Spar­angebote Special

Auch in Nied­rigzins­zeiten können Sparer gute Angebote für ihre Geld­anlage finden.

Die Zinsen sind im Keller. Gibt es trotzdem attraktive Spar­angebote? Welche Spar­angebote sind sicher? Die Finanztest-Experten beant­worten häufige und aktuelle Fragen rund ums Sparen. Für alle, die keine Fragen haben: In den Zinsdatenbanken von test.de finden Sie die besten Tages- und Fest­geld­angebote und Zins­anlagen mit ethisch-ökologischem Anspruch.

Zins­tief hält Sparer auf Trab

Das Rekord­tief der Zinsen für Tages- und Fest­geld hält Sparer auf Trab. Unsere Redak­tion erreichen viele Fragen von Anlegern, die versuchen, Topangebote zu finden und für ihr Geld ein paar Zehntel mehr hinter dem Komma heraus­zuholen. Manche schielen nach den hohen Zinsen ausländischer Banken und fragen uns: Worauf muss ich achten, wenn ich mein Geld im Ausland anlege? Andere eröffnen regel­mäßig neue Konten und profitieren so von Neukunden-Angeboten der Banken. Aber lohnt sich das wirk­lich? Und immer wieder geht es um die Sicherheit der Geld­anlagen. Hier sind unsere Antworten auf typische Fragen.

Ich habe 15 000 Euro geerbt. Wie lege ich das Geld am besten an?

Bevor wir Ihnen diese Frage beant­worten können, müssen Sie uns einige Antworten geben: Wie flexibel wollen Sie auf Ihre Erspar­nisse zugreifen? Welche Anlagen haben Sie bereits? Auch der Zeitraum, für den Sie anlegen wollen, spielt eine Rolle. Tages­geld eignet sich zum Beispiel, wenn Sie jeder­zeit über Ihr Geld verfügen wollen. Haben Sie noch irgendwo Schulden? Dann sollten Sie die erst abbezahlen, ehe Sie über­haupt daran denken, Ihr Geld anzu­legen. Kreditzinsen sind meist höher als die Einnahmen aus Geld­anlagen.

Die Zinsen für Fest­geld sind sehr nied­rig. Ab welchem Betrag lohnt es sich, Erspar­nisse fest anzu­legen?

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Für Fest­geld zahlen die Banken während der Lauf­zeit einen garan­tierten Zins.

Sie sollten zunächst zwei bis drei Monats­gehälter auf einem Tages­geld­konto als Notgroschen parken. Wenn Sie mehr Geld zur Verfügung haben, können Sie über lang­fristige Zins­anlagen nach­denken. Sinn­voll ist in vielen Fällen zurzeit ein Anlage­zeitraum von zwei Jahren. Die Deniz­bank bietet Ihnen dafür beispiels­weise 1,8 Prozent Rendite, wenn Sie mindestens 1 000 Euro auf das Fest­geld­konto einzahlen. Bei der Vakif­bank müssen Sie mindestens 5 000 Euro für zwei Jahre anlegen, dann erhalten Sie 1,71 Prozent Rendite. Während der Lauf­zeit können Sie solche Fest­zins­angebote üblicher­weise nicht kündigen und haben keinen Zugriff auf Ihr Geld. Deshalb sollten Sie sich vorher über­legen, wie lange Sie auf Ihr Geld verzichten können.

Beste und dauer­haft gute Angebote im Produktfinder Tagesgeld und im Produktfinder Festgeld

Ich habe nur 500 Euro. Lohnt sich ein Tages­geld­konto bei so kleinen Beträgen?

Ja, gerade für kleinere Beträge ist so ein Konto sinn­voll. Ein gut verzinstes Tages­geld­konto können Sie auch als Alternative zu einem Sparplan nutzen, denn Sie können regel­mäßig Geld einzahlen. Im Vergleich zu den meisten Bank­sparplänen sind Sie flexibler, da Sie die Raten jeder­zeit ändern oder aussetzen und ohne Probleme auch Sonderzah­lungen leisten können. Aber die Flexibilität hat ihren Preis: Die Banken können die Zinsen für Ihr Tages­geld­konto jeder­zeit ändern. Sie erhalten hier keine Zins­sicherheit.

Welche Tages­geld­angebote können Sie empfehlen?

Wir ermitteln jeden Monat die dauer­haft guten Tages­geld­konten. Das sind Konten mit stabil über­durch­schnitt­lichen Zinsen, die in den vergangenen zwei Jahren fast immer zu den 20 besten gehörten. Zurzeit enthält unsere Liste elf Anbieter. CosmosDirekt zahlt beispiels­weise 1,21 Prozent bei einem Erst­anlagebetrag von 1 000 Euro. Zusätzlich führen wir die aktuell besten Tages­geld­angebote auf. Darunter finden sich häufig Angebote von Banken, die neu in den Markt einsteigen und durch attraktive Zinsen auf sich aufmerk­sam machen.

In unserem Produktfinder Tagesgeld können Sie mehr als 80 dieser Zins­angebote vergleichen. Sie werden alle 14 Tage aktualisiert. Anfang September liegen die Neukunden­angebote der Volks­wagen Bank und der Audi Bank vorn. Für vier Monate zahlen sie 1,41 Prozent Rendite für Beträge bis 50 000 Euro.

Gibt es denn auch Tages­geld­angebote mit längerer Zins­garantie?

Ja, häufig richten sich diese Angebote an Neukunden. Cortal Consors garan­tiert beispiels­weise 1,2 Prozent für zwölf Monate Lauf­zeit. Ein faires Angebot, das für einen Betrag von bis zu 50 000 Euro gilt. Es gibt aber auch viele Lock­angebote mit Tücken. Sie sollten prüfen: Gibt es versteckte Zusatz­kosten? Wie entwickeln sich die Zinsen nach der Garantie? Immer wieder stoßen wir auf Angebote, die gut aussehen, aber sich vor allem für die Bank lohnen. In unseren Tabellen nennen wir nur Angebote ohne Zusatz­kosten.

Lohnt es sich, regel­mäßig die Bank zu wechseln, um von den Neukunden­angeboten zu profitieren?

Ja, es kann sich lohnen, wenn Sie immer bei der Bank anlegen, die Ihnen aktuell die höchsten Zinsen bietet. Bevor Sie davon profitieren, müssen Sie aber ein neues Konto bei der Bank eröffnen und am Postident-Verfahren teilnehmen, wenn die Bank keine Filiale in Ihrer Nähe hat. Dafür legen Sie bei der Post die Konto­eröff­nungs­unterlagen und Ihren Ausweis vor und weisen so Ihre Identität eindeutig nach. Vergessen Sie am Ende Ihrer Anlage nicht, das Konto zu kündigen, damit Sie später wieder ein Neukunden­angebot der Bank nutzen können. Wie lange Sie warten müssen, bis die Bank Sie nach einer Kündigung wieder als Neukunde ansieht, ist nicht einheitlich geregelt. Meistens gilt ein Zeitraum von einem halben Jahr. Wenn Ihnen das regel­mäßige Ausfüllen der Anträge zu viel Aufwand ist, sollten Sie lieber ein dauer­haft gutes Tages­geld­angebot wählen Produktfinder Tagesgeld.

Warum bieten Direkt­banken häufig höhere Zinsen auf Fest­geld?

Direkt­banken haben viel nied­rigere Kosten als Filial­banken, da sie nur wenige Stand­orte und wenig Personal haben. Mit solchen Banken regeln Sie Ihre Geschäfte vor allem online, teil­weise auch telefo­nisch. Meist bieten Direkt­banken nur wenige Finanz­produkte an, sodass ihr Verwaltungs­aufwand relativ gering ist. Die Kosten­erspar­nisse können sie in Form von höheren Zinsen an ihre Kunden weitergeben.

Ich habe in Holland ein Topangebot gefunden. Kann ich auch direkt im Ausland ein Konto eröffnen?

Nein, für deutsche Kunden ist es kaum möglich, direkt ein Konto im Ausland zu eröffnen. Sie müssten schon einen Wohn­sitz in dem Land angemeldet haben. Es ärgert viele, dass ihnen dieser Zugang verwehrt bleibt, denn manche Banken bieten in anderen Ländern bessere Konditionen als in Deutsch­land. Ein Beispiel ist die hollän­dische Amsterdam Trade Bank. Anleger aus Deutsch­land bekamen Anfang September 1,55 Prozent auf Fest­geld mit einer Lauf­zeit von zwei Jahren. Nieder­ländische Kunden erhielten für dieselbe Lauf­zeit 1,9 Prozent. Die hollän­dischen Sparzinsen waren also 0,35 Prozent­punkte höher als das Angebot auf der deutschen Internetseite der Bank. Dennoch zählen viele ausländische Banken zu den Spitzen­anbietern auf dem deutschen Markt. Die Banken profitieren dabei gleich doppelt: Sie gewinnen mit ihren Topangeboten neue Kunden und können die Differenz zu den noch höheren Zinsen auf ihren Heimatmärkten für sich behalten.

Wie sicher ist mein Geld im Pleitefall, wenn ich bei einer ausländischen Bank investiere?

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Banken aus dem Ausland wollen mit Topangeboten auf dem großen deutschen Markt Kunden gewinnen.

Wenn die Bank ihren Sitz in der Europäischen Union hat, sind gesetzlich 100 000 Euro Ihrer Erspar­nisse geschützt. Wenn Sie mehr als 100 000 Euro zur Verfügung haben, können Sie Ihr Geld bei mehreren Instituten anlegen. Manchmal klingt der Bank­name zwar ausländisch, aber das Tochter­unternehmen in Deutsch­land ist eigen­ständig und unterliegt der deutschen Einlagensicherung. Das gilt zum Beispiel für die Sant­ander Bank. Ihr Mutter­konzern sitzt in Spanien. Doch die Tochterbank ist Mitglied im freiwil­ligen Einlagensicherungs­fonds des Bundes­verbandes deutscher Banken. Er sichert Erspar­nisse, die über der gesetzlichen Grenze von 100 000 Euro liegen.

Reicht das Geld aus der Einlagensicherung, wenn mehrere europäische Banken gleich­zeitig pleitegingen?

Es gibt keine genauen Angaben, wie viel Geld in den Einlagensicherungs­töpfen der Länder liegt. Nicht alle EU-Länder haben ihre Einlagensicherungs­fonds derzeit ausreichend gefüllt, deshalb musste bei einigen Bankenpleiten bereits der Staat einspringen. Kann er das nicht, würde wohl die Europäische Union (EU) helfen, so wie sie das zuletzt in Zypern getan hat. Um mögliche Pleiten früher zu erkennen und zu verhindern, haben die EU-Staaten und das EU-Parlament die „Banken­union“ auf den Weg gebracht. Sie gilt als das weitreichendste europäische Integrations­projekt seit der Einführung des Euro und ist eine Konsequenz aus der Eurokrise. Zur Banken­union gehört eine zentrale Finanzmarkt­aufsicht genauso wie die gemein­same Verantwortung, wenn es gilt, inner­halb der EU Kredit­institute zu sanieren oder abzu­wickeln.

Wie wird die Banken­union konkret umge­setzt?

Im März einigten sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf einen Kompromiss. Der europäische Banken­abwick­lungs­fonds soll von den Banken inner­halb von acht Jahren mit 55 Milliarden Euro gefüllt werden. Wenn eine Bank pleite­geht, sichert der Fonds eine geordnete Abwick­lung. Die Banken sollen ab Januar 2016 beginnen, in den Fonds einzuzahlen. Die gemein­same Aufsicht über die europäischen Groß­banken über­nimmt die Europäische Zentral­bank bereits ab Herbst 2014. Derzeit werden die Bilanzen von rund 130 Groß­banken geprüft und einem Stress­test unterzogen.

Wie bewerten Sie die Angebote der Platt­form Welt­sparen.de?

Seien Sie vorsichtig. Sie sollten nicht nur auf die Rendite, sondern auch auf die Sicherheit Ihrer Geld­anlage achten. Die Platt­form Welt­sparen.de tritt als „Nach­weismakler“ auf und will Kunden aus Deutsch­land Zugang zu ausländischen Fest­geld­angeboten mit höheren Zinsen vermitteln, die Sie normaler­weise nur mit Wohn­sitz im Land erhalten würden (Special Festgeld: Hohe Zinsen im Ausland kassieren, Finanztest 3/2014). Derzeit gibt es auf der Platt­form beispiels­weise Angebote der bulgarischen Fibank und der norwegischen BN Bank. Obwohl Welt­sparen.de damit wirbt, dass diese Angebote der Einlagensicherung des jeweiligen Landes unterliegen, nehmen wir sie nicht in unsere Tabellen der Spitzen­angebote auf. Im Falle Bulgariens bezweifeln wir, dass genügend Rück­lagen im Einlagensicherungs­fonds des Landes sind, um nach einer Pleite alle Anleger frist­gerecht zu entschädigen. Bei der norwegischen BN Bank legen Sie in norwegischen Kronen an. Immer wenn Sie in einer anderen Währung als dem Euro anlegen, gehen Sie ein höheres Risiko ein. Es kann passieren, dass sich der Wechselkurs zum Euro bis zum Ende der Lauf­zeit verschlechtert hat.

Ich möchte mein Geld ethisch-ökologisch anlegen. Zu welchen Spar­angeboten raten Sie?

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Grüne Geld­anlagen bringen meist nicht so hohe Zinsen, dafür aber ein besseres Gewissen.

Sie können sich die Angebote von Banken mit ethisch-ökologischem Profil ansehen. Infrage kommen zum Beispiel die Ethik­bank, die GLS Bank, die Umwelt­bank und die Bank für Kirche und Diakonie. Je nach Satzung können Sie sicher sein, dass die Bank mit Ihrem Geld keine Kredite für Waffen­exporte oder für die Atom­industrie gewährt. Die Ansprüche der Institute gehen unterschiedlich weit. Manche bieten einzelne Spar­angebote zu „grünen Konditionen“ an, andere verpflichten sich, dass alle Geschäfte strengen Anforderungen unterliegen. Einige Banken unterstützen soziale Einrichtungen oder investieren in Wind­parks oder Solar­anlagen. Viele veröffent­lichen im Internet, welche Projekte sie fördern. Wie konventionelle Banken unterliegen die Institute der Einlagensicherung und bieten ihren Kunden unterschiedliche Geld­anlagepro­dukte an.

Weitere Anbieter finden Sie im Internet in unseremProduktfinder für ethisch-ökologische Sparanlagen.

Welche ethisch-ökologischen Anlagen lohnen sich auch finanziell?

Sie müssen damit rechnen, dass Sie weniger Zinsen erhalten als für konventionelle Topangebote. Während die Umwelt­bank für eine zweijäh­rige Lauf­zeit und den Mindest­anlagebetrag von 500 Euro 0,8 Prozent bietet, liegt das Angebot der Deniz­bank für dieselbe Lauf­zeit 1,0 Prozent­punkte darüber. Ein gutes Gewissen hat eben auch seinen Preis.

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