Die deutsche Regelung, nach der ein nichtverheirateter Vater einen Teil des Sorgerechts für sein Kind nur mit Willen der Mutter erhalten kann, ist diskriminierend. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (Beschwerde-Nr. 22028/04) entschieden.

Das Gericht rügte die Ungleichbehandlung von verheirateten und unverheirateten Paaren. Eheleute haben grundsätzlich ein gemeinsames Sorgerecht. Bei Paaren, die bei Geburt des Kindes unverheiratet sind, hat die Mutter in der Regel das alleinige Sorgerecht. Das bedeutet: Ein unverheirateter Vater bekommt zum Beispiel von einem Arzt oder einem Lehrer keine Auskünfte über sein Kind, wenn die Mutter es nicht zulässt.

Bislang erhält ein lediger Vater ohne die Zustimmung der Mutter selbst dann kein Sorgerecht, wenn das Kind schon lange bei ihm lebt. Wann der deutsche Gesetzgeber die Sorgerechts-Regeln verändern wird, steht noch nicht fest.

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