Spanair Pleite Meldung

Am 27. Januar um 22 Uhr hat die spanische Flug­gesellschaft Spanair ihren Flugbetrieb eingestellt. Alle Flüge sind ersatzlos gestrichen. Für viele der rund 22 000 betroffenen Passagiere heißt das: Sie werden auf ihren Ausgaben für das Flugticket sitzen bleiben. Manche Reisekunden dürfen aber noch hoffen. test.de erklärt die Rechtslage.

Ersatzflüge zu Sondertarifen

Grundsätzlich können Reisende, die ein Ticket der Spanair gebucht haben, nicht auf Kostenersatz oder Ersatzflüge hoffen. Im Fall einer Fluglinienpleite gilt wie bei allen Pleiten: Am Ende werden die Gläubiger nur anteilig aus der Insolvenzmasse bedient, sofern sie das beim Insolvenzverwalter beantragen. Meist fällt in solchen Fällen für den Einzelnen nur sehr wenig Geld ab. Allerdings: Für kurzfristig anstehende Flüge hat Spanair nach eigenen Angaben mit anderen Fluggesellschaften Sondertarife für Ersatzflüge ausgehandelt. Es handelt sich um Fluggesellschaften wie Iberia und Vueling. Spanair-Passagiere sollen zum Preis von 60 Euro, 90 Euro oder 100 Euro freie Plätze auf innerspanischen und innereuropäischen Routen erhalten. Infos zu diesen Sonderkonditionen gibt es direkt bei Spanair unter der spanischen Nummer 00 34-971-916 047.

Star-Alliance-Flüge sollen stattfinden

Für Reisende, die über die Linie Spanair einen Flug gekauft haben, der von einer anderen Linie im Fluglinienverbund Star Alliance durchgeführt werden soll, gilt: Diese Tickets behalten ihre Gültigkeit. So jedenfalls informiert derzeit Star-Alliance-Mitglied Spanair über ihre Hotline.

Veranstalter einer Pauschalreise in der Pflicht

Ist ein ausgefallener Spanair-Flug Teil einer Pauschalreise, dann ist der Reiseveranstalter in der Pflicht. Er ist dann erster Ansprechpartner für die Kunden und muss kostenlos alternative Flüge organisieren. Wenn es aufgrund der Spanair-Pleite zu Verspätungen kommt, kann das als Reisemangel gelten und Reisende können den Reisepreis mindern.

Flugticket-Versicherung zahlt

Aufatmen können Reisende, die beim Kauf des Flugtickets auch eine sogenannte Flugticket-Versicherung abgeschlossen haben. Solche Policen schützen vor den finanziellen Folgen einer Airlinepleite. In diesen Fällen erstattet die Versicherung den Kunden den Ticketpreis. Wenn Kunden während einer Reise von der Insolvenz der Fluggesellschaft überrascht werden, organisiert und zahlt der Versicherer den Rückflug mit einer anderen Airline. test.de hat nachgeschaut: Die beiden Versicherer Europäische Reiseversicherung (ERV) und Hanse Merkur hatten die Spanair nicht vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wer dort eine Police hat, erhält daher jetzt Leistungen.

Tipp: Solche Policen kosten bei den beiden Anbietern 5 Euro pro Person und Ticket. Sie gelten weltweit. Einige Fluggesellschaften sind allerdings von vornherein vom Schutz ausgeschlossen. Die Versicherer aktualisieren regelmäßig die Liste der gefährdeten Fluggesellschaften, bei deren Pleite sie nicht haften wollen. Die Ausschlussliste der ERV finden Sie unter www.ticketsafe.de, die der Hanse Merkur auf der Produktseite zum Flugticket-Schutz.

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