Sozial­versicherung 2021: Jedes Jahr neu: Beitrags­bemessungs­grenzen

(Fast) jedes Jahr neue Beitrags­bemessungs­grenzen in der Sozial­versicherung. Hier erfahren Sie die aktuell geltenden Beträge, die bei vielen Arbeitnehmern auch die Höhe des Netto­gehalts beein­flussen.

Auch in diesem Jahr stiegen die Beitrags­bemessungs­grenzen in der Sozial­versicherung weiter an. Davon betroffen sind vor allem Gutverdiener. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales stieg auch die Versicherungs­pflicht­grenze. Dadurch wird der Wechsel in die private Kranken­versicherung für viele schwerer.

Steigende Löhne heben die Grenzen an

Einfluss auf die Sozial­versicherungs­größen hat jeweils die Einkommens­entwick­lung des vorvergangenen Jahres. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales stiegen Löhne und Gehälter im Bundes­gebiet beispiels­weise im Jahr 2019 um 2,94 Prozent. Dieser Anstieg wird bei der Fest­setzung der Beitrags­bemessungs­grenzen für das Jahr 2021 in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeits­losen­versicherung berück­sichtigt.

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Beitrags­bemessungs­grenzen für die Sozial­versicherung

Danach steigt 2021 die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken- und Pflege­versicherung von 4 687,50 Euro auf 4 837,50 Euro brutto pro Monat oder 58 050 Euro im Jahr (2020: 56 250 Euro). Dadurch erhöht sich die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer Beiträge auf ihr Einkommen zahlen, um 150 Euro im Monat. Wer mehr verdient, muss trotzdem nicht mehr Beitrag zahlen, denn Einkünfte ober­halb der Bemessungs­grenze sind beitrags­frei. Auch in der Arbeits­losen- und Renten­versicherung erhöhen sich diese Grenzen. Sie steigen laut Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales im Westen um 200 Euro auf 7 100 Euro monatlich und um 250 Euro auf 6 700 Euro im Monat in den ostdeutschen Bundes­ländern. Die Werte für Ost- und West­deutsch­land nähern sich schritt­weise an. Bis zum Jahr 2025 soll der Unterschied zwischen alten und neuen Bundes­ländern ausgeglichen sein.

Grenzen

Brutto­lohn 2020
(Euro)

Brutto­lohn 2021
(Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Grenzen

Brutto­lohn 2020
(Euro)

Brutto­lohn 2021
(Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken- und Pflege­versicherung

Versicherungs­pflicht­grenze

5 212,50

62 550

5 362,50

64 350

Beitrags­bemessungs­grenze

4 687,50

56 250

4 837,50

58 050

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Beitrags­bemessungs­grenze

West: 6 900

Ost:    6 450

West: 82 800

Ost:    77 400

West: 7 100

Ost:    6 700

West: 85 200

Ost:    80 400

    Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales.

      Arbeitnehmer­anteil an den Sozial­abgaben

      Die Sozialbeiträge (Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeits­losen- und Renten­versicherung) zahlen Arbeitnehmer und Arbeit­geber je zur Hälfte. In der Kranken­versicherung war dies einige Jahre lang anders, erst seit 2019 zahlen die Arbeit­geber auch die Hälfte des Zusatz­beitrags. In der Tabelle haben wir den durch­schnitt­lichen fiktiven Zusatz­beitrags­satz in die Berechnung einbezogen. Er beträgt aktuell 1,3 Prozent, der gesamte Krankenkassen-Beitrags­satz beträgt in unserem Beispiel also 15,9 Prozent (Jahr 2021). Der durch­schnitt­liche Zusatz­beitrags­satz wird jedes Jahr vom Bundes­gesund­heits­ministerium fest­gelegt und gilt etwa für Gering­verdiener oder Bezieher von Arbeits­losengeld II. Weicht eine Krankenkasse bei der individuellen Fest­legung von diesem Zusatz­beitrags­satz ab, kann es für Versicherte güns­tiger oder auch teurer werden.

      Brutto­lohn monatlich (Euro)

      Sozial­versicherungs­beiträge 2020 (Euro)1

      Sozial­versicherungs­beiträge 2021 (Euro)2

      Veränderung (Euro)

      Ost3

      West

      Ost3

      West

      Ost

      West

      Brutto­lohn monatlich (Euro)

      Sozial­versicherungs­beiträge 2020 (Euro)1

      Sozial­versicherungs­beiträge 2021 (Euro)2

      Veränderung (Euro)

      Ost3

      West

      Ost3

      West

      Ost

      West

      4 000

      795,00

      799,00

      4,00

      4 500

      894,38

      898,88

      4,50

      5 000

      964,45

      983,35

      18,90

      5 500

      1 016,95

      1 035,85

      18,90

      6 000

      1 069,45

      1 088,35

      18,90

      6 500

      1 116,70

      1 121,95

      1 140,85

      24,15

      18,90

      7 000

      1 116,70

      1 163,95

      1 161,85

      1 193,35

      45,15

      29,40

      ab 7 100

      1 116,70

      1 163,95

      1 161,85

      1 203,85

      45,15

      39,90

        • 1 Arbeitnehmer mit Kind, Krankenkassenbeitrag insgesamt 15,7 %.
        • 2 Arbeitnehmer mit Kind, Krankenkassenbeitrag insgesamt 15,9 %.
        • 3 Außer in Sachsen. Dort gilt ein geringererPflege­versicherungs­beitrag.

        Wechsel in die private Kranken­versicherung

        Gesetzlich Kranken­versicherte können erst in die private Kranken­versicherung wechseln, wenn sie mehr als 5 362,50 Euro im Monat beziehungs­weise 64 350 Euro im Jahr verdienen, siehe alle Informationen zur privaten Krankenversicherung. 2020 reichte für den Wechsel noch ein Brutto­jahres­gehalt von 62 550 Euro aus. Für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 ein Einkommen über der Versicherungs­pflicht­grenze hatten und privat versichert waren, gilt aus Bestands­schutz­gründen eine nied­rigere Grenze von 58 050 Euro im Jahr 2021.

        Dieses Thema ist im November 2017 erschienen und wird seitdem regel­mäßig aktualisiert, zuletzt am 1. Januar 2021.

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