Spam-Mails Meldung

Etwa 70 Prozent aller E-Mails weltweit sind Spam-Mails, also Schrott. Unerwünschte Werbe-E-Mails nerven. Die meisten von ihnen sind harmlos. Riskant wird es, wenn sie Viren oder gefährliche Programme einschleusen. test.de sagt, was sich dagegen unternehmen lässt.

Unbekannte Absender

Spam-Mails kommen meist von unbekannten Absendern, die etwas verkaufen wollen oder zweifelhafte Tipps geben. Viele dieser Mails mit Betreffzeilen wie etwa „Viagra 10 pills US $ 69.95“ oder „Doping für ihr bestes Stück“ sind schnell als virtueller Abfall zu erkennen. Andere verschleiern mit Betreffzeilen wie „Good luck“ oder „Eiliger Bescheid“ die Absicht des Absenders. Im Computerenglisch heißt diese unerwünschte elektronische Post „Spam-Mail“. Spam ist eigentlich die Abkürzung für Dosenfleisch (Spiced Pork and Ham). Die negative Bedeutung des Begriffs geht auf einen Sketch in der britischen Comedyserie Monty Python zurück: Ein Wikingerchor singt dort in kurzer Zeit mehr als hundertmal „Wonderful Spam“ und macht so die Kommunikation der Anwesenden unmöglich. Genauso stören Spam-Mails die E-Mail-Kommunikation.

Ernteprogramm sammelt Adressen

An ihre Opfer kommen viele Spammer durch Ernteprogramme, die öffentliche Foren oder Chats nach Mailadressen absuchen. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist dies die beliebteste Masche, an Adressen zu kommen. Manche Spammer kaufen auch Daten im professionellen Adresshandel. Andere spionieren die Adressbücher normaler Internetsurfer aus. Oder sie setzen auf den Zufall: Sie kombinieren Zeichen zu Mailadressen und verschicken sie. Ein paar Treffer sind offensichtlich immer darunter.

Viren und Trojaner

Spam-Mails Meldung

Spam ist nicht gleich Spam. Die meisten Werbemails, die das Postfach verstopfen, sind ärgerlich, aber harmlos. Einige sind jedoch gefährlich, weil sich der Empfänger Schadprogramme einhandeln kann. Öffnet er einen Anhang oder klickt er Links in den Mails an, können Viren oder Trojaner auf den Computer gelangen. Viren „befallen“ vor allem vorhandene Daten und sorgen dafür, dass sie verändert, beschädigt oder gelöscht werden. Ein Trojaner installiert sich dagegen heimlich auf dem PC. Er kann Passwörter und andere vertrauliche Daten ausspähen und bei der nächsten Datenübertragung an den Angreifer zurückschicken. Dieser Diebstahl bleibt in der Regel unbemerkt. Anders als Computerviren können sich trojanische Pferde wenigstens nicht selbstständig verbreiten. Viele Trojaner schalten die Sicherheitssoftware ab und laden weitere Schadprogramme nach.

Spam-Opfer als Täter

Schließlich kann es auch passieren, dass Spam-Opfer als Täter missbraucht werden. Schädliche Programme nisten sich unbemerkt auf ihrem Rechner ein und verschicken von dort über Botprogramme (von englisch Robots) Spam-Mails. Verbunden mit einem geheimen Zugang können die gekaperten Rechner sogar zu Botnetzen zusammengeschlossen werden. „Deutsche Rechner werden von Botnetzbetreibern immer häufiger genutzt. Das liegt daran, dass wir hierzulande viele Breitbandanschlüsse und sehr viele Rechner mit Flatrate-Anschluss haben, die manchmal rund um die Uhr im Netz sind“, erläutert Matthias Gärtner, Sprecher des BSI.

Drei einfache Regeln

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Spam-Mails und deren Gefahren gibt es leider nicht. Wer jedoch drei Regeln beherzigt, kann die Spam-Flut eindämmen und viel für seine Datensicherheit tun: 

  • Umsichtig verhalten,
  • Betriebssystem immer aktualisieren,
  • Virenschutz und Firewall installieren.

Einfach und effektiv ist das richtige Verhalten. Die goldene Regel lautet: „Öffne nie den Anhang einer unbekannten Mail und klicke niemals Links aus zweifelhaften Mails an“. Damit schützen sich Internetnutzer auch vor Phishing-Mails von Betrügern. Sie gaukeln dem Empfänger vor, dass die Mail von seiner Hausbank oder Sparkasse stamme. Er wird darin aufgefordert, seine Kontodaten mit Geheim- und Transaktionsnummern (Pin und Tan) auf einer gefälschten Homepage einzugeben. Wer auf die Fälschung reinfällt, läuft Gefahr, dass sein Konto abgeräumt wird. Sicherheitslücken und Fehler im Betriebssystem schließen die Hersteller nach und nach. Der Kunde muss sein Betriebssystem deshalb regelmäßig aktualisieren. Dies geschieht automatisch, wenn man im System „automatisches Update“ eingestellt hat.

Firewall und Virenschutzprogramm

Virenschutzprogramme spüren schädliche Programme auf und können sie oft auch entfernen. Weil sich Viren und Trojaner verändern und Kriminelle immer neue Schädlinge in Umlauf bringen, ist es wichtig, das Virenprogramm regelmäßig – am besten täglich – zu aktualisieren. Im Programm-Menü gibt es immer auch eine Einstellung für ein automatisches Update. Eine Firewall dient als Türsteher zwischen dem Internet und dem heimischen Computer. Von ihr hängt es ab, welche Daten gesendet und empfangen werden können. Schutzprogramme gibt es schon kostenlos, Kaufprogramme sind aber komfortabler. Darüber hinaus helfen Internetprovider wie T-Online oder AOL und auch Anbieter von kostenlosen Mailadressen (Web.de oder Yahoo) ihren Kunden bei der Beseitigung virtuellen Mülls. Sie bieten Filter, die jeder selbst einstellen kann. Oftmals muss der Nutzer hierfür eine monatliche Gebühr bezahlen.

60 Spammer abgemahnt

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco), die Bundesnetzagentur und die Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs haben ein Anti-Spam-Bündnis gegründet. Sie gehen gemeinsam rechtlich gegen Spammer vor und mahnen sie ab, wenn sie welche aufgespürt haben. „In diesem Jahr hat das Bündnis bislang rund 60 Spammer abgemahnt“, sagt Carola Elbrecht vom vzbv. Diese Spammer haben eine Unterlassungserklärung abgegeben und müssen bei erneutem Versand von Spam-Mails pro Verstoß bis zu 5 000 Euro bezahlen.

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