Sozialversicherungsbeiträge für Angestellte von Firmen, die tarifvertraglich gebunden sind, müssen anteilmäßig immer mindestens bis zur Höhe des tariflich vereinbarten Arbeitsentgelts entrichtet werden. Das hat die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) verdeutlicht. Diese Praxis sei durch das Bundessozialgericht (Az: 12 RK 59/92) abgesegnet und gelte auch dann, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell einen niedrigeren Lohn vereinbarten.

Arbeitsentgelt sei durch die Tarifbindung bis zu dieser Höhe "geschuldet" und werde bis dahin für die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung herangezogen. In Einzelfällen könne dadurch sogar die so genannte Geringfügigkeitsgrenze von 630 Mark im Nachhinein überschritten werden, wenn bei einer Teilzeittätigkeit ein zu niedriger Stundenlohn vereinbart wurde. Beitragslücken müssten die betroffenen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bis zu vier Jahren zurück ausgleichen. Unkenntnis der Rechtsprechung, stellt die BfA klar, schütze davor nicht.

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