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Die angeblich sicheren Zinsen bleiben meist Illusion.

Haben die Banken Geld zu verschenken? Einige werben mit geradezu fantastischen Zinsen.

„6 Prozent für Tagesgeld“ verspricht die comdirect. „Sichere 6 Prozent“ legt die SEB Bank nach. Besonders üppig macht es die VR-Bank Westmünsterland, wo eine „Doris Daily“ vollbusig ihren Ausschnitt herzeigt: „Zinsen nicht zu knapp“. Das ist hart an der Grenze zum schlechten Geschmack – auch weil die versprochenen Zinsen meist Illusion bleiben.

comdirect: Hier gibt es die 6 Prozent nur für Neukunden, maximal für ein halbes Jahr und höchsten für 5 000 Euro. Außerdem muss der Kunde ein Wertpapierdepot eröffnen und dort mindestens 3 000 Euro anlegen.

SEB Bank: Die SEB gibt ihre 6 Prozent nur auf 40 Prozent des Anlagebetrags. Die übrigen 60 Prozent gehen in Investmentfonds. Wenn die schlecht laufen, winken nicht „sichere 6 Prozent“, sondern böse Verluste.

VR-Bank: Verluste sind bei „Doris Daily“ ausgeschlossen, sie gibt mindestens das eingezahlte Geld zurück. Aber die beworbenen „bis 5 Prozent“ sind an den Börsenindex Dax geknüpft. Es gibt immer nur so viel, wie der Dax steigt, und maximal 5 Prozent. Das wird jede Woche geprüft. Um übers ganze Jahr diesen Zins zu bekommen, muss der Dax jede Woche 5 Prozent zulegen – das sind aufs Jahr gesehen knapp 1 200 Prozent.

Ähnliche Angebote hat fast jede Bank. Und alle, die so hohe Zinsen versprechen, sind mit ähnlichen Tricks gestrickt. Meist sind es Kombiprodukte, die an Fonds, Aktien oder Börsenindizes gekoppelt sind. Oft zeigt erst der Blick ins Kleingedruckte die Risiken.

Tipp: Es ist besser, sauber zu trennen: Summen, die sicher und schnell verfügbar sein sollen, gehören auf Tagesgeldkonten – gute Angebote zeigt die Tabelle. Für Beträge, die langfristig gute Rendite bringen sollen, sind Aktien- oder Mischfonds richtig.

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