Sozial­versicherungs­pflicht Der Schein trügt oft

07.07.2017
Sozial­versicherungs­pflicht - Der Schein trügt oft
Trotz mehrerer Auftrag­geber: Eine Kranken­schwester ist Angestellte. © plainpicture / O. Dimier

Selbst­ständig oder doch sozial­versicherungs­pflichtig angestellt? Nicht für alle Erwerbs­tätigen ist die Frage einfach zu beant­worten. So hat etwa das Sozialge­richt Heilbronn entschieden: Eine im Kranken­haus arbeitende Kranken­schwester für Anästhesie und Intensivmedizin ist sozial­versicherungs­pflichtig. Sie ist das, obwohl sie in einem Verbund mit anderen Pfle­gekräften als „freie Mitarbeiterin“ in verschiedenen Kliniken tätig ist und laut Arbeits­vertrag „kein Arbeitnehmer im Sinne des Sozial­versicherungs-, Steuer- und Arbeits­rechtes“ ist (Az. S 10 R 3237/15).

Stellt sich ein Job als schein­selbst­ständig heraus, muss die Person unter Umständen Sozial­abgaben bis zu drei Monaten nach­zahlen. Bei einem Monats­verdienst von 3 000 Euro wären das 842 Euro an Rentenbeiträgen. Für den Arbeit­geber werden Beiträge ab Beschäftigungs­beginn fällig.

Eine Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung beur­teilt den sozial­versicherungs­recht­lichen Status von Erwerbs­tätigen.* Im Jahr 2016 waren von mehr als 65 000 geprüften Fällen nur 19 Prozent selbst­ständig.

*Passage korrigiert am 7. Juli 2017

07.07.2017
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