenkursen profitieren sollen. Das große Aber: Renditen der Aktienmärkte gibt es niemals ohne Risiko. Daher sind die Angebote letztlich Augenwischerei. Von den vier überprüften Produkten schlug sich das Börsensieger-Sparkonto der Postbank noch am besten: Bei Anlagebeträgen bis zu 5 000 Euro lagen die Renditeerwartungen zwischen 2,3 und 3,1 Prozent pro Jahr. Für Beträge ab 50 000 Euro gibts nochmal ein halbes Prozent mehr. Das ist beim derzeit niedrigen Zinsniveau recht ordentlich. Ebenfalls von der Postbank gibts das Dax-Sparbuch. Es ist aber - vor allem aufgrund des niedrigen Basiszinses von 0,5 Prozent - die deutlich schlechtere Wahl.

Sparrendite mit Fußballklubs

Wem Fußballwetten oder Toto zu riskant sind, der kann auch mit einem Sparkonto auf seinen Verein setzen - zumindest auf einige der großen Clubs wie Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund oder den 1. FC Nürnberg. Doch auch hier gilt: Deutlich über zwei Prozent sind selbst dann kaum drin, wenn die Mannschaften mehr als Spitzenleistungen auf dem Platz bringen. Statistisch gesehen dürfte die Rendite sogar unter den zwei Prozent bleiben. Finanztest hat die Spielergebnisse der Vereine in den vergangenen zehn Jahren herangezogen, um die wahrscheinlichen Zinsen für die laufende Saison zu berechnen. Ergebnis: Kleinanleger fahren am schlechtesten mit der Bayern-Sparkarte der Hypovereinsbank. Selbst bei erfolgreicher Torjagd kassieren Sparer wenig mehr als 1 bis 1,5 Prozent.
Tipp: Der Testkompass zeigt alle überprüften Bundesliga-Zinsangebote.

Befristete Zinsschnäppchen

Neben diesen recht exotischen Angeboten gibts bei Banken und Sparkassen immer wieder auch zeitlich befristete Zinsschnäppchen. Dazu zählt etwa das Tagesgeldkonto von Cortal Consors. Neukunden der Direktbank erhielten ein halbes Jahr lang 2,5 Prozent Zinsen für maximal 20 000 Euro. Das ist recht ordentlich. Nach dem halben Jahr gab es aber nur noch den normalen Tagesgeldzins, der jederzeit geändert werden kann. Derzeit liegt er bei 1,5 Prozent. Mittlerweile ist das Neukundenangebot aber nicht mehr am Markt erhältlich.

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