Sozial­abgaben Schein­selbst­ständige müssen nach­zahlen

Selbst­ständig oder angestellt? Das ist nicht immer leicht zu erkennen. So glaubten 51 Piloten, sie seien selbst­ständige Unternehmer für die irische Flug­linie Ryanair. Seit einiger Zeit ermittelt aber die Staats­anwalt­schaft Koblenz gegen sie. Der Verdacht: Nicht­abführen von Sozial­versicherungs­beiträgen.

Hohe Nach­zahlungen können fällig werden

Stellt sich eine Beschäftigung als arbeitnehmer­ähnlich heraus, müssen die betroffenen Schein­selbst­ständigen unter Umständen Sozial­abgaben bis zu drei Monaten nach­zahlen. Bei einem monatlichen Einkommen von 6 000 Euro sind das allein für die Renten­versicherung 1 683 Euro. Andere Nach­zahlungen können dazu­kommen, etwa für Kranken- und Pflege­versicherung. Der Arbeit­geber muss die Beiträge ab Beschäftigungs­beginn nach­zahlen. Vorteil für die Schein­selbst­ständigen: Plus auf dem Renten­konto, Urlaubs­anspruch, Lohn­fortzahlung bei Krankheit, Kündigungs­schutz.

Was sind die Kriterien für Schein­selb­ständig­keit?

Hinweise auf Schein­selbst­ständig­keit können sein, wenn Beschäftigte

  • kein unternehmerisches Risiko tragen,
  • ganz in den täglichen Betriebs­ablauf integriert sind,
  • in Räumen des Auftrag­gebers arbeiten
  • und seinen Weisungen folgen müssen.

Tipp: Bei der Deutschen Renten­versicherung können Sie den Status einer Beschäftigung prüfen lassen unter Tel. 0 800/10 00 48 00.

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