Ein Datenleck bei Facebook hat es Werbefirmen ermöglicht, über vier Jahre hinweg Profildaten, Fotos, und Chats ohne das Wissen der Nutzer anzusehen. Das war möglich, wenn sie kleine Anwendungen auf Facebook wie Spiele und Mitmach-Angebote installierten. Das weltgrößte soziale Netzwerk hat das Sicherheitsloch inzwischen geschlossen. test.de informiert, was Facebook-Nutzer jetzt tun können.

Ersatzschlüssel zum Account verraten

Die Sicherheits-Softwarefirma Symantec entdeckte, dass bis Ende April dieses Jahres rund 100 000 Facebook-Applikationen Zugriff auf persönliche Daten gehabt haben können. Von der Datenpanne sind Facebook-Nutzer betroffen, die in ihrem Account Anwendungen wie kleine Spiele, Spaß- und Mitmachangebote zugelassen hatten. Auf diese Programme hingewiesen werden Nutzer meist von Facebook-Freunden, die eine Einladung schicken. Stimmen sie diesem Angebot zu, installiert sich das kleine Programm (App) auf dem Computer oder Smartphone des Nutzers. Bei diesem Installationsvorgang aber offenbarte Facebook den Fremdfirmen bislang den Zugangs-Schlüssel (access tokens) zum Nutzer-Account. Nach Angaben von Symantec würden täglich rund 20 Millionen Facebook-Apps installiert. Der Fehler bestand seit der Einführung von Facebook-Apps im Jahr 2007.

Passwort ändern

Inzwischen hat Facebook nach eigener Aussage den Fehler behoben. In welchem Umfang persönliche Daten an Firmen gerieten, ist nicht bekannt. Symantec-Experten halten die Wahrscheinlichkeit für gering, dass die Werbefirmen von dem Datenloch wussten. Auch Facebook selbst ist sich nach einer Untersuchung sicher, dass kein Dritter auf Nutzerdaten zugegriffen habe. test.de kann diese Aussagen nicht überprüfen.
Tipps:

  • Ändern Sie zur Sicherheit Ihr Facebook-Passwort. Das ist so, als würden Sie das Schloss der Wohnungstür auswechseln. Dann kommt auch mit dem Ersatzschlüssel keiner mehr auf Ihren Facebook-Account.
  • Im Facebook-Profil der Stiftung Warentest finden Sie regelmäßig aktuelle News und Testergebnisse.
  • In der Anleitung „Facebook sichermachen“ von test.de erhalten Sie weitere Tipps zur Nutzung von Facebook.

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