Sozial­versicherung 2016 Neue Beitrags­bemessungs­grenzen geplant

20.10.2015
Sozial­versicherung 2016 - Neue Beitrags­bemessungs­grenzen geplant
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Die Beitrags­bemessungs­grenzen steigen 2016 voraus­sicht­lich an. Dies betrifft vor allem Gutverdiener, die nun mehr Sozial­abgaben leisten müssen. Laut Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erhöht sich auch die geltende Versicherungs­pflicht­grenze in der gesetzlichen Kranken­versicherung. Damit wird auch die Hürde für den Wechsel in die private Kranken­versicherung höher.

Höhere Sozial­abgaben

Nach der Berechnung des BMAS steigen die Beitrags­bemessungs­grenzen für das Jahr 2016 an. Die Zahlen ermittelt das Ministerium jedes Jahr nach gesetzlichen Vorgaben. Der Bundes­rat muss die Zahlen zwar noch absegnen, das ist aber reine Formsache. Eine Bezugs­größe für die Grenzen ist die Lohn- und Gehalts­entwick­lung aus dem Vorvorjahr. Im Jahr 2014 stiegen die Löhne und Gehälter bundes­weit um 2,66 Prozent. Diese Entwick­lung fließt in die Berechnung der Beitrags­bemessungs­grenzen der Renten­versicherung, der Arbeits­losen­versicherung und der gesetzlichen Kranken­versicherung mit ein.

Beitrags­bemessungs­grenzen für die Sozial­versicherung

Grenzen

Brutto­lohn 2015
(Euro)

Brutto­lohn 2016
(Euro)

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Kranken- und Pflege­versicherung

Versicherungs­pflicht­grenze

4 575

54 900

4 687,50

56 250

Beitrags­bemessungs­grenze

4 125

49 500

4 237,50

50 850

Renten- und Arbeits­losen­versicherung

Beitrags­bemessungs­grenze

West: 6 050

Ost:    5 200

West: 72 600

Ost:    62 400

West: 6 200

Ost:    5 400

West: 74 400

Ost:    64 800

Quelle: Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales.

Hinweis: Die Zahlen für 2016 sind noch nicht verbindlich.

Grenze wird um gut 100 Euro erhöht

Die Beitrags­bemessungs­grenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflege­versicherung steigt 2016 von 4 125 Euro auf voraus­sicht­lich 4 237,50 Euro. Ab einem Brutto­gehalt in dieser Höhe sind die Beiträge gedeckelt, das heißt: sie steigen nicht weiter – egal ob der Arbeitnehmer 4 238 oder 10 000 Euro verdient. Wird die Grenze ange­hoben, müssen alle, die bisher über der alten Grenze lagen, mehr bezahlen. Für die Renten- und Arbeits­losen­versicherung berechnet das BMAS sogar einen Anstieg der Beitrags­bemessungs­grenze um 200 Euro im Osten und um 150 Euro im Westen. Das trifft vor allem Gutverdiener. Bei gleich­bleibenden Beitrags­sätzen müssten sie 2016 bis zu rund 32 Euro mehr im Monat bezahlen.

Arbeitnehmer­anteil an den Sozial­abgaben

Brutto­lohn monatlich (Euro)

Sozial­abgaben 2015 (Euro)1

Sozial­abgaben 2016 (Euro)1

Mehr­belastung (Euro)

Ost

West

Ost

West

Ost

West

4 000

809,00

809,00

0,00

4 200

842,42

849,45

7,03

4 500

874,97

885,52

10,55

5 000

929,22

939,77

10,55

5 500

950,92

983,47

983,17

994,02

32,25

10,55

ab 6 200

950,92

1 043,15

983,17

1 069,97

32,25

26,82

Hinweis: Die Zahlen für 2016 sind noch nicht verbindlich.

1
Arbeitnehmer mit Kind, Krankenkassenbeitrag insgesamt 15,5 %.

Die tatsäch­liche Mehr­belastung für Arbeitnehmer kann 2016 noch höher ausfallen. Grund ist die derzeit diskutierte Erhöhung des Beitrags­satzes zur Gesetzlichen Krankenkasse.

Private Kranken­versicherung

Der Wechsel zu einer privaten Kranken­versicherung wird nach Einschät­zung des BMAS 2016 erst ab einem Monats­einkommen von 4 687,50 Euro brutto möglich sein. 2015 reicht ein Brutto­gehalt von 4 575 Euro aus, um wechseln zu können. Für Selbst­ständige hat diese Zahl wenig Relevanz. Sie können unabhängig vom Gehalt wählen, ob sie in die private oder die gesetzliche Krankenkasse möchten.

20.10.2015
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