Auch im kommenden Jahr steigen die Beitrags­bemessungs­grenzen in der Sozial­versicherung weiter an. Davon betroffen sind vor allem Gutverdiener. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales steigt auch die Versicherungs­pflicht­grenze. Dadurch wird der Wechsel in die private Kranken­versicherung für viele schwerer.

Steigende Löhne heben die Grenzen an

Einfluss auf die Sozial­versicherungs­größen für 2018 hat die Einkommens­entwick­lung im Jahr 2016. Nach Angaben des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales stiegen Löhne und Gehälter im Bundes­gebiet um 2,42 Prozent. Dieser Anstieg wird bei der Fest­setzung der Beitrags­bemessungs­grenzen in der gesetzlichen Kranken,- Pflege-, Renten- und Arbeits­losen­versicherung berück­sichtigt.

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Beitrags­bemessungs­grenzen für die Sozial­versicherung

Danach steigt die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken- und Pflege­versicherung von 4 350 Euro auf 4 425 Euro pro Monat oder 53 100 Euro im Jahr (2017: 52 200 Euro). Dadurch erhöht sich die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer Beiträge auf ihr Einkommen zahlen um 75 Euro. Wer mehr verdient, muss trotzdem nicht mehr Beitrag zahlen, denn Beiträge ober­halb der Bemessungs­grenze sind gedeckelt. Auch in der Arbeits­losen- und Renten­versicherung erhöhen sich diese Grenzen. Sie steigen laut Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales im Westen um 150 Euro auf 6 500 Euro monatlich und um 100 Euro auf 5 800 Euro im Monat in den ostdeutschen Bundes­ländern. Dadurch zahlen vor allem Gutverdiener künftig etwas mehr: Knapp 13 Euro im Monat im Osten und 19 Euro monatlich im Westen.

Grenzen

Brutto­lohn 2017
(Euro)

Brutto­lohn 2018
(Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken- und Pflege­versicherung

Versicherungs­pflicht­grenze

4 800

57 600

4 950

59 400

Beitrags­bemessungs­grenze

4 350

52 200

4 425

53 100

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Beitrags­bemessungs­grenze

West: 6 350

Ost:    5 700

West: 76 200

Ost:    68 400

West: 6 500

Ost:    5 800

West: 78 000

Ost:    69 600

    Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales.
    Hinweis: Die Zahlen für 2018 sind noch nicht verbindlich.

      Arbeitnehmer­anteil an den Sozial­abgaben

      Die Sozialbeiträge (Beiträge für die gesetzliche Kranken-, Pflege,- Arbeits­losen- und Renten­versicherung) zahlen Arbeitnehmer und Arbeit­geber je zur Hälfte. Mit einer Ausnahme: In der Kranken­versicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeit­geber nur den allgemeinen Beitrags­satz von 14,6 Prozent. Hinzu kommt je nach Krankenkasse eventuell ein Zusatz­beitrags­satz, der aber vom Arbeitnehmer allein gezahlt wird. In der Tabelle haben wir den durch­schnitt­lichen fiktiven Zusatz­beitrags­satz in die Berechnung einbezogen. Er beträgt 2017 1,1 Prozent, wird aber 2018 um 0,1 Prozent­punkte auf 1,0 Prozent abge­senkt. Er wird jedes Jahr vom Bundes­gesund­heits­ministerium fest­gelegt und gilt etwa für Gering­verdiener, Azubis mit einem Arbeits­entgelt von 325 Euro monatlich und Bezieher von Arbeits­losengeld II. Weicht eine Krankenkasse bei der individuellen Fest­legung von diesem Zusatz­beitrags­satz ab, kann es für Versicherte güns­tiger oder auch teurer werden.

      Brutto­lohn monatlich (Euro)

      Sozial­abgaben 2017 (Euro) 1

      Sozial­abgaben 2018 (Euro) 1

      Mehr­belastung (Euro)

      Ost

      West

      Ost

      West

      Ost

      West

      4 000

      821,0

      817,0

      -4,0

      4 500

      909,1

      911,9

      2,8

      5 000

      963,4

      966,2

      2,8

      5 500

      1017,6

      1020,4

      2,8

      6 000

      1 039,3

      1 071,8

      1 053,0

      1 074,7

      13,7

      2,9

      ab 6 500

      1 039,3

      1 109,8

      1 053,0

      1 129,0

      13,7

      19,2

        Hinweis: Die Zahlen für 2018 sind noch nicht verbindlich.

        • 1 Arbeitnehmer mit Kind, Krankenkassenbeitrag insgesamt 15,5 % (2017) beziehungs­weise 15,4 % (2018). Der Beitrags­satz sinkt aufgrund der Absenkung des fiktiven durch­schnitt­lichen Zusatz­beitrags von 1,1% auf 1,0%.

        Wechsel in die private Kranken­versicherung

        Gesetzlich Kranken­versicherte können ab dem kommenden Jahr erst in die private Kranken­versicherung wechseln, wenn sie mehr als 4 950 Euro im Monat beziehungs­weise 59 400 Euro im Jahr verdienen. 2017 reichte für den Wechsel noch ein Brutto­monats­gehalt von 4 800 Euro monatlich aus.

        Tipp: Privat Versicherte können mit einem Beitrags­entlastungs­tarif dafür sorgen, dass die Beitrags­last im Alter nicht zu hoch wird. Wir haben solche Tarife getestet zum Vergleich Entlastungstarife private Krankenversicherung.

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